10. Januar 2020, 21:18 Uhr

Den eigenen Namen schreiben

10. Januar 2020, 21:18 Uhr
Mit Erwin Norwig (r.) und Ulrich Schmeck (l.) sprach Andreas Mandler über vergangene Zeiten. Mandler war einer der ersten Schüler an der Brüder-Grimm-Schule. FOTO: PM

Im Rahmen einer Feier gedachte die Brüder-Grimm-Schule eines ganz besonderen Jubiläums: Vor genau 50 Jahren nämlich wurden erstmals Schüler mit geistiger Behinderung im Vogelsbergkreis beschult. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Schulleiter Ulrich Schmeck erinnerten sich der ehemalige Schulleiter Erwin Norwig und Andreas Mandler, einer der ersten Schüler, an diese Zeit:

Es ging zurück in das Jahr 1969. Damals hielt es Heinrich Dittmar, der damalige Schulleiter der Erich-Kästner-Schule, einer Schule mit sonderpädagogischer Förderung, für richtig, dass auch Kinder mit geistiger Behinderung zur Schule gehen. Bis dahin gab es dazu keine Möglichkeit. Zu dieser Zeit waren geistig behinderte Kinder entweder zu Hause oder in Heimen. 1970 kam dann Erwin Norwig als junger Lehrer hinzu und unterstützte das Ansinnen seines Schulleiters.

Mit drei Schülern startete Dittmar in der Vorklasse der Erich-Kästner-Schule. Nach mehreren Umbrüchen und Umzügen stellte der Kreis im Jahr 1984 das Gebäude in der Landgraf-Herrmann-Straße zur Verfügung - die Brüder-Grimm-Schule war geboren. Heute werden dort etwa 40 junge Menschen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung beschult. Als einer der ersten Schüler berichtete Andreas Mandler mit der Unterstützung von Schmeck und Norwig davon, wie er seinerzeit mit dem Taxi an den Schulstandort in Ober-Breidenbach gefahren wurde, dass er anfangs nur zwei Stunden Unterricht am Tag hatte und wie schön es war, als er schließlich seinen Namen ganz alleine schreiben konnte.

Kaum zu glauben ist es aus heutiger Sicht, dass das, was die Schulgemeinde der Brüder-Grimm-Schule heute auszeichnet, erst vor 50 Jahren auf den Weg gebracht wurde, umso bedeutender sei die Arbeit von Heinrich Dittmar. »Wir haben ihm viel zu verdanken«, würdigte Norwig den Verdienst des Verstorbenen und überreichte seiner Witwe Marga einen großen Blumenstrauß.

Was Förderschule alles leisten kann und wie wichtig sie für Menschen mit Unterstützungsbedarf ist, das zeigen die heutigen Schüler dann im Anschluss an die kurze Rückschau: Sie gestalteten einen fröhlichen und lebendigen Gottesdienst.

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