26. April 2012, 17:08 Uhr

90 Prozent der Aufträge für regionales Handwerk

Vogelsbergkreis (pm). Die Bankenkrise 2008 hatte Land und Bund veranlasst, mit Konjunkturprogrammen gegenzusteuern und damit Arbeitsplätze zu sichern. 27 Millionen Euro flossen – überwiegend als langfristige Kredite – in den Vogelsbergkreis. 30 Baumaßnahmen konnten umgesetzt werden.
26. April 2012, 17:08 Uhr
Die neue Zweifelderhalle in Mücke wurde vom Kreis mit 1,8 Millionen Euro aus dem Konjunkurprogramm gefördert. (Foto: Archiv)

In einer Pressekonferenz im Lauterbacher Kreishaus bewerteten am Mittwoch Vormittag Landrat Rudolf Marx, Erster Kreisbeigeordneter Manfred Görig und Schuldezernent Hanns Michael Diening übereinstimmend das Sonderinvestitionsprogramm (SIP) als deutlichen Erfolg. Für die Schulen, denn viele Maßnahmen konnten mit den zusätzlichen Mitteln früher und schneller umgesetzt werden – und für die Stabilisierung der heimischen Wirtschaft.

Der künftige Landrat Manfred Görig, der auch Landtagsabgeordneter ist, berichtete vom Lob der Landesregierung hinsichtlich der Umsetzung im Vogelsbergkreis. Die Mittel flossen in Erweiterungsinvestitionen, Energie-Einspar-Baumaßmahmen, Sanierungen und in die Modernisierung im Innenbereich, zum Beispiel in den Naturwissenschaften, in Lehrküchen und EDV-Ausstattung einschließlich Digitaltafeln; der Ausstattungsgrad liegt jetzt bei 85 Prozent – ein führender Wert in ganz Deutschland.

Das Resultat für das heimische Handwerk ist im hessenweiten Vergleich »bemerkenswert« ausgefallen. Denn bei den handwerklichen Gewerken gingen 90 Prozent aller Aufträge an Handwerksbetriebe im Vogelsbergkreis – weit über 14 Millionen Euro landeten in den Auftragsbüchern der heimischen Betriebe. Kreishandwerksmeister Edwin Giese, der Gast in der Pressekonferenz war, bestätigte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Landkreis und nannte das SIP-Programm einen »wichtigen Baustein für den Aufschwung.«

Kreishandwerksmeister Giese gab bekannt, dass zurzeit 1532 Handwerksbetriebe im Vogelsbergkreis gemeldet seien. Die Zahl von 670 Auszubildenden und 15 neuen Handwerksmeistern nannte Giese »beeindruckend«. Giese lobte auch die Umsetzung des »Vergabe-Beschleunigungs-Erlasses« durch den Vogelsbergkreis.

»Das sieht auch die Handwerkskammer Wiesbaden im Vergleich so«, betonte der Sprecher der Handwerkerschaft. Die Aussichten der Branche für 2012 bezeichnete er als »sehr positiv«, auch durch eine Vielzahl privater Investitionen. In der Pressekonferenz wurde von den Fachleuten aus dem Amt für Gebäudemanagement, aus dem Schulverwaltungsamt und aus dem Amt für Finanzen auf die Komplexität der Aufgabenstellung hingewiesen, binnen weniger Wochen die Abwicklung von 27 Millionen Euro zu planen und dann auszuführen.

Dies sei dem Vogelsbergkreis deutlich schneller gelungen als vergleichbaren Landkreisen, betonte Schuldezernent Diening. Es sei enormer Wert auf Nachhaltigkeit, Energieeinsparung und modernste Ausstattung gelegt worden.

Die »größten Brocken«, die mit Hilfe der Konjunkturprogramme vom Landkreis gestemmt werden konnten: Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Lauterbach (6,1 Millionen Euro), Geschwister-Scholl-Schule Alsfeld (3,1 Millionen Euro), Digmudis-Schule Schotten (1,9 Millionen Euro), Mehrfeldhalle Mücke (1,8 Millionen Euro), Max-Eyth-Schule Alsfeld (eine Million Euro), Gerhart-Hauptmann-Schule Alsfeld (eine Million Euro), Stadtschule Alsfeld (950 000 Euro), Ohmtalschule Homberg (800 000 Euro), Astrid-Lindgren-Schule Grebenau (750 000 Euro), Oberwaldschule Grebenhain (700 000 Euro), Gesamtschule Schotten (700 000 Euro), Eichberg-Turnhalle Lauterbach (650 000 Euro) und Albert-Schweitzer-Gymnasium Alsfeld (500 000 Euro).



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