10. September 2020, 22:03 Uhr

»Hatte mir das anders vorgestellt«

10. September 2020, 22:03 Uhr
Apfelkönigin Kerstin Gemmer im vergangenen Jahr beim Fassanstich. In diesem Jahr fallen Kalter Markt und Stadtfest in Homberg aus. ARCHIVFOTO: KOA

Voller Elan war Apfelkönigin Kerstin Gemmer im vergangenen Herbst in ihre Amtszeit gestartet. Doch im März endete die schöne ehrenamtliche Aufgabe, die Stadt Homberg nach außen zu repräsentieren, jäh. Seit Beginn der Corona-Pandemie müssen Königinnenkleid und Schärpe im Schrank bleiben.

»Das hatte ich mir anders vorgestellt,« sagt sie mit großem Bedauern. Denn keiner der eigentlich geplanten Auftritte konnte stattfinden, »nacheinander wurde alles abgesagt.« Das galt auch für den Auftritt im sicher größten Rahmen, beim Hessentag. Mit dem Aus für Kalten Markt und Stadtfest entfallen jetzt auch die Repräsentationspflichten auf heimischem Gebiet. Die Apfelkönigin in Homberg wird in der Regel für eine Amtszeit von zwei Jahren auf dem Stadtfest (Apfelfest) gewählt und ist zusätzliche Repräsentantin der Stadt bei kulturellen Veranstaltungen.

Auftritte mit Maske schwierig

Für eine Stunde hätte sie kürzlich nach Bad Nauheim auf Einladung der dortigen Rosenkönigin fahren können. Es passte beruflich nicht, und: »Mit Maske auftreten ist schwierig.« Da die Apfelkönigin noch ein weiteres Jahr im Amt bleiben kann, hofft Gemmer nun wie so viele auf das kommende Frühjahr.

Wie oft der Homberger Kalte Markt in fünf Jahrhunderten ausgefallen ist, das lässt sich nicht sagen. Allzu oft dürfte es außerhalb von Kriegsjahren nicht gewesen sein. Doch in diesem Jahr fällt auch diese Traditionsveranstaltung der nach wie vor präsenten Corona-Pandemie zum Opfer. Aufgrund der Verordnungen zu Großveranstaltungen darf die Stadt den am 21. Oktober geplanten Markt nicht stattfinden lassen. Wie Bürgermeisterin Claudia Blum sagte, war noch vor einer Weile, als die Bestimmungen lockerer waren, überlegt worden, aber das Ganze sei von allen Beteiligten als zu risikoreich empfunden worden. Blum: »Wir hoffen, dass der Kalte Markt nach überstandener Corona-Krise im nächsten Jahr wieder stattfinden kann«.

Etwas Ersatz für die Marktwoche

Entsprechend musste auch der Gewerbeverein in diesen Tagen die Mitteilung machen, »dass wir aufgrund der bekannten Situation schweren Herzens unser traditionelles Stadtfest unter dem Motto Apfelfest- und flüssig absagen müssen«. Trotzden soll nicht alles ausfallen. So wollen einige Gewerbetreibende in der Marktwoche sogenannte coronakonforme Veranstaltungen anbieten, zum Beispiel die Buchhandlung eine Lesung. Auch ist eine Rabattwoche in der eigentlichen Marktwoche im Gespräch. Die Mitglieder des Gewerbevereins sollen Ideen einbringen. Das »Alternativprogramm« werde ständig aktualisiert.

Da man den Kunden kein Gewinnspiel anbieten könne, hat sich der Gewerbeverein überlegt, eine Verlosung in der Marktwoche zu veranstalten.

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