Vogelsbergkreis

Bürger sollen die Quellen zählen

In den letzten Monaten hat die Arbeit der Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) nach eigenen Worten für den Schutz von Wasser und Natur in der Region sehr viel Zuspruch erhalten. Wie notwendig diese Solidarisierung sei, zeige sich auch in diesem Sommer wieder. Denn das mittlerweile dritte trockene Jahr im Großraum Vogelsberg lässt Bäche und Quellen in ungeahntem Umfang sterben. Auch für den Forst ist der fortgesetzte Wassermangel eine immer schlimmere Katastrophe. Zudem brechen die landwirtschaftlichen Erträge enorm ein.
09. August 2020, 19:24 Uhr
Redaktion
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Trockener Bachlauf. FOTO: PM

In den letzten Monaten hat die Arbeit der Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) nach eigenen Worten für den Schutz von Wasser und Natur in der Region sehr viel Zuspruch erhalten. Wie notwendig diese Solidarisierung sei, zeige sich auch in diesem Sommer wieder. Denn das mittlerweile dritte trockene Jahr im Großraum Vogelsberg lässt Bäche und Quellen in ungeahntem Umfang sterben. Auch für den Forst ist der fortgesetzte Wassermangel eine immer schlimmere Katastrophe. Zudem brechen die landwirtschaftlichen Erträge enorm ein.

Gleichzeitig aber werden von den großen Wasserwerken größtmögliche Grundwassermengen für den Export in den Ballungsraum abgepumpt. Deshalb sind in den entsprechenden Einzugsbereichen Gewässer, Nass- und Feuchtbiotope und das Grundwasser der Kommunen sowie der Land- und Forstwirtschaft besonders gefährdet. Die SGV kämpft intensiv dafür, dass die Fördermengen gerade in den sommerlichen Trockenperioden spürbar reduziert werden.

Dafür muss sie mit Fakten aufwarten. Um sich durchsetzen zu können braucht die SGV deshalb einen Überblick über die tatsächlichen Wasserverhältnisse vor allem im südöstlichen, südlichen und südwestlichen Vogelsberg, und in den sich daran anschließenden Gebieten im Main-Kinzig-Kreis, Wetteraukreis und Landkreis Gießen.

Leider seien die Daten, die seitens der Wasserwerke und der Behörden verfügbar gemacht werden, dafür nicht ausreichend und kommen mitunter mit Verzögerung an. Um zeitnah und wirkungsvoll Alarm schlagen zu können, brauche die SGV daher eigene Daten. Die SGV ruft daher die Bevölkerung dazu auf, die Gewässer und wasserabhängigen Biotope der Region zu beobachten. Besonders wichtig sind für die SGV Angaben über das Austrocknen von Gewässern und Biotopen sowie über das Versiegen von Quellen.

Am besten mit Foto

Je öfter solche Beobachtungen erfolgen, desto besser kann die SGV die Entwicklung der Wasserverhältnisse dokumentieren und als Beweismittel nutzen. Informationen, die an die SGV geschickt werden, müssen eine genaue Angabe des jeweiligen Standortes, das Datum der Beobachtung und wenn möglich ein Foto des Zustandes enthalten.

Für mögliche Rückfragen Namen und Ihre Telefonnummer/E-Mail-Adresse angeben. Am besten lassen sich Beobachtungen auswerten, die per E-Mail an die Adresse info@sgv-ev.de geschickt werden. Die Postadresse der Geschäftsstelle lautet Goethestraße 4, 63679 Schotten.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,695733

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