Vogelsbergkreis

Krater statt altem Öltank

Es ähnelt einem Krater, das tiefe Loch auf dem Marktplatz, das sich seit Kurzem vor dem Weinhaus auftut. Dort haben die Bauarbeiter in diesen Tagen einen alten Öltank aus den 1950er Jahren freigelegt und entfernt. Das gute Stück hat einst 30 000 Liter Öl gefasst, um damit die Heizung im Gebäude der Alsfelder Stadtverwaltung zu versorgen. 1983 wurde der stattliche und zwölf Meter lange Vorratsbehälter dann stillgelegt, wie Bürgermeister Stephan Paule sagt.
03. August 2020, 21:53 Uhr
Joachim Legatis
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Eine tiefe Grube entsteht auf dem Marktplatz Alsfeld, als ein alter Öltank aus dem Untergrund herausgeholt wird. FOTO: JOL

Es ähnelt einem Krater, das tiefe Loch auf dem Marktplatz, das sich seit Kurzem vor dem Weinhaus auftut. Dort haben die Bauarbeiter in diesen Tagen einen alten Öltank aus den 1950er Jahren freigelegt und entfernt. Das gute Stück hat einst 30 000 Liter Öl gefasst, um damit die Heizung im Gebäude der Alsfelder Stadtverwaltung zu versorgen. 1983 wurde der stattliche und zwölf Meter lange Vorratsbehälter dann stillgelegt, wie Bürgermeister Stephan Paule sagt.

Bevor die lange Röhre geborgen werden konnte, holte eine Fachfirma zunächst den Sand heraus, mit dem der Tank aufgefüllt worden war. Mit Wasser haben die Arbeiter den mit Ölresten verschmutzten Sand gelöst und das Gemisch anschließend abgesaugt.

Nun untersuchen Mitarbeiter der archäologischen Baubegleitung den Untergrund auf mögliche Relikte alter Bauten. »Bislang wurde aber nichts Besonderes gefunden«, betont Paule. Einige Steine sind nun freigelegt, die früher einmal als Pflasterung oder als Begrenzung für das Rinnsal des Liederbachs dienten. Das sei aber nicht vergleichbar mit dem spektakulären Fund von Grundmauern, die im 15. Jahrhundert vermutlich das alte Rathaus getragen haben.

Mit den Arbeiten geht die umfangreiche Sanierung des Marktplatzes weitgehend planmäßig voran. Dabei werden Leitungen und Kabel im Untergrund erneuert und die Pflasterung im Randbereich mit glatteren Oberflächen angelegt. Dadurch sollen Menschen mit Gehbehinderung den Platz leichter passieren können. In der Vergangenheit gab es viel Protest, weil der alte Basaltbelag bei Regen und Eis sehr rutschig wurde. Zudem sind die alten Steine so uneben, dass Gehbehinderte leicht ins Straucheln geraten. Die Bauarbeiten im unteren Platzbereich sind weitgehend abgeschlossen. Ein überfahrbares Wasserspiel wurde angelegt. Die Tiefbau- und Pflasterarbeiten spielen sich nun im oberen Bereich an der Einmündung der Obergasse ab. Wegen Bauarbeiten in der Fulder Gasse ist die Zufahrt versperrt.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,694750

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