08. Mai 2020, 22:27 Uhr

Hexen, Teufel und Kurioses

08. Mai 2020, 22:27 Uhr
Stadtarchiv und Albert-Schweitzer-Schule haben eine »magische Broschüre« für die Alsfelder und ihre Besucher vorgelegt. Zeichnungen und Berichte lassen Stadtgeschichte lebendig werden. FOTO: PM

Nachdem Stadtarchivar Michael Rudolf mit Schülern der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule im vergangenen Jahr das Thema des Dreißigjährigen Krieges aufgegriffen hatte, ist ein weiteres Gemeinschaftsprojekt entstanden. Die 68 Seiten umfassende und mit Bildern versehene Broschüre heißt »Von Hexen, Teufel und anderem Kuriosen - ein Alsfelder Stadtrundgang zwischen den Welten«.

Die Broschüre ist mit ihren zwölf Stationen als Stadtrundgang konzipiert und vermittelt in Wort und Bild, wie »Hexen und Teufel einst die Alsfelder »das Fürchten lehrten«. Die Broschüre, von der Heinz-und-Gisela-Friederichs-Stiftung gefördert, begibt sich auf die Spuren des »Dämonischen«, des »Magischen« und des »Zauberhaften«. Sei es das wilde Treiben der Teufel im Alsfelder Passions- und Weihnachtsspiel, die Untersuchungen, die einst Magister und Pfarrer Georg Eberhard Happel vor allem gegen die der Zauberei verdächtigen Frauen geführt hat, das Verhör und die Hinrichtung eines »Zauberers«, die erstaunliche Geschichte des Mädchens Lisa und ihre Teilnahme am Hexensabbat sowie die Versuchung eines Hirtenknaben durch den bösen Geist. Leser werden in eine heute fremde, oft unverständliche und zugleich erschreckende Vergangenheit mitgenommen. Himmelserscheinungen, Heilkundige, Sittenverstöße und Ausgrenzung, die Rolle der Scharfrichter und Wasenmeister sowie der Abwehrzauber an manchen Fachwerkhäusern stehen im Zentrum dieses schaurigen Rundgangs durch Alsfeld.

Bürgermeister Stephan Paule spart nicht mit Lob für die Leistungen: »Dankenswerterweise haben sich die Schüler mit Stadtarchivar Michael Rudolf diesem Kapitel angenähert und es aufgearbeitet. Ich freue mich sehr, dass sich junge Leute für solche Themen und Projekte begeistern können, denn auch diese dunklen Zeiten dürfen nicht in Vergessenheit geraten.«

Das bestätigt auch Schulleiter Christian Bolduan: »Mit der Broschüre versuchen Schüler, Licht in eine dunkle Epoche zu bringen.« Die Geschichte des Hexen- und Teufelsglaubens in Alsfeld lebt in der Broschüre jedoch nicht nur durch das Wort allein. Die eindrucksvollen Zeichnungen von Ellinor Rahel Wahby, Melissa Richter, Salome Elisabeth Hofmann, Louise Lanz, Helena Bauer, Thirza Reibeling, Paulina Eifert, Sandi Czupalla und von Referendarin Leandra Arlene Pohlai erwecken das Gesagte zum Leben und ermöglichen, dass die Zeitläufte stärker nachempfunden werden können. Die Postkarten Andreas Lenths und die aktuellen Fotos Christian Ermels bereichern die Broschüre zudem. Shary Bücking ist es gelungen, ein passendes Layout zu finden. Projektleiter Michael Rudolf dankt allen Beteiligten, die es ermöglichten, die Broschüre herausgeben zu können und denen, die mit großer Motivation daran gearbeitet haben. Rudolf betont, dass der Hexen- und Teufelsglauben »ein wichtiges Phänomen der Vergangenheit ist«. Auf die heutige Zeit übertragen, seien immer noch existente Stereotypen zu erkennen wie Gewalt, Ausgrenzung und Verrohung sowie das Ziel, »Feindbilder« zu identifizieren.

»Hexenmahl« im September

Ursprünglich sollte ein öffentlicher Rundgang Interessierten Einblicke in die Alsfelder Geschichte des Hexen- und Teufelsglaubens geben, woran sich ein Theaterspiel der Schüler mit der Unterstützung des Magistrates, der Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings sowie des Fördervereins der Albert-Schweitzer-Schule anschließen sollte. Zur Abrundung der Veranstaltung war für den 30. April noch an ein »Hexenmahl und eine Hexenwanderung« gedacht.

Nun hoffen die Initiatoren, dass die Veranstaltung anlässlich der »Zauberhaften Nacht« am 26. September nachgeholt oder im nächsten Jahr stattfinden kann. Alsfelder und Touristen dürfen sich aber auf die Hexen-Broschüre freuen, die im Tourist Center unter 06631/182-165 bzw. tca@alsfeld.de angefordert werden kann, um schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das Spektakel zu bekommen. D

Der geführte Rundgang wurde bereits in das touristische Angebot der Stadt Alsfeld aufgenommen und kann, sobald Führungen wieder erlaubt sind, gebucht werden.

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