27. Januar 2020, 07:00 Uhr

Autobahn A 49

Protestet gegen Rodung »durch die Hintertür«

Die Schutzgemeinschaft Gleental kritisiert einen »Wortbruch« der Planungsgesellschaft DEGES durch die aktuellen Fällarbeiten auf der Trasse der geplanten A 49.
27. Januar 2020, 07:00 Uhr
Gegner der A 49 protestieren gegen Baumfällarbeiten auf der Trasse der geplanten A 49 bei Dannenrod, nun äußert das Aktionsbündnis »Keine A 49« Kritik. FOTO JOL

Nach Protesten von Naturschützern aus Homberg hat sich nun auch die Schutzgemeinschaft Gleental sehr kritisch zu den laufendemn Fällarbeiten auf der geplanten A 49-Trasse bei Maulbach und im Danenröder Forst geäußert. In der Miteilung heißt es, »entgegen öffentlicher Verkündungen der Autobahngesellschaft DEGES, großflächige Baumfällarbeiten für den Ausbau der Autobahn A49 bis zum kommenden Herbst auszusetzen, wurden in den letzten vier Wochen im Dannenröder Forst und im Maulbacher Wald weiträumig gefällt«. Die Schutzgemeinschaft Gleental ist Mitglied im Aktionsbündnis »Keine A49« und äußert ihr Entsetzen feststellen, dass die Durchforstungen vornehmlich im Bereich der geplanten Trasse stattgefunden haben.

Nach Meinung der Schutzgemeinschaft Gleental begehe die DEGES Wortbruch und rodet durch die Hintertür. »Hier wurden ja nicht nur ein paar Bäume gefällt, sondern Flächen im Hektarbereich. Außerdem wurde an mehreren Stellen der natürliche Aufwuchs komplett entfernt - das spricht ganz klar für Rodungsvorbereitungen für die Autobahntrasse«, teilt der Vorsitzende, Christoph Schulze-Gockel mit.

»Wir wollen verstehen, wie dieses Vorgehen im Einklang mit der Ankündigung der DEGES im letzten Oktober steht und erwarten eine Stellungnahme.« Damals sprach das Unternehmen davon, die für die Trasse der A49 notwendigen großflächigen Baumfällungen auszusetzen bis die Wirtschaftlichkeitsprüfung des ÖPP-Verfahrens und alle notwendigen naturschutzfachlichen Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich des Eingriffs in die Natur erfolgt sind. Bereits begonnene Maßnahmen zur Bauvorbereitung würden fortgesetzt und falls erforderlich würden dafür »vereinzelt Bäume gefällt.«

Die Schutzgemeinschaft wendet sich gegen ein »intransparentes Vorgehen« der DEGES und des Hessischen Verkehrsministeriums. Das führe die Öffentlichkeit in die Irre und zerstört ihr Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit. Auf Nachfrage hieß es dort, dass im Maulbacher Wald keine Arbeiten an der Trasse stattfänden, sondern lediglich Vorarbeiten geleistet würden, um eine überirdische Stromleitung in den Boden zu verlegen. Dann erfuhren die Mitglieder des Aktionsbündnisses »Keine A49« allerdings, dass die Stromleitung nur vorübergehend abgehängt wird.

»Wir sind schockiert und traurig über die Baumfällungen«, sagte Wolfgang Seim von der Vogel- und Naturschutzgruppe Maulbauch, die ebenfalls zum Aktionsbündnis »Keine A49« gehört. »Aktuell klagt der BUND beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Entscheidung zur Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses. Ein Ergebnis wird ab Mai erwartet. Bei einem Ausbaustopp wären diese ganzen Arbeiten nicht nötig - aber nun ist der Wald gerodet. Das kann nicht wieder rückgängig gemacht werden.«

»Verheerende Folgen« für Natur

Dem Aktionsbündnis »Keine A49« zufolge ist ein Autobahnbau in Zeiten der Klimakrise ein folgenschwerer Fehltritt: Die A49 werde verheerende Auswirkungen auf den Arten-, Natur, Trinkwasser- und Klimaschutz, den Wald und die Verkehrsentwicklung haben. Dazu kommt die gesundheitsschädigende Lärmbelästigung für die Anrainer an der Trasse und mit der Rodung des wertvollen Waldes auch ein Verlust von Heimat. Vieles davon ist den Bürgerinnen und Bürgern hier gar nicht bewusst. »Das Aktionsbündnis setzt sich daher dafür ein, dass diese Themen sachlich und fachlich diskutiert werden«, so Christoph Schulze-Gockel.

Er verweist auf eine laufende Online-Petition gegen den Ausbau der A49 über Weact: weact.campact.de.

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