Vogelsbergkreis

Mehr Geld für gute Kita

121 000 Euro sind eine Menge Geld in Feldatal, wenn man die finanzielle Lage der kleinen Gemeinde betrachtet. Dennoch gaben die Gemeindevertreter am Donnerstag sogar bis zu 170 000 Euro frei, um zwei Baumaßnahmen an der evangelischen Kita Groß-Felda zu ermöglichen. Ebenfalls einstimmig votierte man für den Waldwirtschaftsplan, der einen Zuschuss von fast 10 000 Euro vorsieht. Das Geld ist nötig, um im dürregeschädigten Wald vermehrt nachzupflanzen.
20. Dezember 2019, 22:06 Uhr
Joachim Legatis
In der evangelischen Kindertagesstätte Groß-Felda stehen Sanierungsarnbeiten an.	FOTO: JOL
In der evangelischen Kindertagesstätte Groß-Felda stehen Sanierungsarnbeiten an. FOTO: JOL

121 000 Euro sind eine Menge Geld in Feldatal, wenn man die finanzielle Lage der kleinen Gemeinde betrachtet. Dennoch gaben die Gemeindevertreter am Donnerstag sogar bis zu 170 000 Euro frei, um zwei Baumaßnahmen an der evangelischen Kita Groß-Felda zu ermöglichen. Ebenfalls einstimmig votierte man für den Waldwirtschaftsplan, der einen Zuschuss von fast 10 000 Euro vorsieht. Das Geld ist nötig, um im dürregeschädigten Wald vermehrt nachzupflanzen.

Die Gebäudesanierung in der Kita Groß-Felda war bislang im Haushalt des laufenden Jahres mit einem Sperrvermerk versehen, der nun aufgehoben wurde. Bürgermeister Leopold Bach erinnerte in der Sitzung im Gemeinschaftshaus Windhausen daran, dass zunächst von Kosten von 340 000 Euro für die Gebäudesanierung ausgegangen wurde. Vertraglich ist die Gemeinde verpflichtet, die Hälfte zu tragen, den Rest übernimmt die evangelische Landeskirche. Dabei geht es um das Beheben von »massiven Feuchtigkeitsschäden im Turnbereich« der Kita, sagte Bach. Ein anderes Planungsbüro hat die Kostenschätzung auf 170 000 Euro halbiert.

Das bietet Spielraum, einen weiteren Bereich zu sanieren. Der Sanitärbereich, Bach sprach vom »Nassraum«, muss ebenfalls dringend saniert werden. Die Kosten liegen bei rund 130 000 Euro. Kirche und Gemeinde haben einen Antrag beim Regierungspräsidium Kassel gestellt, um 50 Prozent Förderung zu erhalten. Bislang gebe es noch keine Zusage. Bach geht von 36 000 Euro Kostenanteil der Gemeinde aus, insgesamt können beide Baumaßnahmen die Gemeinde rund 121 000 Euro kosten.

Peter Weiß sprach sich für eine Zustimmung aus. Er hatte bei der Haushaltsberatung den Sperrvermerk beantragt, »es drehte sich um viel Geld und wir hatten zu wenige Informationen«. Inzwischen liegen die Planungen vor und es gebe Aussicht auf Fördermittel. Hans Werner Völzing (SPD) verwies darauf, dass bereits seit gut zwei Jahren eine Renovierung der Nassräume notwendig sei.

Harald Wagner (AUF) kritisierte, dass die Drainage des Anbaus nur knapp 25 Jahre gehalten hat. Da sollte man prüfen, ob man die Baufirma für die Sanierung heranziehen kann.

Investieren im Wald

Deutlich günstiger kommt die Gemeinde bei den Folgen von zwei Dürrejahren im Wald davon. Bürgermeister Bach berichtete von zwei Gesprächen des Vorstands mit dem neuen Revierleiter Wilsdorf, um über das weitere Vorgehen in den Waldstücken der Gemeinde abzustimmen. Grundproblem ist die »explosionsartige Vermehrung der Käfer« im Herbst, die gerade dem Nadelholz zugesetzt hat. Geplant war es, in diesem Jahr 200 Festmeter Holz einzuschlagen, »am Ende hatten wir fast 1600 Festmeter Schadholz«. Das bedeutet auch sinkende Erlöse für Fichtenstämme. Andererseits soll an die zukünftigen Generationen gedacht werden, wie bei der Waldplanung üblich. »Wir wollen Baumarten wie Elsbeere und Douglasie pflanzen«, die besser mit der Klimaveränderung fertig werden. In einigen Bereichen soll der Natur eine Chance gegeben werden, indem nur der Boden angerissen wird, um das Aufkommen von Samen aus der Umgebung zu erleichtern.

Marcus Görig (FWG) begrüßte die vorausschauende Taktik im Forst. Karl-Friedrich Dörr (CDU) meinte schulterzuckend, »mit den Fichten ist das wohl im Vogelsberg eine hoffnungslose Geschichte«. Die Gemeinde müsse in die Zukunft investieren.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,654790

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