09. März 2020, 10:00 Uhr

Jagdgenossen alarmiert

Wölfin reißt sieben Rehe bei Stumpertenrod

Im Vogelsberg hat sich eine Wölfin angesiedelt, das spüren die Landwirte in Stumpertenrod deutlich. Sieben Rehe hat das Raubtier gerissen, darüber wurde nun in der Versammlung diskutiert.
09. März 2020, 10:00 Uhr
Die Vogelsberger Wölfin (oben ein Tier aus dem Wildpark Neuhaus) reißt im Bereich Stumpertenrod mehrere Rehe. Die Jagdgenossen diskutieren über das Thema, weil die Wölfin inzwischen ansässig geworden ist. FOTO: DPA

Hessen ist seit dem 12. Januar diesen Jahres offizielles Wolfsgebiet. Dies haben das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie sowie Umweltministerin Priska Hinz jüngst bestätigt. Dass dies im vollen Umfang auf die Feldataler Gemarkung Stumpertenrod zutrifft, war nun dem Bericht der Jagdpächter bei der Hauptversammlung der Jagdgenossenschaft im Dorfgemeinschaftshaus zu entnehmen. So wurden von der Wölfin seit Mai 2019 bis jetzt insgesamt sieben Stück Rehwild gerissen. Vier Stück im Vorjahr und bereits drei Stück im Januar und Februar diesen Jahres. Die Wölfin ist aber nicht nur im Revier Stumpertenrod tätig, auch im benachbarten Unter-Seibertenrod hat sie im Vorjahr bereits ihre Spuren hinterlassen (wir berichteten bereits).

Sichtungen eines Wolfes gibt es schon seit Dezember 2018 im Raum Ulrichstein, Lautertal und Feldatal. Die jetzt sesshafte Wölfin GW 1166f wurde erstmalig nahe Bad Hersfeld per Gennachweis an einem Reh registriert. Dann sei sie in den Vogelsberg weitergezogen, so die Erkenntnisse des Landesamts für Naturschutz, Umwelt, Geologie.

Bedingt durch die sieben Wolfsrisse und weitere sieben Stück Fallwild bei Rehen konnten von den Beständern nur 19 Rehe geschossen werden. Eine gute Bilanz gab es für beiden Jagdpächter Philipp Frank und Tom Franziskus Koop mit Berufsjäger Reiner Schneider jedoch beim Schwarzwild. Von ihnen wurden 24 Stück und im Nachbarrevier Köddingen 29 Stück zur Strecke gebracht. Die weitere Strecke waren 14 Füchse, acht Dachse, 46 Waschbären und sechs Nilgänse.

Nach dem Bericht der Jagdpächter folgte eine Diskussion zum Thema Wolf. Hierbei wurde bedauert, dass meist die Stadtbevölkerung darüber entscheide, was auf dem Land passiert.

Zu Beginn der Hauptversammlung hatte Jagdvorsteher Michael Semmler mitgeteilt, dass alle Beschlüsse aus dem Vorjahr umgesetzt sind. An Versammlungen von Hegegemeinschaft und Kreisjagdverband nahm man teil.

Zur Verwendung der Jagdpacht 2020 wurde beschlossen, dem Ortsbeirat für verschiedene Renovierungsarbeiten einen Zuschuss zu überlassen und auch weiterhin die Bezahlung des Wassergeldes für das Weidevieh zu übernehmen. Nachdem im Vorjahr für das Dorfgemeinschaftshaus neue Vorhänge angeschafft wurden, soll in diesem Jahr der Austausch der Beleuchtung in LED-Leuchtkörper erfolgen. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme bezifferte der Jagdvorsteher mit 2 800 Euro. Davon genehmigte die Hauptversammlung 1 500 Euro, die Restfinanzierung übernehme die Gemeinde, sicherte der Bürgermeister Leopold Bach in der Sitzung zu.

Positiv beschieden wurde von der Hauptversammlung auch ein Antrag der Freiwilligen Feuerwehr um Bezuschussung eines Stromaggregats mit Beleuchtungseinrichtung. Bei Gesamtkosten von rund 5 000 Euro, werden 2 500 Euro zur Verfügung gestellt. Bei den Wahlen wurde Rechner Bernhard Decher einstimmig wiedergewählt.

Bürgermeister Leopold Bach zeigte sich erfreut, dass man mit der Jagdgenossenschaft einen starken Partner für das Ehrenamt habe. Dies sei erneut deutlich geworden bei der finanziellen Unterstützung für die Freiwillige Feuerwehr und zum Dorfgemeinschaftshaus sowie der Finanzierung des Wassergeldes für das Weidevieh.

Es stellte sich noch Sören Wilsdorf vor, der für den ausgeschiedenen Forstamtmann Gerhard Dymianiw kommissarisch das Revier Feldatal übernommen hat. Er bot den Jagdgenossen eine gute Zusammenarbeit an.

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