13. Mai 2020, 21:32 Uhr

Kreis will minderjährige Flüchtlinge aufnehmen

13. Mai 2020, 21:32 Uhr

»Schon Ende April hat der Vogelsbergkreis signalisiert, dass wir Kapazitäten zur Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge aus griechischen Lagern haben«, sagt Landrat Manfred Görig und reagiert auf Aussagen der der Linken und der AfD.

Zunächst haben die Linken angekündigt, einen Antrag in die nächste Kreistagssitzung einzubringen. Im Rahmen des Aktionsbündnisses »Sicherer Hafen« solle sich der Vogelsbergkreis zur Aufnahme von Menschen bereit erklären. Dann hatte sich die AfD gegen die Aufnahme ausgesprochen. »Wir haben uns darauf verständigt, dass wir uns auf Kinder konzentrieren wollen, die dringend die Lager verlassen müssen. Dem Landkreistag haben wir daher auf eine entsprechende Anfrage mitgeteilt, dass wir zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufnehmen können«, betont Görig. »Im Sinne der Menschlichkeit bieten wir eine pragmatische Lösung an, die wir leisten können.«

Minderjährige Flüchtlinge werden nicht in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, sondern in altersgerechten Jugendwohngruppen, erklärt Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak (CDU). »Diese Plätze können wir zur Verfügung stellen.« »Im Moment haben wir eine noch nie da gewesene Problematik, die wir lösen müssen: die Corona-Pandemie. Diese Arbeit genießt seit Wochen oberste Priorität«, sagt Landrat Görig. Dennoch verweist er darauf, dass das Virus auch in Flüchtlingslagern grassiert. »Da möchten wir Hilfe anbieten und unbegleitete Kinder aufnehmen.« »Wir haben der Landesregierung unsere Bereitschaft signalisiert, die Entscheidung, ob uns minderjährige Flüchtlinge zugewiesen werden, liegt nicht bei uns«, erklärt Mischak.

»Brauchen noch freie Betten«

Görig weist zudem darauf hin, dass die generelle Zuweisung von Flüchtlingen ausgesetzt war und erst seit Mai wieder anläuft. »Wir brauchen für die, die kommen, auch freie Plätze, von daher müssen Kapazitäten vorgehalten werden.« Im Moment kommen etwa drei bis fünf Flüchtlinge pro Woche in den Vogelsbergkreis. Dafür sind die noch vorhandenen freien Betten notwendig. »So hat der Vogelsbergkreis freie Plätze in seinen Gemeinschaftsunterkünften, für die er zahlen muss. Jedoch laufen Verträge mit Betreibern von Gemeinschaftsunterkünften aus und werden nicht verlängert. In der Summe sind dann noch 31 Betten frei, die wie beschrieben benötigt werden.« Eine Entscheidung, ob man dem Netzwerk »Sicherer Hafen« beitritt, treffe allein der Kreistag.

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