07. Februar 2020, 07:50 Uhr

Feuerwehr

Mücker Feuerwehren arbeiten Mängelliste ab

»Es hat uns alle geschockt« hatte Bürgermeister Andreas Sommer gesagt, als bekannt wurde, dass der TÜV bei elf der zwölf Feuerwehrgerätehäuser gravierende Mängel festgestellt hatte.
07. Februar 2020, 07:50 Uhr

Die Mitglieder der Mücker freiwilligen Feuerwehren haben im vergangenen Vierteljahr Enormes geleistet. Viele der im Oktober festgestellten Mängel wurden beseitigt, andere in Angriff genommen und bei gravierenden hat man zur Behebung schon eine Preisvorstellung oder einen Zeitplan.

In der Gemeindevertretersitzung am Mittwoch im Dorfgemeinschaftshaus Bernsfeld erläuterte Gemeindebrandinspektor Martin Schlosser den Sachstand in Folge einer Kontrolle durch den Technischen Prüfdienst im Auftrag der Unfallkasse Hessen. Das Thema bescherte der ansonsten von den Bürgern sehr zurückhaltend besuchten Gemeindevertretung mit über einem Dutzend Feuerwehrleute ein großes Zuschauerinteresse.

Der Gemeindebrandinspektor konnte gleich beruhigen: »Ich möchte mal ein Schreckgespenst aufgreifen, weswegen die Emotionen hoch gegangen sind. Jetzt geht es um eine nüchterne Betrachtungsweise.« Man sei in den vergangenen Tagen durch alle Gerätehäuser gegangen, um alles besser betrachten und die Kosten aufstellen zu können. Was geht noch? Was geht durch Dienstanweisungen? Das seien die Fragestellungen gewesen. Ganz neu seien die meisten Probleme ja nicht gewesen, denn in vergangenen Berichten seien Abgasabsaugungen beispielsweise schon aufgeführt gewesen, sagte Schlosser und erläuterte die Probleme in den einzelnen Ortsteilen.

Am Beispiel Atzenhain wies er auf ein Grundproblem hin. Dort ist der Stellplatz des Fahrzeuges in Verbindung mit der Torausfahrt zu eng. Bei offenen Fahrzeugtüren und dem ausgezogenen Motorschlitten müsse immer noch jeweils ein halber Meter Platz sein. Das erfüllten insgesamt sechs Gerätehäuser nicht, und das lasse sich auch baulich nicht ändern. Zum Problemfall Abgasabsaugung sagte Schlosser, nur am Stützpunkt sei sie verbaut. Das Abgas werde allerdings nicht gereinigt, sondern nach draußen geblasen. Am Stützpunkt gehöre das mit Lastwagenmotoren sicher hin, bei den anderen Gerätehäusern mit Einsatzfahrzeugen im Lieferwagen- oder Kleinbus-Format sei es sicher diskussionswürdig. Umkleidespinde und Material müssten zudem vom Fahrzeug getrennt sein.

Dann ging Schlosser auf die einzelnen Gerätehäuser ein.

Bernsfeld: Die Heizung ist inzwischen verbessert, die Umkleide wurde in Eigenleistung getrennt, die Gemeinde zahlte nur das Material.

Atzenhain: Ein Architekt plant einen Um- oder Anbau für 2021 an der linken Seite des Hauses. Weil das Dach aus Eternit ist, wäre das auch zu prüfen, wenn man schon am Gebäude arbeitet. Der Platz in der Fahrzeughalle reicht, aber Spinde müssen raus. Wegen der zunehmenden Gewerbeansiedlungen am Gottesrain müsse man zudem bedenken, dass die Atzenhainer Wehr auch potenziell immer mehr gefordert werde.

Merlau: Das Gerätehaus ist in einem Gebäude untergebracht, das unter Denkmalschutz steht. Von den Aktiven sei schon viel im Gewölbe gemacht worden. Aber es gibt Grenzen. Dort ist es neben Groß-Eichen mit am engsten, da bekommt man nicht einmal die Türen ganz auf, eine Absaugung ist nur mit großem Aufwand zu installieren.

Flensungen: Das tiefliegende Gebäude unter dem DGH hat ein Wasserproblem. Das Wasser kam nach Angaben von Schlosser schon aus der Wand wie aus einem Wasserhahn. Normalerweise müsste oben am Hof eine tiefe Drainage verlegt werden. Innen ist in Eigenleistung eine Wand eingezogen, die Spinde sind getrennt,

Sellnrod: Die Feuerwehrleute waren fleißig, haben neue LED-Technik eingebaut, aber es bleibt die beengte Umkleide. Wegen der Nutzung des Obergeschosses durch andere Vereine gebe es zu wenig Parkplätze. Die Fahrzeughalle sei recht geräumig, habe eine gute Grundsubstanz.

Höckersdorf: Dort erfolgte eine Grundrenovierung in Eigenleistung, ein Carport wurde aufgestellt. Aber es muss ein neuer Boden rein

Groß-Eichen: Dort ist es sehr beengt, die Umkleide ohne Spinde, der Unterrichtsraum im Dorfgemeinschaftshaus. Man habe Glück gehabt, dass das neue Fahrzeug erst nach der Prüfung gekommen sei, denn mit den Spiegeln werde es eng. Für das Lagern von Material wäre ein Container auf dem Hof denkbar.

Ruppertenrod: Dieses Jahr wird eine Abgasabsauganlage eingebaut, die Spinde der Jugendgruppe werden verlegt. Insgesamt bewertete Schlosser das Objekt als eines der besseren.

Wettsaasen: Dort müssen Material, Spinde und Fahrzeug entzerrt werden, die Lage sei »ganz, ganz dunkelrot« einzuordnen. Zudem verursache ein Baum Schäden an der Gebäudesubstanz. Platz für einen Container oder Anbau ist da.

Ilsdorf: In der kommenden Woche wird eine Heizung eingebaut. Nässe sei eventuell auf die seither fehlende Heizung zurückzuführen.

Ober-Ohmen: Dort sind Zufahrt und Hof sehr schlecht. »Die heilige Linde muss wohl weichen«, meinte Schlosser. Sie steht mitten im Hof, ihre Wurzeln zerstören den Belag. Zudem gibt es Wassereinbruch im Eingang am DGH. Die Aktiven vor Ort hätten mit sehr viel Eigenleistung den Schulungsraum renoviert und eine Dusche eingebaut. Für 2021 ist ein neues Fahrzeug beantragt, dann muss der Stellplatz größer sein. Das müsse man testen, sagte Schlosser. Zudem sei eine Außenbeleuchtung nötig.

Stützpunkt Nieder-Ohmen: Viele Mängel wurden in dem großen Gebäudekomplex abgestellt. Vom Platz her ist alles ausgereizt, ins Büro müsste eine Klimaanlage, Die Atemschutzpflegestelle mit Befüllungsanlage entspricht nicht der DIN. Aber entsprechend einer Dienstanweisung könnte geregelt werden, dass bei der Befüllung keine Personen dabei sind. Schließlich wurden in die Räume 60 000 Euro investiert. Mit Containern könnte man Lagerplatz bekommen. Die Parker-Feuerwehr hat Container, deren Nutzung zeigt, dass das gut zu handhaben ist. Die Alternative wäre eine Leichtbauhalle wie in Stockhausen, die bis zu bis 70 000 Euro koste. Allerdings sei das dann ohne Bodenplatte, Wasser und Strom.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Container
  • Deutsches Institut für Normung
  • Eigenleistung
  • Heizungen und Öfen
  • Mängel
  • Sommer
  • TÜV
  • Vogelsberg
  • Mücke
  • Rolf Schwickert
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.