27. März 2020, 21:56 Uhr

Ringen um Dorfentwicklung

27. März 2020, 21:56 Uhr
Das alte Gefrierhaus soll nach Ansicht des Ortsbeirats Erbenhausen abgerissen werden, um mehr Platz für Spielgeräte zu haben. FOTO: JOL

Der Ortsbeirat Erbenhausen erwartet mehr Geld von der Stadt Homberg, um die Lebensumstände in dem kleinen Stadtteil zu verbessern. Dagegen steht der Zwang zu sparen, denn der Haushalt der Kommune läuft in diesem Jahr auf ein Millionendefizit hinaus. In diesem Spannungsfeld debattierten dieser Tage die Vertreter des Ortsbeirats mit Bürgermeisterin Claudia Blum über Maßnahmen auf dem Friedhof, am Spielplatz und am Gemeinschaftshaus.

»Wir sind bereit, Eigenleistung einzubringen, das haben wir in den vergangenen Jahren auch gezeigt«, fasst Ortsvorsteher Willi Österreich die Stimmung im Ortsbeirat zusammen, man erwarte aber »ein Entgegenkommen der Stadt«. Klaus Sens meint, es sei demotivierend für den Ortsbeirat, Vorschläge für eine gute Lebensqualität im Dorf zu machen und dann würden sie nicht umgesetzt.

Ein Diskussionspunkt ist der Hauptweg im Friedhof. Die Asphaltdecke ist an einigen Stellen eingefallen, weil der Untergrund nachgegeben hat, wie Österreich erläutert. Deshalb soll dort ein Kiesweg entstehen, der leichter auszubessern ist. Für diese Arbeiten braucht man einen Bagger, um die Asphaltschicht zu entfernen und Menschen, die Randsteine fachgerecht setzen können. »Da hat sich seit drei Jahren nichts getan, das ist überfällig«, sagt Sens.

Bürgermeisterin Blum verweist darauf, dass die Kosten hierfür auf gut 50 000 Euro geschätzt werden. Mit weiteren Maßnahmen im Dorf komme man auf 100 000 Euro, das sei bei einem Haushalt mit einem Defizit von rund einer Million Euro »nicht darstellbar«. Es gehe auch um Gleichbehandlung, so hätten die Büßfelder im Vorjahr den Friedhofsweg in Eigenleistung gepflastert, in Schadenbach war die Dorfgemeinschaft ebenso aktiv.

In Erbenhausen seien vor gut drei Jahren viele Maßnahmen umgesetzt worden, als die 800-Jahrfeier anstand. Die Stadt könne nicht jeden der 14 Stadtteile mit hinreichenden Mitteln für alle gewünschten Maßnahmen ausstatten, sagt Blum. Vielmehr würden diejenigen bevorzugt, in denen besondere Veranstaltungen anstehen. So eine größere Baumaßnahme »fällt leichter, wenn Eigenleistung erfolgt und die Stadt steuert das Material bei«.

Worauf sich Ortsbeirat und Bürgermeisterin schnell verständigten, war die Pflege des Friedhofs. Dort soll der Bauhof Fällarbeiten von Tuja-Bäumen, Ausbesserung des Zauns und Bepflanzungen umsetzen. Das Auslichten von Hecken wurde im Vorjahr bereits angegangen.

Für Erweiterung des Spielplatzes

Weiterhin offen ist, wann das alte Gefrierhaus abgerissen wird. Der Ortsbeirat meint, das solle in diesem Jahr geschehen. Claudia Blum sieht keine zwingende Notwendigkeit, das sofort anzugehen. Seit Auflösung der Gefriergemeinschaft steht das Häuschen leer. Bereits für den Haushalt 2019 hat der Ortsbeirat den Abriss beantragt, das wurde nun erneuert, sagt Österreich. Ziel ist es, mehr Platz für den Spielplatz zu bekommen. Denn in dem 270-Seelen-Dorf lebten über 30 Kinder, darauf sei man sehr stolz.

Dabei geht es um 10 000 bis 20 000 Euro für Abriss und Entsorgung, wendet Blum ein. Das Gebäude sei nicht baufällig, es könne auch später niedergelegt werden. In der Sitzung des Ortsbeirats schlug ein Besucher vor, er könne einen Kostenvoranschlag machen, damit man sehe, was realistisch ist. Blum meinte, über den Abriss sei noch nicht entschieden: »Der ist denkbar, wenn er in einem gewissen Rahmen bleibt«.

Eine Erweiterung des Spielplatzes liege ihr am Herzen, Blum regte ein Treffen mit Eltern an, um über die Wünsche zu sprechen. Ein neues Spielgerät sei machbar.

In der Diskussion bleibt auch die Renovierung der Wohnung am Gemeinschaftshaus. Problem ist dort die nicht zeitgemäße Ofenheizung, wie Österreich erläutert. Der Ortsbeirat plädiert für einen Anschluss an die Heizung des Gemeinschaftshauses. Das soll nun geprüft werden. Wenn die Wohnung vermietet ist, wird auch das dazugehörige Grundstück wieder gepflegt, zurzeit ist es ein Schandfleck.

Ein Fazit des Gesprächs für Ortsbeirat Karl Burchardt ist, dass viele Mittel der Kommune in die Unterhaltung der Infrastruktur gesteckt wird. Dadurch sei der größte Teil des Geldes für Reparaturen an Kanalleitungen und Gemeindestraßen sowie die Pflege der Grünflächen gebunden.

Das bestätigt Claudia Blum. Bei der aktuell knappen Kassenlage habe die Stadt wenig Spielraum für Baumaßnahmen. »Wir müssen im Haushalt auf die Bremse treten«, da seien kreative Lösungen mit Eigenleistung gefragt.

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