01. April 2020, 08:20 Uhr

Coronakrise

Nur wenige Kinder in der Notbetreuung

Die Notbetreuung in Schulen, Krabbelgruppen und Kitas wird nur in geringem Umfang in Anspruch genommen. Das zeigt eine kleine Umfrage.
01. April 2020, 08:20 Uhr
An der Gesamtschule Mücke läuft keine Notbetreuung von Schülern, weil kein Bedarf angemeldet ist. FOTO: KS

Die Notbetreuung ist als Entlastung von Eltern gedacht, die in Krankenhäusern, Pflegeheimen, bei der Polizei oder der Feuerwehr unentbehrlich sind. Deshalb stehen in Kindertagesstätten und Schulen Betreuungsplätze bereit, die im Kreis bisher allerdings deutlich weniger beansprucht werden als angenommen. »Die Eltern sind sehr verantwortungsbewusst und tragen die Einschränkungen durch Corona mit«, fasst es Mückes Bürgermeister Andreas Sommer zusammen.

In Homberg sieht es ähnlich aus. So berichtete Bürgermeisterin Claudia Blum, die Notbetreuung sei gut angelaufen. Jeweils eine Gruppe sei in der Kindertagesstätte in Nieder-Ofleiden und im Krabbelhaus in Homberg eingerichtet worden. In Nieder-Ofleiden wurden in der vergangenen Woche zwei Kinder betreut, vier sind angemeldet. Im Krabbelhaus wurden vier Kinder betreut, dort waren fünf angemeldet.

Zu Beginn der Einschränkungen hatten Blum und die Leiterinnen befürchtet, dass die Eltern so schnell keine Betreuung zu Hause realisieren können: »Aber das hat gut geklappt«. Die Eltern hätten oft innerhalb kürzester Zeit Lösungen für die Betreuung ihrer Kinder gefunden und diese Ausnahmesituation gut gemeistert.

Das äußert sich auch in den Anrufen im Rathaus: »Bei mir sind keine Reaktionen angekommen bis auf den Wunsch des Elternbeirats Krabbelhaus, die Kita-Beiträge auszusetzen«, sagt Blum. Darüber berät der Magistrat am Dienstag.

In der Ohmtalschule Homberg sind tageweise ein bis zwei Kinder in der Betreuung, An manchen Tagen sei auch mal gar kein Bedarf da, hieß es im Sekretariat der Schule. Das gilt auch für die Grundschule Homberg, wo »einzelne Kinder« angemeldet sind. Die Eltern zeigten sich jedenfalls »überaus verständnisvoll« für die besondere Lage.

An der Gesamtschule Mücke läuft keine Notbetreuung, weil kein Bedarf angemeldet ist. Die Schule hat auf der Internetseite das Anmeldeverfahren erläutert, so ist eine Bescheinigung des Arbeitgebers nötig, wie Schulleiter Gustl Theiß erklärt. Für den Fall der Fälle stehen Kolleginnen und Kollegen bereit, um Kinder in der Schule zu betreuen, das bietet die Mücker Schule sogar für die Osterferien an.

Die Lehrer der Schule sind gut ausgelastet mit der Betreuung der Schüler über die Lernplattform IServ. »Das ist viel Arbeit, zum Teil mehr als beim üblichen Unterricht«, sagt Theiß. Denn sie müssten die Aufgaben stellen und nachher die Beiträge der Kinder und Jugendlichen »individuell bearbeiten«.

Immerhin funktioniert das Computersystem inzwischen ausgesprochen gut. Anfangs war der Server überlastet, das sei schnell behoben worden. In den sechs Kindertagesstätten der Gemeinde Mücke ist die Lage »ganz unterschiedlich«, sagt Bürgermeister Sommer. Manche bilden kleine Gruppen, andere haben keine Anmeldungen für die Notbetreuung.

Lehrer sind gut ausgelastet

So können in der Kita Merlau 15 Kinder eine Notbetreuung in Anspruch nehmen, »es kommen aber nur drei«. Anfangs galt die Notbetreuung nur für Eltern, bei denen beide Partner in systemkritischen Berufen tätig sind, inzwischen auch bei einem Elternteil. Das hat bei Aktiven der Feuerwehren zu einigen Nachfragen geführt, am Ende wurden auch Aktive der freiwilligen Feuerwehren mit einbezogen, sagt Sommer.

Überaus positiv erlebt Sommer die Reaktionen der Mücker Eltern: »Die tragen das mit«. Auch die übrige Bevölkerung in der Kommune sei sehr einsichtig in dieser außergewöhnlichen Situation. Die Menschen würden verstehen, dass es um die Gesundheit vieler geht.

So sei das öffentliche Leben weitgehend auf Null gefahren, was für einen wirksamen Schutz vor Infektionen positiv ist.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Claudia Blum
  • Claudia Blum (Homberg)
  • Gesamtschule Mücke
  • Homberg
  • Kindertagesstätten
  • Polizei
  • Sommer
  • Umfragen und Befragungen
  • Vogelsberg
  • Vogelsbergkreis
  • Joachim Legatis
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.