12. Februar 2020, 22:12 Uhr

SWG sperren die Gaszufuhr

12. Februar 2020, 22:12 Uhr
Als unvermeidbar bezeichnen die Stadtwerke die einigen Kunden drohende Sperrung der Gaszufuhr durch die Mittelhessen Netz GmbH. FOTO: SCHEPP

Wie vor fast zwei Jahren angekündigt, stellt Open Grid Europe, der vorgelagerte Gasnetzbetreiber, am 3. März in weiten Teilen Gießens sowie in Heuchelheim und Lahnau seine Lieferung von L- auf H-Gas um. Um die angeschlossenen Gasgeräte auf den künftig höheren Energiegehalt des neuen Brennstoffs anzupassen, arbeiten rund 40 Monteure derzeit unter Hochdruck.

Trotzdem kämpfen sie mit einem Problem: Einige Kunden mit Gasgeräten haben bisher nicht auf Anschreiben reagiert. Da auch telefonische Versuche sowie persönliche Kontaktaufnahmen vor Ort zum Teil fehlschlugen, ist die Mittelhessen Netz GmbH (MIT.N) nun dazu gezwungen, am kommenden Montag, 17. Februar, die Gaszufuhr bei betroffenen Anschlüssen zu sperren. »Uns bleibt keine Wahl. Das Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet uns zu diesem Schritt«, erklärt Rüdiger Schwarz, Geschäftsführer der MIT.N. Denn in diesen Fällen ist Gefahr in Verzug. Wie vielen Kunden die Sperrung des Anschlusses droht, konnten die Stadtwerke am Mittwoch nicht sagen.

Laut Pressemitteilung habe der Netzbetreiber aus der Lahnstraße im Vorfeld alles Erdenkliche unternommen, um die »restriktiv erscheinende Aktion« zu vermeiden. So erhielten all jene, deren Geräte sich nach der Erhebung als nicht anpassbar erwiesen, einen Brief, in dem das Unternehmen die Situation erklärte und zum Handeln aufforderte. Zahlreiche Telefonate seien in den Fällen gefolgt, in denen der Kunde nicht auf die Anschreiben reagiert hatte.

Mittlerweile sind diese Kunden persönlich aufgesucht worden, um ihnen die Dringlichkeit vor Augen zu führen. Überall dort, wo niemand anzutreffen war, wurde ein roter Aufkleber an der Haustür angebracht, der eine mögliche Sperrung ankündigte. »Leider haben diese Anstrengungen nicht immer zum erhofften Erfolg geführt.

Hohe Kosten möglich

Die MIT.N wartet bis heute auf Rückmeldung einiger Betroffener«, heißt es in der Mitteilung. Zu manchen Anlagen sei den Monteuren überdies bislang der Zugang verwehrt geblieben. In diesen Fällen stünde noch gar nicht fest, ob die Geräte weiterarbeiten könnten oder nicht.

Bei beiden Optionen sei ein Weiterbetrieb mit einem hohen Risiko verbunden - unter extremsten Umständen sogar für Leib und Leben. Im schlimmsten Fall könne bei einigen nicht umgerüsteten Geräten giftiges Kohlenmonoxid entstehen, wenn H-Gas statt des gewohnten L-Gases in die Brennkammer einströmt. »Vor diesem Hintergrund wird klar, dass an einer Sperrung kein Weg vorbeiführt«, erklären die Verantwortlichen.

Die Reihenfolge der Sperrungen ergibt sich aus einer Risikobewertung. »Wir fangen mit den Anschlüssen an, bei denen wir vom größten Gefahrenpotenzial ausgehen müssen oder für die uns keine Informationen vorliegen«, führt Schwarz aus. Wichtig zu wissen: Die MIT.N muss alles unternehmen, um Gefahr abzuwenden. Wenn der Zugang verwehrt bleibt und keine Absperreinrichtung in der Hausanschlussleitung eingebaut ist, kann es für Kunden richtig teuer werden. Denn dann muss die Straße aufgegraben werden, um die Gaszufuhr zu unterbrechen. Die entstehenden Kosten gingen schnell in den vierstelligen Bereich und würden Eigentümern oder Gerätenutzern in Rechnung gestellt.

Bei den noch nicht erhobenen Geräten - also denen, die noch keinen gelben Aufkleber haben - bestehen realistische Chancen, die Sperrung zu vermeiden, indem die Nutzer unverzüglich mit der MIT.N in Kontakt treten. Etwa ein Drittel der Gasgeräte ließe sich noch etwa sechs bis acht Wochen nach dem Schalttermin an H-Gas anpassen.

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