14. Januar 2020, 21:57 Uhr

Sabotage an Harvester

14. Januar 2020, 21:57 Uhr
Der Harvester steht im Bereich der A 49-Trasse bei Maulbach fahruntüchtig am Waldrand. FOTO: SEIM

Die Befürchtungen der Autobahngegner bewahrheiteten sich nicht: Es gibt keine Rodungsarbeiten für den Bau der geplanten Autobahn A 49. Denn Dienstagfrüh steht auf einer Waldwiese im Maulbacher Forst ein Harvester, also ein Spezialfahrzeug zum zügigen Roden von Bäumen, mit zerstochenen Reifen und einem defekten Hydraulikschlauch.

Aber nicht die Sabotage an dem Fahrzeug ist entscheidend. Im Gespräch mit dem Maschinisten erfahren Vogelsberger Naturschützer, dass lediglich Vorarbeiten zum Verlegen der Stromtrasse in diesem Bereich geplant sind. Dr. Wolfgang Seim von der Maulbacher Naturschutzgruppe ist erleichtert, »damit hält die Deges das Wort, dass es keine Rodungen für den Autobahnbau im Wald gibt«. Deges ist die Planungsgesellschaft des Bundes, die den Autobahnbau betreibt.

Am späten Montagabend, zwischen 21 und 22 Uhr, haben örtliche Autobahngegner erfahren, dass der Harvester bei Maulbach abgeladen wurde. Eine kleine Gruppe örtlicher Autobahngegner sah sich deshalb am Dienstagmorgen vor Ort um. Vom Sportplatz ging es in die Senke zwischen zwei Waldstücken, in der die Autobahn künftig verlaufen soll. »Heute morgen stellte sich heraus, dass die Reifen angebohrt waren und ein Hydraulikschlauch beschädigt wurde«, berichtet Seim. Das Fahrzeug war vorläufig nicht arbeitsfähig, die Polizei wurde eingeschaltet. In der Gruppe der Naturschützer war man sich einig, dass solche Sabotageakte abgelehnt werden.

Wichtig ist Seim, dass die Baumbesetzer als Täter auszuschließen sind. Die Nachricht sei sehr spät gekommen und die Aktivisten im Dannenröder Forst hätten keine Möglichkeit gehabt, mitten in der Nacht zu dem abgestellten Arbeitsgerät zu gelangen.

Vermeidbarer Irrtum

Im Gespräch mit dem Fahrer des Harvesters klärte sich auch schnell auf, dass man einer Falschinformation aufgesessen ist. So war über die Alarmkette von drohenden Rodungen im Maulbacher Wald die Rede gewesen, nun stellte sich heraus, dass es nur um ein Freimachen des Bereichs geht, in dem die bisherige Freileitung in die Erde verlegt werden soll.

»Der Irrtum wäre vermeidbar gewesen, wenn Bundes-forst oder die Deges die Information gestreut hätten, dass keine Rodung des Waldes beabsichtigt ist«, sagte Seim. Eine Schwierigkeit ist dabei, dass die örtlichen Beschäftigten von Hessenforst nicht in die Tätigkeit von Bundesforst eingebunden waren. Positiv wertet Seim, dass die Alarmkette der A 49-Gegner funktioniert. Wenn es wirklich zu Rodungen gekommen wäre, »hätten sich einige in den Weg gestellt«.

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