Vogelsbergkreis

»Ihr seid Helden dieser Arbeit«

Mit einem aus etwa 50 Fahrzeugen bestehen Autokorso und einem tonnenschweren Radlager an der Spitze haben heimische Bauarbeiter am Freitag in der Gießener Innenstadt für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Der Protestzug startete an den Hessenhallen und ging dann - von mehreren Polizeifahrzeugen begleitet - über Rodheimer Straße und Nordanlage in die Walltorstraße vor das DGB-Haus. Dort fand eine Kundgebung statt. »Es ist bemerkenswert, unter welchen enorm schweren Bedingungen, auch bei größter Hitze über 30 Grad, ihr tätig seid. Ihr seid Helden dieser Arbeit! Das Umsatzniveau ist trotz Corona sehr hoch auf dem Bau, und deshalb sagen wir Ja zu 6,8 Prozent mehr Gehalt« rief Klaus-Dieter Körner, stellvertretender Regionalleiter der IG Bau Hessen, den Teilnehmern des Protestzugs zu. Am Gehalt lasse sich die Wertschätzung ablesen.
21. August 2020, 21:47 Uhr

Mit einem aus etwa 50 Fahrzeugen bestehen Autokorso und einem tonnenschweren Radlager an der Spitze haben heimische Bauarbeiter am Freitag in der Gießener Innenstadt für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Der Protestzug startete an den Hessenhallen und ging dann - von mehreren Polizeifahrzeugen begleitet - über Rodheimer Straße und Nordanlage in die Walltorstraße vor das DGB-Haus. Dort fand eine Kundgebung statt. »Es ist bemerkenswert, unter welchen enorm schweren Bedingungen, auch bei größter Hitze über 30 Grad, ihr tätig seid. Ihr seid Helden dieser Arbeit! Das Umsatzniveau ist trotz Corona sehr hoch auf dem Bau, und deshalb sagen wir Ja zu 6,8 Prozent mehr Gehalt« rief Klaus-Dieter Körner, stellvertretender Regionalleiter der IG Bau Hessen, den Teilnehmern des Protestzugs zu. Am Gehalt lasse sich die Wertschätzung ablesen.

Klaus-Dieter Körners Namenskollege Matthias Körner, Geschäftsführer des DGB Mittelhessen, sagte, es gehe in den Tarifauseinandersetzungen um das Gewicht der arbeitenden Menschen in diesem Land und »um die Zukunft von uns allen«. Er attestierte den Bauarbeitern, monatelang unter Volldampf zu arbeiten. »Das Stärkste, was die Schwachen haben, sind die Gewerkschaften«, sagte Matthias Körner. Nach der Kundgebung rollte der Protestzug über Asterweg, Nordanlage und Ostanlage an Rathaus und Elefantenklo vorbei zurück zu den Hessenhallen.

Veranstalter der Demo war die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (Region Hessen). Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt in der Branche. Mit ihrem Protest wollen die Bau-Beschäftigten, die durch ihre Arbeit den Bau-Boom auch in der Corona-Krise am Laufen halten, den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Trotz guter Wirtschaftslage hätten die Bauverbände in der seit Mai andauernden Tarifrunde noch kein Angebot vorgelegt, sagte Hannes Rosenbaum, Regionalleiter der IG BAU Hessen. Der Unmut auf den Baustellen werde deshalb immer größer.

Die IG BAU fordert ein Lohn-Plus von 6,8 Prozent, mindestens jedoch 230 Euro mehr im Monat. Azubis sollen 100 Euro mehr bekommen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,697919

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