09. Januar 2020, 13:10 Uhr

Auto

Warum SUV bei heimischen Autokäufern so beliebt sind

SUV sind beliebt und es werden immer noch mehr - der Klimadebatte zum Trotz. Das Trendfahrzeug steht für viele ganz oben auf der Wunschliste beim Autokauf. Das liegt vor allem an einem Vorteil.
09. Januar 2020, 13:10 Uhr
Der hohe Einstieg ist bei Autokäufern ein Argument für einen SUV, sagt August Kratz in Mücke. FOTO: JOL

Rund die Hälfte der verkauften Autos sind inzwischen SUVs, also Straßen-Pkw im äußeren Gewand eines Geländewagens. Das sagt August Kratz vom gleichnamigen Autohaus in Mücke-Atzenhain. Dabei schätzen Kunden aus jeder Altersgruppe vor allen eines: den erhöhten Einstieg. »Zehn Zentimeter machen da schon viel aus,« sagt Kratz. Zudem sei die Übersicht über die Fahrbahn besser. Preislich gebe es zudem keinen großen Unterschied etwa zwischen einem Polo und Golf einerseits und den »aufgemotzten« Modellen T-Cross, T-Roc und Tiguan.

Geländetauglichkeit sei dagegen meist ein Scheinargument: »Kein Mensch braucht doch einen Vierradantrieb«, hat Kratz in vielen Kundengesprächen erfahren. Zumal schneereiche Winter im Vogelsberg längst der Vergangenheit angehören.

Die Verbrauchswerte des »Neuen« spielen ebenfalls in der Regel kaum eine Rolle. Die meisten der Kunden hätten ein Budget im Kopf und wollten »möglichst viel Auto fürs Geld.« So ist die Klimaanlage, früher eher ein Luxus, inzwischen ein Muss an Bord, auch bei Kleinwagen.

Etwas anders ist offenbar die Kundschaft beim Toyota- und Subaru-Händler orientiert, erläutert Marek Schmidt vom Autohaus Deubel. Der Flensunger Händler ist gefragt bei Menschen, die auf Hybridantrieb mit Benzin- und Elektromotoren setzen. Die Kunden kommen gezielt, um nach einem Wagen mit Hybridantrieb zu fragen, sagt Schmidt.

Denn ein Auto bedeutet eine Investition für mehrere Jahre und da wollten viele bei möglichen Fahrverboten in Frankfurt und Wiesbaden »auf der sicheren Seite sein«. Oft sind das Menschen, die bislang ein Dieselfahrzeug gefahren haben.

Manche fahren in der Regel kurze Strecken, da sind sie dann rein elektrisch unterwegs. Dabei achten die Kunden generell auf eine umfangreiche Ausstattung, so sei in vielen Fällen die Rückfahrkamera gefragt.

Bei Ford-Händler Carsten Ebert in Alsfeld fragen viele Kunden nach dem Verbrauch der Fahrzeuge. Gerade Menschen, die 20 000 Kilometer pro Jahr und mehr zurücklegen, rechnen, ob sich trotz der ganzen Debatte der letzten Jahre ein Dieselantrieb eher für sie rechnet. Dabei spielen höhere Benzinpreise und der geringere Verbrauch des Selbstzünders ein wichtige Rolle. Andererseits seien manche Kunden in den letzten Monaten unsicher wegen der Diskussion um den Diesel gewesen. Die Zulassungszahlen für Dieselfahrzeuge steigen nun aber wieder.

Skepsis herrscht bei den Autokäufern der Region nach wie vor mit Blick auf Elektroautos, sie verkaufen sich kaum. So fehlt vielerorts eine Lade-Infrastruktur und wem vor allem der ökologische Aspekt wichtig ist, den stört es, wenn der Strom, mit dem er sein Fahrzeug auflädt, aus Kohle- oder Atomkraft kommt. Im Trend ist eher ein sogenannter »Mild-Hybrid« wie bei neuen Modellen von Volvo. Dabei wird ein Elektroantrieb für kurze Strecken mit Diesel für längere Fahrten kombiniert. Der reine E-Antrieb ist, wenn überhaupt, eher bei Kleinwagen gefragt. Bei einer Reihe von Kunden spiele zudem die Sicherheit eine große Rolle, der Ausstoß an Kohlendioxid scheint den meisten trotz Klimadebatte relativ egal, ergab die kleine Umfrage.

Manfred Stutz von Autohaus Deisenroth und Söhne in Alsfeld hat ebenfalls noch keinen Kunden erlebt, dem beim Autokauf der Klimaschutz wichtig wäre. Da spielen andere Kriterien die Hauptrolle, so der Fachmann für die Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Skoda. Im Trend sind aber kleinere SUVs als Stadt- und Landstraßenfahrzeug. Dabei spiele das bequeme Ein- und Aussteigen der höher gelegten Wagen ein große Rolle, hat auch er in Gesprächen gehört.

Ältere Kunden setzten zudem auf Motoren mit größerem Hubraum, jüngere wollen einen sportlichen Antrieb unter der Haube. Aber auch das Interesse an E-Mobilen nimmt langsam zu, so Stutz. »Da gibt es inzwischen attraktive Angebote.«

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