Vogelsbergkreis

Baulandpreise steigen regelmäßig

Ehrungen mit Ellenbogengruß statt Händedruck und konsequentes Tragen von Mund-Naseschutz zeigen, wie ernst das Gemeindeparlament Mücke den Schutz vor Corona-Ansteckung nimmt. Dafür gab es ein Extra-Lob von Prof. Dr. Hubertus Brunn, der darauf verwies, dass Hochrisikogefährdete besondere Rücksicht benötigen. Auch inhaltlich hatte die Zusammenkunft der Gemeindevertretung in Nieder-Ohmen viel zu bieten. Vier Abstimmungen sowie Debatten um Kinderbetreuung und Trauungen wurden in einvernehmlicher Stimmung bewältigt.
10. September 2020, 22:03 Uhr
Joachim Legatis
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Mit Abstand und Lob: Bürgermeister Andreas Sommer und Parlamentsvorsitzender Thomas Röhrich (v.r.) zeichnen Kommunalpolitiker mit Ehrenplaketten aus. Dr. Anna-Elisabeth Brunn ist seit 27 Jahren in Ortsbeirat und Gemeindevertretung aktiv, bei Ulf-Immo Bovensmann (3.v.l.) sind es 19 Jahre und bei Hans-Jürgen Zimmer (l.). 27 Jahre. Steffen Wick (2.v.l.) erhielt den Ehrenbrief des Landes für den Einsatz in Vereinen, Ortsbeirat und Gemeindevertretung. FOTO: JOL

Ehrungen mit Ellenbogengruß statt Händedruck und konsequentes Tragen von Mund-Naseschutz zeigen, wie ernst das Gemeindeparlament Mücke den Schutz vor Corona-Ansteckung nimmt. Dafür gab es ein Extra-Lob von Prof. Dr. Hubertus Brunn, der darauf verwies, dass Hochrisikogefährdete besondere Rücksicht benötigen. Auch inhaltlich hatte die Zusammenkunft der Gemeindevertretung in Nieder-Ohmen viel zu bieten. Vier Abstimmungen sowie Debatten um Kinderbetreuung und Trauungen wurden in einvernehmlicher Stimmung bewältigt.

So beschloss man einstimmig eine neue Feuerwehrsatzung sowie die Festlegung der Gebühren für Einsätze. Dabei sind mehrere Anhebungen vorgesehen, auch weil die Fahrzeuge in den letzten Jahren modernisiert wurden (die Allgemeine berichtete). Unter anderem werden für einen Fehlalarm 550 Euro fällig, wie Bürgermeister Andreas Sommer erläuterte.

Ohne Debatte nahm das Parlament auch eine Änderung der Kinderbetreuungssatzung vor. Das war nötig, weil coronabedingt Gebühren erlassen worden waren.

Für Bauherren interessant ist eine Neuerung, die das Parlament einstimmig beschloss. Erst kürzlich hatten die Gemeindevertreter höhere Verkaufspreise für Baugrundstücke im Gebiet Wallenbach zwischen Nieder-Ohmen und Merlau verabschiedet. Künftig sind dort 103 Euro pro Quadratmeter fällig. Nun sollen die Baulandpreise alle zwei Jahre angepasst werden. Grundlage wird ein Index, der aber vom Gemeindevorstand noch festzulegen ist.

Für Dr. Hans Heuser von der CDU ist das »ein wichtiger Schritt«, um das Thema Baulandpreise immer wieder zu behandeln. Bislang gab es Reservierungen für Grundstücke durch Bauherren. Das solle beendet werden, »das ist für die Verwaltung deutlich einfacher«. Günter Zeuner (FW) sah ebenfalls keine Notwendigkeit dafür, ein Baugrundstück reservieren zu können. Dr. Udo Ornik (Grüne) erinnerte daran, dass die Gemeinde trotz höherer Baulandpreise »immer noch drauflegt«. Damit werden Familien ermuntert, sich in Mücke anzusiedeln.

Die Grünen hatten eigentlich beantragt, die Baulandpreise anhand der Inflationsrate regelmäßig anzuheben. Doch darauf beharrte die Fraktion in der Sitzung nicht mehr. Heuser hatte bereits darauf verwiesen, dass zeitweilig eine Inflation um null Prozent herum herrscht, deshalb sollte man da flexibel bleiben. Auch die SPD signalisierte Zustimmung. Die Fraktionssprecher befürworteten auch den künftigen Kurs der Gemeinde, den Interessierten nur noch fertig erschlossene Bauplätze anzubieten. Diese können dann sofort gekauft werden. Der Antrag wurde einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,701532

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