Vogelsbergkreis

»Firma handelt unverantwortlich«

Wegen des »unverantwortlichen Verhaltens eines Vertriebsmitarbeiters« der Firma Götel (Göttingen) musste die Stadt Alsfeld nach eigenen Angaben eine für den Donnerstagabend geplante Informationsveranstaltung zum Thema Breitbandversorgung für die Ortsbeiräte Berfa, Fischbach, Heidelbach und Lingelbach untersagen.
27. August 2020, 21:56 Uhr
Redaktion
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Vier Alsfelder Stadtteile erhoffen sich schnelle Internetanschlüsse von der Firma Götel. Eine entsprechende Info-Veranstaltung sagte die Stadt jetzt ab. SYMBOLFOTO: DPA

Wegen des »unverantwortlichen Verhaltens eines Vertriebsmitarbeiters« der Firma Götel (Göttingen) musste die Stadt Alsfeld nach eigenen Angaben eine für den Donnerstagabend geplante Informationsveranstaltung zum Thema Breitbandversorgung für die Ortsbeiräte Berfa, Fischbach, Heidelbach und Lingelbach untersagen.

Durch die breite Verteilung der Einladung über das Internet, was im Vorfeld nicht abgesprochen worden sei, sei die Einhaltung geltender Hygiene- und Abstandsregeln nicht gewährleistet gewesen. Dies gibt Bürgermeister Stephan Paule als örtliche Ordnungsbehörde in einer Pressemitteilung bekannt. Lorenz Keil vom Vertrieb der Firma Götel habe dem Berfaer Ortsvorsteher Heinz Stumpf mitgeteilt, in Berfa eine Informationsveranstaltung mit wenigen Teilnehmern aus den Ortsbeiräten der genannten Stadtteile abhalten zu wollen. Dementsprechend war zu einer Ortsbeiratssitzung in Berfa geladen worden, zu der auch Personen aus den Ortsbeiräten der anderen Stadtteile eingeladen wurden.

»Parallel dazu und unter Nichteinhaltung der seinerseits gemachten Zusagen hat Herr Keil von der Firma Götel dann per WhatsApp weitere Personen zu der genannten Veranstaltung eingeladen«, erklärt Bürgermeister Paule für die Ordnungsbehörde. Im Internet sei die Einladung dann noch an einen unüberschaubaren Adressatenkreis weiterverbreitet worden.

»Durch dieses Vorgehen hat Herr Keil das Risiko eines erheblichen Verstoßes gegen die geltenden Corona-Regeln hervorgerufen. […] Die Anzahl der am Abend erscheinenden Teilnehmer ist daher nicht abzuschätzen. Aufgrund der geltenden Abstands- und Hygieneregeln muss ich die Veranstaltung daher untersagen«, schreibt Paule in der Begründung ihrer Untersagungsverfügung. Bürgermeister Paule bedauert »dieses unabgesprochene Vorgehen eines Vertreters der Firma Götel außerordentlich«. Nach sehr vielen Enttäuschungen »über nicht eingehaltene Zusagen der Firma« sei durch Vermittlung von Kreis und Land eigentlich in den vergangenen Wochen wieder Bewegung in die geplante Breitbanderschließung der vier Stadtteile gekommen.

Im August habe die Firma auch erstmals prüffähige Unterlagen für die Breitbanderschließung beim Bauamt vorgelegt. Dass nun ein Vertriebsmitarbeiter durch solch unbedachtes Vorgehen jegliches Vertrauen in seine Firma in Zweifel ziehe, sei »sehr schade«, waren sich Ortsvorsteher Stumpf und Bürgermeister Paule einig. Die Bürger von Berfa, Fischbach, Heidelbach und Lingelbach wollten wissen, wann sie endlich Breitbandinternet bekommen. »Ein solches Vorgehen wie jetzt zerstört mühsam wiederaufgebautes Vertrauen.«

In seiner Untersagungsverfügung schlägt der Bürgermeister vor, dass der Ortsvorsteher für ein neues Datum, einen Termin unter Einbeziehung von Stadtverwaltung und des Breitbandkoordinators des Vogelsbergkreises, einladen soll. Hierzu sei die Teilnehmerzahl in der Einladung auf eine den Räumen angepasste Personenzahl zu beschränken und der Teilnehmerkreis, zum Beispiel durch Voranmeldungen, klar zu benennen. Die Firma Götel äußerte sich auf Anfrage bis zum Redaktionsschluss nicht.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,698946

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