05. Mai 2020, 22:03 Uhr

Krise als Chance zur Umkehr?

05. Mai 2020, 22:03 Uhr
Digitale Klima-Demo mit Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (oben) bei der Online-Konferenz. FOTOS: PM

Eine digitale Klimademonstration - was muss man sich darunter vorstellen? Stattgefunden hat das Ganze in Form einer großen Videokonferenz mit rund 100 Teilnehmern - mit dabei waren unter anderem Pfarrer, zahlreiche Interessierte aus der Kirchenverwaltung, aus Kindertagesstätten, den EKHN-Zentren sowie aus Kirchengemeinden. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Demonstrationsplakate als Hintergrundbild einzustellen. Moderiert wurde die Konferenz von Cassandra Silk, Klimaschutzmanagerin im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung. Damit es kein Durcheinandergerede gab, stellte die Moderatorin alle auf Stumm und schaltete die Sprachfunktion nur bei der Person frei, die einen Gesprächsbeitrag vorbereitet hatte.

Zunächst sprachen Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Ökumene, und Christian Schwindt, Leiter des Zentrums für gesellschaftliche Verantwortung, Grußworte. Schwindt gab zu bedenken, dass »uns bewusst sein muss, dass uns die Schöpfung nicht gehört. Deshalb müssen wir sie schützen und nicht zerstören - wir sind alle gleichermaßen gefordert.« Detlev Knoche berichtete von den weltweiten Partnerkirchen: »Schon lange wird uns aus Afrika, Indien oder Indonesien berichtet, wie sehr der Klimawandel dort bereits zu spüren ist - in Form von Ernteausfällen oder Korallenzerstörung zum Beispiel. Es ist eine Herausforderung für uns alle auf der ganzen Welt.«

Zunächst ordnete Pfarrer Dr. Hubert Meisinger die Klima-Demo ein und betonte: »Für Klimaschutz einzustehen setzt voraus, in allem, auch in der Schöpfung, seinen Nächsten zu sehen. Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sollten zum Prinzip allen Handelns werden - und die Zeit drängt, trotz Corona.« Meisinger: »Es geht darum, nachfolgenden Generationen ein gutes Leben zu erhalten.«

Martin Heine und Matthias Bilding von der Kirchengemeinde Bad Schwalbach stellten den »Grünen Hahn« vor - die auf kirchliche Bedürfnisse zugeschnittene Form des Öko-Audits nach der EU-Norm EMAS. Diese EU-Norm ist eine freiwillige Umweltzertifizierung für Unternehmen und Organisationen. Betrachtet werden vor allem die Bereiche Energie, Wasser, Einkauf, Abfall, Mobilität und Biodiversität. Zuletzt folgte ein Impulsbeitrag in Form eines selbstgedrehten Kurzfilms von Dekanatsjugendreferentin Kristina Eifert und Sophie Schramm vom gemeindepädagogischen Dienst des evangelischen Dekanats Vogelsberg. In dem Video geht es um die Motivation des Dekanats, sich dem Thema Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu widmen. »Wir wollen viel draußen sein mit Kindern und Jugendlichen und für sie Räume schaffen, in denen sie entdecken und experimentieren können.« Praktisch wird dies im Dekanat zum Beispiel umgesetzt durch die Jugendklimakonferenz, die in Hopfmannsfeld stattfand, durch das Projekt »Klimakids« im Gemeinschaftskarten in Angersbach, die Wanderausstellung Eco City zum nachhaltigen Konsum und durch die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Eifert betont: »Im Klimathema steckt viel Power, die es zu unterstützen gilt. Klimaschutz ist eine Mammutaufgabe mit vielen Rückschlägen - aber es lohnt sich.«

Wichtige Arbeit der Jugendlichen

Die Dekanatsmitarbeiter, die an der Demo teilnahmen, zeigten sich beeindruckt von der digitalen Klima-Demo, so Gemeindepädagoge Holger Schäddel: »Der Zeitpunkt vor der ›Fridays for Future‹-Demo war gut gewählt, die Themen waren abwechslungsreich und gut verteilt, ein biblischer Bezug wurde hergestellt und somit der Auftrag der Bewahrung der Schöpfung unterstrichen und aktualisiert. Ich fand das prima und lohnend für mich und für die kirchliche Arbeit.« Auch Kristina Eifert war begeistert und freute sich über das positive Feedback zu ihrem und Sophie Schramms Kurzfilm: »Ich finde es toll, wie viele Erwachsene sogar in der Corona-Krisenzeit dem jugendlichen Aufruf zur digitalen Netzdemonstration gefolgt sind.« Der digitale Raum im Rahmen der Klima-Demo war für Eifert ein »beeindruckendes demokratisches Erlebnis auf einer gleichberechtigten Augenhöhe« gewesen. »Es wurde deutlich, dass der momentane gesellschaftliche und globale Stillstand nicht für die Klimakrise gilt. Es könnte eine große Chance sein, aus Borniertheiten auszubrechen und neue Wege zu gehen.« Zudem sei die Tatsache, dass das evangelische Dekanat Vogelsberg »überdurchschnittlich präsent« war, »ein Zeichen für die Relevanz des Themas - auch insbesondere für ländliche Räume.« Eifert weiter: »Ich finde es toll, dass es so vielfältiges Engagement auch in allen Regionen unserer Landeskirche und darüber hinaus gibt und dass auch die Kirchenleitung dem Thema Nachhaltigkeit großes Interesse und Ernsthaftigkeit widmet.«

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