26. Februar 2020, 14:15 Uhr

Kindergarten

Wo bleibt das Geld für Kita-Ausbau?

Etliche Kommunen sind verärgert und verunsichert. Sie hatten sich darauf verlassen, dass sie Fördermittel für den Ausbau der Kinderbetreuung bekommen. Mücke erwischt es besonders heftig.
26. Februar 2020, 14:15 Uhr
Für die Erweiterung der Kita Merlau muss die Gemeinde viel investieren. Der Anbau könnte Ende 2020 stehen, schätzt Bürgermeister Sommer. FOTO: JOL

Wenn es ganz schlecht läuft, dann muss die Gemeinde Mücke die rund 650 000 Euro zusätzlich allein für seine Kindertagesstätten berappen und dafür einen Kredit aufnehmen. Diese Summe sollte eigentlich als Förderung des Bundes in den Ausbau der Kinderbetreuung fließen, war im vergangenen Jahr versprochen worden. Aber bislang »gibt es nur Absagen«, wie Bürgermeister Andreas Sommer sagt. So berichtet Sommer für August, wenn das neue Kindergartenjahr beginnt, von 50 Kindern auf der Warteliste für einen Betreuungsplatz. Denn der Trend zur Ganztagsbetreuung hat deutlich zugelegt und mehr Eltern wollen auch Kleinkinder betreuen lassen. Aber gerade die Plätze für Ein- bis Zweijährige erfordern mehr Personal. »Es wird sehr schwierig, Erzieherinnen zu finden.«

Bereits im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht wurden drei Investitionen, sagt Sommer. Für die Waldgruppe in Flensungen wurde ein Blockhaus als Unterkunft bestellt, das demnächst aufgestellt wird. Die Kita Ruppertenrod wurde ausgebaut. In Sellnrod hat die Gemeinde die Tagespflegestelle Landkinder in eine Kita zurückverwandelt, was ebenfalls mit Umbauten verbunden war. Dafür hatte man auf Zuwendungen von »bis zu 150 000 Euro gerechnet«, sagt Sommer. Die beantragten Zuschüsse kamen aber nicht, weil sie angeblich nicht in den Rahmen der Fördermaßnahmen passen. Um deutlich mehr Geld, nämlich rund 500 000 Euro, geht es bei den großen Baumaßnahmen in Merlau und Groß-Eichen.

Kaum noch Hoffnung

Für 2,4 Millionen Euro sollen an die Kita Merlau drei Gruppenräume sowie Funktionsbereiche angebaut werden, in Groß-Eichen ist es ein Gruppenraum plus Funktionsbereiche. Dafür war eine runde halbe Milion aus dem Fördertopf des Bundes eingeplant, die nun nicht kommt. Sommer beklagt an dieser Stelle auch ein Kommunikationsproblem, weil es noch im Herbst hieß, die Zuschüsse seien verfügbar und man solle sie beantragen. Die Gemeinde habe ihre Anträge gestellt »und dann hieß es, das Geld sei bereits zweckgebunden vergeben«. Große Hoffnung auf einen Zuschuss aus dem neuen Fördertopf des Landes hat Sommer nicht mehr. Denn der Kreis habe nur etwa eine Million Euro zur Verfügung, »das reicht hinten und vorne nicht«.

Die Gemeinde Gemünden ist ebenfalls auf Fördergelder angewiesen, um den Um- und Ausbau der Kita Nieder-Gemünden zu stemmen. Das Ganze soll drei Millionen Euro kosten, aber erst wenn die Planung abgeschlossen ist, können Zuschüsse beantragt werden, erläutert Bürgermeister Lothar Bott. Wie berichtet, hat sich das Gemeindeparlament nach einem Wettbewerb für den Entwurf eines Alsfelder Büros entschieden. Die Planungen müssen europaweit ausgeschrieben werden. Um den Bau aus den 1970er Jahren auf einen modernen Stand zu bringen, brauche man die Landesförderung.

Auf rund 70 000 Euro entgangene Förderung verweist der Feldataler Amtskollege Leopold Bach. Dabei stehen zwei Baumaßnahmen der evangelischen Kita Groß-Felda im Mittelpunkt, die unterschiedlich finanziert werden. So waren im Haushalt 2019 der Gemeinde 170 000 Euro für die notwendige Kanalsanierung und Behebung der Feuchtigkeitsschäden am Gebäude eingeplant. Eine neue Kostenschätzung ergab aber, dass die Gesamtmaßnahme für diesen Betrag umgesetzt werden kann. Davon trägt die Gemeinde laut Vertrag mit der Kirchengemeinde die Hälfte. Für diese 85 000 Euro aus der Gemeindekasse waren keine Fördergelder eingeplant.

Weil die Waschräume dringend modernisiert werden müssen, sollen diese für rund 143 000 Euro saniert werden. Enthalten sind dabei auch Arbeiten am Spielplatz. 50 Prozent dieser Kosten sollten eigentlich über das Förderprogramm gedeckt werden. Dann wären rund 71 500 Euro übrig geblieben, die sich Kirche und Kommune teilen wollten. Somit verbleibt für die Gemeinde Feldatal ein Kostenanteil von rund 36 000 Euro für Badsanierung sowie die Arbeiten an der Außenanlage.

Aber: »Bislang liegt der evangelischen Kita eine Absage im Hinblick auf den Förderzuschuss vor«, umschreibt es Bach. Ohne diese 71000 Euro kann die Maßnahme nicht finanziert werden. Er hofft auf Fördergelder des Landes.

Für Homberg teilte Bürgermeisterin Claudia Blum mit, dass die Raumsituation ausreichend sei. Baumaßnahmen seien keine geplant. Ulrichstein sei ebenfalls nicht betroffen, dort stehe keine Investition beim Kindergarten an.

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