10. Februar 2020, 21:21 Uhr

Industrie 4.0 nur mit Bildung 4.0

10. Februar 2020, 21:21 Uhr
Elektroniker, Mechatroniker, Industriemechaniker und ein Industrieelektriker erhalten Facharbeiterbriefe. FOTO: PM

»Mit dem heutigen Abschluss Ihrer Berufsausbildung haben Sie einen guten soliden Grundstock für Ihr Leben gelegt«, sagte Abteilungsleiterin Susanne Schäfer kürzlich 19 Facharbeitern nach Abschluss an der Max-Eyth-Schule. Sie verwies darauf, dass sich der erlangte Abschluss auf Niveaustufe 4 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) befindet und damit international anerkannt wird. Doch auch vor Ort sei der Bedarf an Fachkräften, »die motiviert, engagiert, verantwortungsbewusst und zuverlässig sind und täglich eine gute Arbeit verrichten, groß«, informierte Schäfer.

Tatsächlich bleiben die meisten der jungen Facharbeiter zunächst bei ihren Ausbildungsfirmen, die sie gut einsetzen können. Oft bieten die Betriebe auch nach Abschluss der Ausbildung spannende Entwicklungsmöglichkeiten: »Ich gehe erst mal auf Montage - das finde ich spannend, auf Baustellen unterwegs zu sein und Erfahrungen zu sammeln«, sagte einer der jungen Männer. Ein anderer hat vor, seine Kenntnisse im Bereich des Programmierens von Robotern weiterzuentwickeln. Sein Ausbildungsbetrieb bietet ihm dazu am Standort in Fulda die Möglichkeit.

Ein Dritter träumt von fernen Ländern: »Vietnam oder auch Mexiko würden mich interessieren.« Tatsächlich könnten auch diese Träume in Erfüllung gehen, denn einige der regionalen Unternehmen sind Global Player. Das gilt auch für die Max-Eyth-Schule, die einen Kooperationsvertrag mit der Berufsschule »Jimei Industrial College« in Xiamen/China unterzeichnet hat.

Neun Industriemechaniker, fünf Mechatroniker, vier Elektroniker und ein Industrieelektriker haben ihre Facharbeiterprüfung bestanden.

An die jungen Facharbeiter gerichtet betonte Lehrer Jörg Schilderoth: »Das Level, auf dem Sie abgeschlossen haben, wird eine Zwischenstation sein.« Sie könnten später ihren Techniker oder Meister machen, ein duales Studium beginnen oder Fachwissen durch Weiterbildungen und Lehrgänge vertiefen.

Auch wenn die beruflichen Aussichten sehr gut seien, so kämen mit Industrie 4.0, Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung der Arbeit, Automatisierung, Datenschutz und Informationssicherheit auch große Herausforderungen auf die junge Generation zu. »Wir hoffen, dass wir Sie gut darauf vorbereitet haben, denn wir wissen, dass Industrie 4.0 nicht ohne Bildung 4.0 funktioniert, in der Fachwissen kreativ auf neue Zusammenhänge übertragen wird«, sagte Schäfer. Als Beispiel nannte sie, dass derzeit im privaten Bereich viele kleine Alltagshelfer (Smart Home) geschaffen werden, bei denen es wichtig sei, nicht die Kontrolle über diese intelligente Haustechnik zu verlieren.

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