26. Januar 2020, 10:00 Uhr

Kindergarten

Nieder-Ohmener Kinder sollen künftig auch in Merlau betreut werden

In Mücke wird derzeit viel Geld in die Kinderbetreuung investiert. Doch die Pläne stoßen nicht bei allen auf Begeisterung.
26. Januar 2020, 10:00 Uhr
Das Spielgelände rund um die Nieder-Ohmener Kindertagesstätte ist so klein, dass es durch Anbauten nicht weiter beschnitten werden sollte. FOTO: RS

In Ruppertenrod wurde der Kindergarten zur Kindertagesstätte erweitert, ein Waldkindergarten wurde neu eingerichtet, an den Einrichtungen in Groß-Eichen und Merlau soll gebaut werden.

In Nieder-Ohmen war lange Zeit von einer zusätzlichen Containerlösung am Rande des Hartplatzes zwischen Gymnastikhalle und Waldsportplatz die Rede. Aus Kostengründen wurde diese verworfen. Aus dem größten Mücker Ortsteil kommen naturgemäß auch die meisten Kinder. Deshalb stößt es immer wieder auf Verwunderung, dass genau dort keine zusätzlichen Betreuungsplätze vorgesehen sind, aktuell war das bei einer Sitzung des Ortsbeirates so. Dort erläuterte Bürgermeister Andreas Sommer, in Merlau laufe die Planung für eine dreigruppige Kita-Erweiterung in Ständerbauweise. Es sind Kosten von 1,66 Millionen Euro eingeplant. Dort soll eine Krabbelgruppe hin, ein Krippenschwerpunkt werde angestrebt. Außerdem gebe es einen Entwurf für eine räumliche Verbesserung in Groß-Eichen. Für rund 700 000 Euro soll Platz für eine Gruppe mit Funktionsräumen geschaffen werden. Vor dem Hintergrund der baulichen Erweiterung laufen zudem die Vorbereitungen für die Einstellung weiterer Erzieher. Dabei gelte es grundsätzlich zu überlegen, ob man angesichts der wenigen freien ausgebildeten Fachkräfte überhaupt noch befristete Verträge anbieten soll.

Denn bei einer Befristung könnten Interessenten abgeschreckt werden. Diese Tendenz habe sich bereits bei der vergangenen Einstellungsrunde gezeigt. Statt einer Befristung müsse man die Probezeit nutzen, um festzustellen, ob man zueinander passt. Ein Ortsbeiratsmitglied fragte nach, wenn schon so viel investiert wird, »warum dann nicht in Nieder-Ohmen?« Warum solle es dort keinen Neubau geben? Dazu erläuterte Sommer, in Merlau habe man am Ortsrand die nötige Fläche, in Nieder-Ohmen in der engen Ortslage nicht. Wenn man am Altbestand anbaue, gehe das zulasten der Freifläche.

Eine in der Vergangenheit ins Gespräch gebrachte Fläche im Neubaugebiet Wallenbach gegenüber der Gesamtschule reiche zum einen nicht für einen Neubau aus, zudem würde der Ankauf zu teuer. Daraus resultiere, dass Nieder-Ohmener Kinder auch in Merlau untergebracht werden, so der Bürgermeister. Diese seien dann keine einzelnen Kinder, sondern sie würden unter vielen anderen Nieder-Ohmener Kindern sein.

Damit trat Sommer dem Einwand entgegen, Eltern wünschten sich eine Gruppenbildung aus einem Ort vom Kindergarten bis in die Grundschule. Der Bürgermeister verwies in diesem Zusammenhang auf andere der zwölf Mücker Ortsteile. Kinder aus Bernsfeld, Flensungen und Höckersdorf hatten noch nie einen Kindergarten im Ort besuchen können. Vor diesem Hintergrund spreche nichts gegen eine Betreuung von Nieder-Ohmener Kindern in Merlau. Die beiden Kindertagesstätten liegen 3,5 Kilometer auseinander. Die Entfernung kann aus Sicht des Bürgermeisters kein Argument gegen die Betreuung von Nieder-Ohmenern in Merlau sein.

Mehr Zuschüsse bei Flurbereinigung

Fazit: Sommer erteilt einem Neubau in Nieder-Ohmen derzeit eine Absage. Wenn die Gemeinde in den kommenden Jahren weniger zwingende Investitionen habe, dann könne man das Thema neu überdenken. Der Bürgermeister erinnerte an Mängel beim Wasser- und Abwassersystem, und es werde Geld für Ausgleichsmaßnahmen benötigt.

Ein weiteres Ortsbeiratsmitglied meinte, zu dem Thema dürfe man nicht als Nieder-Ohmener oder als Ober-Ohmener denken, dabei müsse man als Mücker abwägen.

Es ist kein spezielles Nieder-Ohmener Problem: Feldwege werden beim Pflügen anliegender Felder etwas schmaler, es sollen auch schon welche verschwunden sein. Im benachbarten Gemünden geht die Verwaltung solchen Verfehlungen seit einiger Zeit nach, in Mücke soll es jetzt erstmals eine Feldwegesatzung geben.

Derzeit befindet man sich in der Entwurfphase, die Verwaltung hat den Entwurf nach Angaben des Bürgermeisters an die Fraktionen, Naturschützer und Jagdgenossen sowie Landwirtevertreter geschickt. Sommer hat als Anlass nicht nur die eingangs beschriebenen Verfehlungen, sondern vor allem Zuschüsse des Landes bei Flurbereinigungsverfahren im Auge. Denn diese fallen höher aus, wenn einen Kommune eine Satzung hat. Außerdem geht es Sommer neben dem Bestandsschutz der Feldwege um Fragen des Naturschutzes.

In Mücke, so beruhigte Sommer, sind weit weniger Feldwege durch »versehentliches« Umpflügen in der Breite vermindert worden als beispielsweise in Nachbargemeinden. Dort werde dann teilweise sehr restriktiv gegen die Verursacher auch mit Fristsetzung vorgegangen.

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