20. Februar 2020, 07:30 Uhr

Autobahn

Polizisten rücken zur Sicherung von Baumfällarbeiten an

Einen Vorgeschmack auf weitere Aktionen rund um den geplanten Bau der A 49 gab es am Mittwoch im Maulbacher Wald. Dort fielen wieder Bäume. Polizisten rückten an, mussten aber nicht eingreifen.
20. Februar 2020, 07:30 Uhr
Polizeibeamte in einem Waldstück bei Maulbach, wo vorbereitende Arbeiten im Zusammenhang mit dem geplanten Autobahnbau stattfinden. Die Polizisten sollen aufpassen, dass bei Fällarbeiten niemand gefährdet wird. FOTOS: BF

Erneute Rodungsarbeiten im Vorfeld des geplanten Autobahnbaus haben die Naturschützer am Mittwochvormittag in Alarmbereitschaft versetzt. Sie glauben nicht daran, dass es um Vorarbeiten für das teilweise Verlegen der Hochspannungsleitung geht. Dafür seien die abgeholzten Flächen zu groß, meinen die Aktivisten, die seit Monaten gegen den Bau der Autobahn protestieren. Es seien auf geschätzt einem halben Hektar alle Bäume gefällt worden, »darunter eine rund 200 Jahre alte Eiche«. Das Unternehmen Avacon hatte vor einigen Wochen wissen lassen, dass neben der Hochspannungstrasse Platz geschaffen werden muss, um unter anderem die stromführenden Seile ablegen zu können.

Die Waldarbeiter mit Harvester und Rückezug kamen eher mühsam voran. Rund 15 Umweltschützer hatten sich demonstrativ im Bereich »In der Meisenbach« aufgestellt und hielten teilweise Transparente »Keine A 49« hoch.

Daraufhin sahen sich die Arbeiter offenbar veranlasst, die Polizei zu verständigen. Rund 20 Beamte wurden abgestellt, die die Arbeiten beobachteten und dafür sorgen sollten, dass es zu keinen Zusammenstößen kam. Es kam aber weder zu Handgreiflichkeiten noch zu anderen Problemen, durch »gutes Zureden« seitens der Polizei waren die Mahnwachtler an den Bäumen bereit, sich etwas aus dem Sicherheitsbereich zurückzuziehen, sahen sich aber dennoch von den Polizeibeamten »umringt.«

Die rund 15 Aktivisten warteten ab, wie sich die Arbeiten neben der Hochspannungsleitung entwickelten, besprachen sich und zogen sich dann zurück. Denn die Polizei habe verlauten lassen, dass die Arbeiten an diesem Tag abgebrochen würden. Die beiden Fahrzeuge der Forstfirma seien daraufhin abgerückt. Im Nachhinein habe man erfahren, dass Harvester und Rückezug in der Nacht davor in Ortsnähe unter Bewachung abgestellt gewesen seien.

Die Aktivisten kritisieren, der vermeintliche Abzug der Maschinen am Mittwochnachmittag aus dem Wald sei »vorgetäuscht« gewesen, die Fällarbeiten seien an anderer Stelle weitergegangen. Die Zufahrtsmöglichkeiten dorthin habe die Polizei aber abgeriegelt. Es stelle sich die Frage, »ob wir an der Nase herumgeführt wurden.«

Den Umweltschützern ist es weiter sehr ernst mit ihrem Anliegen, den Autobahnbau zu verhindern, daran lassen sie keinen Zweifel. Kritisiert wird einmal mehr die Planungsgesellschaft Deges, die schon jetzt »in weitaus größeren Dimensionen« als angekündigt roden lasse.

Die Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) meldet sich ebenfalls mit einer kurzen Stellungnahme zu den Arbeiten bei Maulbach. Unternehmenssprecher Lutz Günther: »In der Gemarkung Maulbach finden die restliche Fällarbeiten zur erforderlichen Umverlegung der Avacon-Stromleitungen im Zuge des geplanten Neubaus der A 49 statt. Hierbei handelt es sich um den Abschluss der im Januar begonnenen Fällungen für die Leitungsumverlegung als bauvorbereitende Maßnahme und nicht um großflächige Fällungen für die Trasse der A 49. Die Ankündigung der Deges, die großflächigen Baumfällungen für die Trasse erst in der kommenden Fällperiode ab Oktober 2020 durchzuführen, ist weiterhin gültig,« heißt es bei Deges weiter.

Obwohl die Einsatzstelle bei Maulbach auf Vogelsberger Gebiet und damit im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Osthessen liegt, ist das Präsidium Mittelhessen in Gießen für die Koordinierung von Einsätzen zuständig. »Das liegt daran, dass der Großteil der späteren Autobahn auf mittelhessischem Gebiet liegen wird,« erläuterte Pressesprecher Jörg Reinemer auf Anfrage dieser Zeitung.

Beim Einsatz sei die Polizei »lageangepasst« vertreten gewesen, um zu verhindern, dass jemand gefährdet wird. »Es ist alles ruhig verlaufen«, so Reinemer.

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