Vogelsbergkreis

Kreis sieht sich für zweite Welle gerüstet

Der Kreis sieht sich für eine mögliche zweite Corona-Infektionswelle gerüstet. Das sagte Kreisgesundheitsdezernent Jens Mischak am Mittwoch in der Sitzung des Kreistags im Wartenberg-Oval. Falls nötig, könne man die Testkapazitäten rasch hochfahren. Aktuell bestehe dafür aber kein Anlass. Derzeit gebe es etwa zwischen 10 und 25 Tests pro Tag.
26. August 2020, 21:56 Uhr
Kerstin Schneider

Der Kreis sieht sich für eine mögliche zweite Corona-Infektionswelle gerüstet. Das sagte Kreisgesundheitsdezernent Jens Mischak am Mittwoch in der Sitzung des Kreistags im Wartenberg-Oval. Falls nötig, könne man die Testkapazitäten rasch hochfahren. Aktuell bestehe dafür aber kein Anlass. Derzeit gebe es etwa zwischen 10 und 25 Tests pro Tag.

Nach Schließen des Testcenters der Kassenärztlichen Vereinigung wurden die Tests übergangsweise in den Krankenhäusern in Alsfeld und Lauterbach vorgenommen. Auch vorher habe das Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach schon sogenannte Nachtests für den Kreis vorgenommen, so Mischak. Wegen der geringen Zahl der Tests sei die Prozedur für die Krankenhäuser zu aufwendig gewesen. Deshalb habe man mit der City-Ambulanz in Alsfeld dafür einen externen Dienstleister gefunden. Mischak: »Das funktioniert sehr gut.«

Das habe auch bei einem vermehrten Aufkommen Anfang dieser Woche gegolten, als 60 Kontaktpersonen eines Schülers der Max-Eyth-Schule an einem Vormittag getestet wurden.

Die Kosten lägen für den Kreis pro Woche bei 1000 Euro, »woanders ist das teilweise erheblich teurer«.

Im Zweifelsfall in Hallen testen

Mit der Qualität der Auswertung sei man sehr zufrieden, die Abstriche zur Entdeckung des Coronavirus werden bei der Uni Marburg analysiert. Bei Bedarf könnten die Testkapazitäten im Kreis im Herbst hochgefahren werden. »Die Planungen zu einer zweiten Welle sind in vollem Gang«, so Mischak. Falls es notwendig werden sollte, könne man in Zusammenarbeit mit den Organisationen des Katastrophenschutzes in großen Hallen bis zu 500 Personen testen. Dafür gebe es derzeit aber keinen Anlass, »das ist aktuell überhaupt nicht nötig«.

Das Kreisgesundheitsamt gehe davon aus, dass eine drohende zweite Infektionswelle unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der ersten »mehr als aufgefangen werden kann.« Möglichkeiten, sich auf das Coronavirus testen zu lassen, gibt es auch bei einigen niedergelassenen Ärzten und in den Testzentren in Fulda, Marburg und Gießen. Mischak unterstrich noch einmal, die Kreisverwaltung wolle unbedingt selbst festlegen, welches externe Labor die Untersuchungen durchführt, »um nicht die Probleme, die mit der KV entstanden sind, zu wiederholen«. Dennoch sei man weiter mit der Kassenärztlichen Vereinigung im Austausch, der Kontakt sei gut, betonte er.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,698749

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