28. Februar 2020, 21:33 Uhr

Probleme mit der Straßenbreite

Marco Meyreiß sieht Probleme auf sich und die anderen Feldataler zukommen. Denn die Straße Pfingstweide in Groß-Felda soll im nächsten Jahr umgebaut werden, wobei die Fahrbahn um einen Meter eingeengt wird. Das lehnen die Ortsbewohner als zu gefährlich ab.
28. Februar 2020, 21:33 Uhr

Die Kreisstraße zum Friedhof und zur Bundesstraße mit einem Gefälle von bis zu 14 Prozent und zwei schlecht einsehbaren Kurven ist besonders bei Regen und Schnee schwierig zu durchfahren. Wenn sich noch zwei Ackerschlepper oder Lkw begegnen, wird es regelmäßig eng.

Deshalb sind Ortsvorsteher Hans-Jürgen Schneider und Landwirt Marco Meyreiß bei einem Ortstermin strikt gegen einen Umbau, der mehr Probleme schaffe als löse. Sie fordern, zumindest in den Kurven die bisherige Fahrbahnbreite von 7,50 Meter aufrechtzuerhalten. Dem steht aber die Richtlinie entgegen.

Wie problematisch die Strecke ist, hat ein Räumfahrzeug der Straßenmeisterei vor Jahren vorgeführt. Der schwere Lkw mit Räumschild kam auf der Gefällstrecke ins Schleudern, rasierte einen jungen Baum ab und rammte einen Pfeiler des Backhauses, wie sich Schneider erinnert. Doch auch im Normalbetrieb ist die Strecke mit Vorsicht zu befahren, wie Schneider und Meyreiß mit Schleppern vorführen. Damit kommen sie auf der breiteren Fahrbahn aneinander vorbei, »aber bei 6,50 Metern haben wir ein Problem«, so Meyreiß. Sein Gülleanhänger ist 2,80 Meter breit, der Viehtriebwagen Schneiders nicht schmaler. Da bleibt nicht mehr viel Straßenraum, um einen Abstand zu Passanten auf dem Bordstein und zueinander einzuhalten.

Auf der Einfahrtschneise in den Ort sind einige Lkw auf dem Weg zur Erdaushubdeponie unterwegs. »Da rattert es schon morgens um halb sechs den Berg herunter«, sagt Schneider. Im Ort gibt es zwei Landwirte und einige Bauern im Nebenerwerb, die mit ihren drei Meter breiten Fahrzeugen unterwegs sind. Auch Langholztransporter brauchen Platz, ergänzt Meyreiß.

Der Konflikt ist schon etwas älter. Bereits im Jahre 2016 hat Hessen Mobil angekündigt, dass die Strecke zwei Jahre später umgebaut wird. Bereits damals war ein Streitpunkt, die Fahrbahn von bislang 7,50 auf 6,50 Meter Breite zurückzubauen. Hauptproblem ist der Begegnungsverkehr auf einer Steilstrecke mit zwei Kurven, wie schon damals den Landtagsabgeordneten mitgeteilt wurde. Zudem entstehen für Anwohner höhere Kosten, denn wenn die Fahrbahn schmaler wird, wird der Gehweg breiter. Und an diesen Kosten sind die Anlieger beteiligt. Dabei ist der Gehweg mit rund 1,50 Metern an jeder Seite bereits gut nutzbar. Auch Vermittlungsversuche der Landtagsabgeordneten änderten damals nichts an der Lage. Wenn die Strecke mit Fördergeldern des Landes ausgebaut werden soll, muss der Ausbaustandard gewahrt werden. Nach den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen sind das 6,50 Meter, wie die Kreisverwaltung mitteilt.

Fördergeld würde gestrichen

Nach Angaben des Kreises hat sich der Ausbau der Pfingstweide »durch die vakante Zeit im Bürgermeisteramt« verzögert. Mit Bürgermeister Leopold Bach sei man nun wieder im Gespräch. Ein erneutes Abstimmungsgespräch über die weitere Vorgehensweise ist bis Ende März geplant. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt K 125 ist im Investitionsplan des Kreises für 2024/25 vorgesehen.

Wenn die Gemeinde eine Sanierung angeht, kann die Breite bleiben wie sie ist - dann gibt es aber auch keine Landesförderung. Weil die Pfingstweide als innerörtliche Hauptverkehrsstraße gilt, kann eine Landesförderung in Anspruch genommen werden. Dann gelten aber die Richtlinien.

Je nach dem Ergebnis der Gespräche mit der Gemeinde will der Kreis die Planungen zur Straße in diesem Jahr als Gemeinschaftsmaßnahme anstoßen. Derzeit liegen dem Kreis zu dem Projekt noch keine Pläne oder Kostenschätzungen vor.

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