30. Dezember 2019, 22:03 Uhr

Verbände enttäuscht

30. Dezember 2019, 22:03 Uhr
Mehr Platz für Radfahrer wie bei dieser Familienradtour fordern Umweltverbände in Alsfeld. FOTO: FRICKE

Mit großer Enttäuschung haben die Umweltverbände in Alsfeld die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung gegen die Bereitstellung von 20 000 Euro für den Radverkehr aufgenommen. Die Kreisverbände des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), des Verkehrsclub Deutschland (VCD) und des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fragen sich, wie »die erst kürzlich von Bürgermeister Stephan Paule (CDU) erklärte Bereitschaft, mehr für den Klimaschutz tun zu wollen, mit einem solchen Beschluss zu vereinbaren ist«.

»Das Aufschieben konkreter Verbesserungsmaßnahmen mit dem Hinweis auf bevorstehende Planungen wie den Nahmobilitätscheck und einen Generalverkehrsplan sind in der Sache nicht angemessen. Die Notwendigkeit, Verbesserungen für den nicht motorisierten Verkehr Realität werden zu lassen, wird von uns seit fast vier Jahren immer wieder an die Stadtverwaltung herangetragen. Der Fahrradklimatest des ADFC bestätigt die Missstände alle zwei Jahre und mit über 1000 Unterschriften haben Alsfelds Alltagsradler die Stadt beim Radbegehren zum Handeln aufgefordert. Wichtige Brennpunkte sind mit Lösungsvorschlägen benannt und können ohne einen umfassenden Gesamtplan angegangen werden,« beschreibt Philipp Balles vom BUND die Lage.

Viele Vorschläge gemacht

Es sei bisher außer der Öffnung der einen oder anderen Einbahnstraße für das Radfahren im Gegenverkehr und einer halbherzigen Neugestaltung des Radfahrstreifens entlang der Ernst-Arnold-Straße nichts passiert. Selbst die von den Verbänden angeregten Maßnahmen, die für wenig Geld zu einem besseren »Radfahrklima« beitragen könnten, wie beispielsweise Neubürgerradtouren oder Wettbewerbe für Hauseigentümer zur Fahrradfreundlichkeit, seien unbeachtet geblieben. »Dass der Radverkehr in Alsfeld die nötige Attraktivität bekommt, wird nicht von heute auf morgen zu verwirklichen sein. Deshalb ist es wichtig, dass laufend Mittel bereitgestellt werden, um schrittweise zu Verbesserungen zu kommen. Wenn erst zwei Jahre für Planung vergehen, werden mehr Menschen ihr Fahrrad verkaufen als sich weiterhin auf schlechten Wegen und durch dicke Luft durch die Stadt zu quälen«, sagt Mirjam Kneußel vom ADFC.

Die Dringlichkeit des Klimaschutzanliegens verlange sofort entschlossenes Handeln der Politik auf allen Ebenen. »Die Förderung des Radverkehrs ist nur ein Baustein, aber ein wichtiger. Und vor allem einer, bei dem die Stadt viel in Eigenregie tun kann. Dass sie ihre Möglichkeiten nutzt, ist mehr als überfällig,« stellte Gerhard Kaminski für den VCD fest und forderte ein deutlich stärkeres Engagement.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
  • CDU
  • Klimaschutz
  • Kreisverbände
  • Radverkehr
  • Stephan Paule
  • Umweltverbände
  • Verkehrsclub Deutschland
  • Vogelsberg
  • Alsfeld
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.