21. Juli 2020, 21:30 Uhr

Bauwunder der Vergangenheit

21. Juli 2020, 21:30 Uhr
Die alte imposante Holzuhr bleibt erhalten. Sie zeigt den Menschen schon seit Jahrhunderten die Zeit an. Pfarrerin Kerstin Kiehl überzeugt sich hier vom Zustand der Uhr. FOTO: SF

Die Kirche in Groß-Eichen ragt über das Dorf und man sieht den Turm von allen Seiten. Doch im Moment ist er verhüllt, denn es finden Renovierungsarbeiten statt. Die barocke Saalkirche wurde in den Jahren von 1746 bis 1747 erbaut. Im Osten hat sie eine sogenannte Welsche Haube.

Zu den bedeutenden Inventarstücken der Kirche gehören ein spätgotischer Taufstein aus der Zeit um 1500 und eine Orgel von Philipp Ernst Wegmann aus dem Jahr 1771. Aktuell läuft der erste Renovierungsabschnitt.

Oft noch guter Erhaltungszustand

Dieser Tage bestaunten Thomas Lang von der Kirchenbauabteilung in Friedberg und Tim Schrader (Bezirkskonservator der Landes-Denkmalspflege) den Kirchturm. Noch liegt das Gebälk ziemlich offen und man kann einen guten Einblick in die historische Gebäudesubstanz erhalten.

Zimmermeister Martin Bäumel von der Firma Kaps gab einige Erklärungen dazu ab. Er selbst ist erstaunt über den guten Erhaltungszustand mancher Teilstücke des Kirchturms. Sie stammen, das kann man an den alten Techniken festmachen, sicherlich noch aus dem Jahr 1640. Architektin Stefanie Muskau vom Architekturbüro Seidel und Muskau führt die gesamte Baubetreuung, und auch sie macht sich immer wieder ein genaues Bild vom Baufortschritt. Kirchenbaudirektorin Margrit Schulz von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aus Darmstadt machte sich ebenfalls ein Bild von dem Objekt. Fast ein kleines Wunder ist die alte Holzuhr, die den Menschen schon vor Jahrhunderten die Zeit anzeigte. Sie wird auch erhalten bleiben, aber wieder im Hintergrund verschwinden. So bleibt das Holz trocken und geschützt. Man kann sogar ganz komfortabel per Aufzug in die »Vergangenheit reisen«.

Froh über Förderung

Für nicht Geübte wäre es sonst kein leichtes Unterfangen, den Kirchturm zu besteigen. Pfarrerin Kerstin Kiehl macht sich von Zeit zu Zeit auch gerne ein Bild von den Sanierungsfortschritten. Bis Oktober dieses Jahres soll dieser Teilabschnitt beendet sein. Im nächsten Jahr, also im zweiten Abschnitt, wird das komplette Kirchendach dann neu eingedeckt und der Dachstuhl wird renoviert. Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 600 000 Euro. Für diesen Turmabschnitt konnte vom Landesamt für Denkmalpflege ein Zuschuss von 100 000 Euro an Förderung generiert werden, worüber die Kirchengemeinde ausgesprochen froh ist.

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