30. Dezember 2019, 22:03 Uhr

Zentnerweise Unterlagen beackert

30. Dezember 2019, 22:03 Uhr
Jürgen Ackermann verabschiedet sich aus der Versammlung des ZAV. FOTO: JOL

Er gehörte nicht zu den Lautsprechern in der Politik, aber Beharrlichkeit und Humor haben Jürgen Ackermann in den letzten Jahrzehnten zu einem profilierten Politiker im Vogelsberg gemacht. Das klang in der Verabschiedung von Ackermann in der Versammlung des Zweckverbands Abfallwirtschaft Vogelsberg (ZAV) an, als ihn Vorsteher Rainer Hans Vollmöller für 22-jährige Mitwirkung würdigte.

Ackermann zieht weg, kann deshalb die Ehrenämter in Kreistag, ZAV und anderen politischen Gremien nicht mehr weiter wahrnehmen. Beim ZAV war er Mitglied des Verbandsvorstands, also des Arbeitsgremiums für die hiesige Abfallpolitik. Christdemokrat Vollmöller lobte »Fachkenntnis und das angenehme Wesen« Ackermanns. Er habe sich dadurch ausgezeichnet, »dass er seit 1997 immer da war, wenn man ihn brauchte«.

Ackermann war von 1993 bis 2016 Mitglied des Kreistags, danach im Kreisausschuss. Zeitweilig war er Vorsitzender des Kreistags. Nahezu 25 Jahre arbeitete er als Bürgermeister für die Stadt Grebenau, »mit Höhen und Tiefen«, wie Vollmöller mit Blick auf die zeitweilig harten Konfrontationen im Gründchen sagte.

Jürgen Ackermann gab in einer launigen Ansprache kleine Einblicke in die Arbeitsweise des ZAV-Vorstands. Bei den Diskussionen um die Sachthemen habe man stets die Abgeordneten in der Versammlung im Blick. Dort gebe es »zwei Arten von Abgeordneten«. Die einen würden nur einen kurzen Blick in den Umschlag mit den Unterlagen werfen und dann in die Sitzung gehen. »Die anderen lesen alles genau und gründlich durch, die fürchten wir ein wenig.«

Doch Vorsteher Vollmöller habe einen guten Trick, um mit schwierigen Themen umzugehen. Dann kündige er an, das Thema zu den Unterlagen zu nehmen, »dann ist es erst einmal vom Tisch«. »Unser Geschäftsführer ist ein schlauer Fuchs«, sagte Ackermann im Plauderton mit Blick auf Dr. Hansjörg Fuchs. Dieser erstelle detaillierte Unterlagen für die Beratung, gebe sie zentnerweise an die Abgeordneten und die müssten dann alles lesen. Nun lässt er das Nachdenken über Zinsverluste bei den Rückstellungen für die Deponie und den Streit um Öffnungszeiten der Grünabfallanlagen hinter sich. »Da blieb nur, die Deutschlandfahne auf Halbmast zu setzen - das war’s«.

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