23. August 2020, 18:53 Uhr

Sound vom Holzgasmotor

23. August 2020, 18:53 Uhr
Die Oldtimer-Freunde mit dem alten Holzgasmotor. FOTO: SF

Fachkundige und Interessierte waren am Samstagvormittag bei den Oldtimer-Freunden in Dannenrod eingetroffen. Das alte Thema Holzgas wurde aufgefrischt. Holzgasbetriebene Verbrennungsmotoren haben eine lange Geschichte. Schon vor Jahrtausenden hatten die Köhler beim Gewinnen von Holzkohle aus Holz unbewusst Holzgas hergestellt. Man wusste damals aber noch nichts mit dem Gas anzufangen.

Tankhölzer schneider

1810 kamen Lenoir und Otto auf die Idee, Motoren auch mit diesem Gas zu betreiben, was ihnen auch relativ gut gelang. Die Gasmotoren wurden schnell weiterentwickelt und immer leistungsfähiger. Um die Jahrhundertwende baute man schon Gasmotoren mit zwischen 1 und 3000 PS. Felix Klümper aus Borken, ein Fachmann in Sachen Holzgasmotoren, stellte diesen vor und referierte in Dannenrod darüber.

Der Holzgaserboom verebbte erst Anfang der 1950er Jahre, als wieder genügend Diesel und Benzin aus den Zapfsäulen flossen. Nachdem die Holzkohle mittels eines Gebläses angefacht wurde, wird durch die Erwärmung dem Tankholz die Restfeuchte entzogen. Ab 280 Grad scheiden sich Teer und Kohlenwasserstoff ab und die Holzkohlebildung setzt ein. Dabei wird Wärme frei und bei 700 Grad ist dann die Holzkohlebildung beendet.

An der Herdoberkante gelangt die Holzkohle mit der durch Düsen einströmenden Luft in Berührung, wobei Kohlenoxyd und Kohlensäure entsteht. Dabei entstehen im Herd Temperaturen von rund 1200 Grad. Der Deutz-Gas-Standmotor wurde vor vielen Jahren von Richard Fleischhauer in einer alten Sägerei entdeckt und dann aufgearbeitet. Er lief vor zehn Jahren das letzte Mal. Nun hat Rudolf Fleischhauer den Standmotor zu den Ohmtalfreunden überstellt und es war die Probe aufs Exempel, ob der acht Tonnen schwere Koloss mit zwei Zylinder und 652 Kubikmeter Hubraum auch entsprechend startete. Auch Dieter Engel von der Interessengemeinschaft deutscher Sammler war gespannt. Dann wurden die Holzklötzchen zugeschnitten, das sogenannte Tankholz, und es wurde angezündet.

Nach einigen Fehlzündungen ratterte die Maschine unter dem Beifall der Interessierten. Zu Beginn qualmte es stark. Die Besucher waren begeistert, solch ein Ungetüm arbeiten zu sehen. Der Standmotor war früher in einem Sägewerk eingesetzt. Der Vorsitzende des Vereins, Werner Röhrig, war auch ganz stolz, als die Maschine endlich und wenn auch furchtbar laut knatterte.

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