17. Februar 2020, 07:00 Uhr

Mit Bodenradar unterwegs

Suche nach Mauerresten unter dem Marktplatz

Seit Monaten wird der Alsfelder Marktplatz gestaltet. Mit der Hilfe von Experten hofft man noch einige Geheimnisse aus der Vergangenheit zu ergründen. Eine Mauer im Untergrund gibt Rätsel auf.
17. Februar 2020, 07:00 Uhr
Moritz Plebs und Jochen Greven bewegen das Bodenradargerät über den Marktplatz, um Mauerreste im Untergrund sichtbar zu machen. FOTO: JOL

Von gelegentlichen Schneeregen ließen sie sich nicht abhalten. Auf genau vermessenen Spuren zogen dieser Tage Moritz Plebs und Jochen Greven einen sperrigen Plastikkasten über das holperige Pflaster des Marktplatzes, um alte Grundmauern im Untergrund zu finden. Das soll bei der weiteren Sanierung des Marktplatzes helfen, historische Bausubstanz zielgerichtet zu sichern. In dem Kasten, den die Mitarbeiter der Firma PZP über die Basaltsteine zogen, befindet sich ein Bodenradargerät. Das funktioniert so: Von einer 200 Megahertz-Antenne werden elektromagnetische Wellen nach unten ausgestoßen, die Reflektionen im Untergrund werden aufgezeichnet, wie Torsten Riese von PZP erläuterte. »Damit kann man bis in eine Tiefe von etwa vier Metern größere Strukturen wie Mauern erfassen«, sagt Riese.

Das Verfahren wird gerne eingesetzt, um ohne Grabungen festzustellen, ob archäologisch bedeutsame Strukturen wie Mauern oder Brunneneinfassungen im Boden verborgen sind. Dafür fahren die Mitarbeiter in parallelen Streifen die gesamte Oberfläche des Marktplatzes ab.

Damit will die Stadt vor der anstehenden Sanierung des oberen Platzbereichs den Untergrund genau prüfen. Denn bei der Verlegung einer Nahwärmeleitung im Herbst waren die Bauarbeiter unerwartet auf eine massive Steinmauer gestoßen, wie Archivar Dr. Norbert Hansen erläutert. »Die war solide gemauert und rund 90 Zentimeter stark, das ist ein erheblicher Fund.«

Ausbau geht weiter

Denn bislang war nicht bekannt, dass auf der Freifläche ein Gebäude gestanden hat. Die aktuellen Bauten rund um den Platz stammen aus den vergangenen 500 Jahren. Was davor in diesem Bereich gestanden hat, ist nicht bekannt. So ist unklar, wo das alte Rathaus aufgeragt ist, das von dem bekannten Fachwerkrathaus mit der markanten Halle abgelöst wurde. Hansen berichtete von einem Treffen mit dem Landesamt für Denkmalpflege, bei dem die Erkundung mit den Bodenradar beschlossen wurde.

»Damit wollen wir feststellen, wie die Mauer im Untergrund weiter verläuft«, sagt Hansen. Das weiß man aber erst, wenn die Daten der Messung ausgewertet sind, das sei ein aufwendiges Verfahren.

So massiv, wie das im Herbst gefundene Mauerstück ausgeführt ist, muss es sich um ein größeres Bauwerk handeln, sagt Hansen. Da ist es wichtig, die Ausmaße zu ermitteln. Vorsichtshalber wurde die Untersuchung auf den ganzen Platz ausgedehnt.

Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten weitergehen. Dann wird die obere Hälfte des Platzes aufgerissen, um Leitungen im Untergrund zu erneuern. Die Oberfläche wird mit den alten Basaltsteinen gepflastert, integriert wird ein ebenerdiges Wasserspiel. Die rollstuhlgerechte Pflasterung im Randbereich wird fortgeführt.

Wie bei den bisherigen Bauarbeiten sind die Geschäfte am Platz weiterhin erreichbar. Auch die Parkplätze bleiben zugänglich.

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