31. März 2020, 21:37 Uhr

Rotmilan beginnt mit Brut

31. März 2020, 21:37 Uhr
Majestätischer Vogel: Ein Rotmilan auf der Suche nach Nahrung. FOTO: PM

Der Rotmilan mit einer Flügelspannweite von etwa 1,60 Metern und seinem tiefgegabelten rostroten Schwanz gehört zu den Charaktervögeln des Vogelsberges. Verwechslungsmöglichkeiten gibt es mit dem deutlich dunkleren Schwarzmilan.

Den Winter verbringen unsere Milane wohl in Frankreich und Spanien. In diesem Jahr sind die meisten Mücker Milane schon in der ersten Februarwoche zurückgekehrt. Als relativ reviertreue Vögel brüten die Milane häufig über viele Jahre im selben Waldgebiet; auch über viele Jahre mit demselben Partner.

Dabei können sie ein Alter von über 20 Jahren erreichen. In der Gemeinde Mücke brüten aktuell etwa zwölf Rotmilanpaare, hat Olaf Kühnapfel von der Ortsgruppe Wettsaasen des Naturschutzbundes (NABU) beobachtet.

Gefahr durch Windkraftanlagen

Pro Jahr zieht jedes Paar durchschnittlich etwa ein bis zwei Junge groß, die Ende Juni den Horst verlassen. Angewiesen sind die Vögel auf störungsfreie Altholzbestände, in denen sie ihren Horst bauen, umgeben von offenen Landschaftselementen, wie Wiesen, Weiden, Hecken und Äckern. Die Milane sind typische Grenzgänger beziehungsweise Grenzflieger.

Auf ausgedehnten Suchflügen spähen sie segelnd und gleitend entlang von Wegrändern, Hecken, Straßenrändern und frischen Mähwiesen nach Nahrung. Auch die Dörfer werden regelmäßig abgesucht. Aktiv erbeuten Milane vor allem Kleinsäuger, wie Mäuse, verschmähen aber auch kein Aas. Gerade im März und April kann man die Milane auch bei der Regenwurmjagd auf Äckern beobachten. Die Regenwürmer werden im Suchflug erspäht oder zu Fuß erbeutet. Es wird vermutet, dass die Regenwürmer wichtigen Kalk für die Ausbildung der Eierschalen liefern.

Eine Gefahr geht für diese Segelflieger laut Kühnapfel von Windenergieanlagen aus. Bei entsprechendem Wind betrage die Rotorgeschwindigkeit an der Rotorflügelspitze weit über 100 km/h.

»Die Vögel sehen den Rotor nicht kommen und können, wenn ihre Segelbahn den Radius der Rotoren kreuzt, von diesen erschlagen werden«. Allein für die zehn Windenergieanlagen »Alte Höhe« bei Wohnfeld seien seit 2011 sieben tote Milane als Zufallsfunde registriert; für Hessen seien es derzeit 61 tote Rotmilane.

Um das Tötungsrisiko gering zu halten, sollen in Hessen die Windenergieanlagen einen Mindestabstand von 1000 Metern zum nächsten Horst der Milane nicht unterschreiten. Die Milane haben aber auch mit der Intensivierung der Landwirtschaft zu kämpfen, was eine Verringerung ihrer Nahrungsbasis nach sich zieht. Raps- und Maisäcker zum Beispiel blockierten über lange Zeit jeden Zugang zu möglicher Nahrung auf diesen Flächen. Den Mähwiesen und den Feldwegen komme hier eine besondere Bedeutung zu.

In Deutschland brüteten etwa 50 Prozent der Weltpopulation der Rotmilane und Hessen bilde einen Siedlungsschwerpunkt in Deutschland. »Wir tragen also eine besondere Verantwortung für diesen beeindruckenden Vogel im Vogelsberg«, so Olaf Kühnapfel vom NABU.

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