17. Dezember 2019, 22:27 Uhr

Backen ist…

WZ-Redakteurin in der Backstube

Der Duft. Die Rückenschmerzen. Der weihnachtliche Geschmack. Die langen Tage und Abende in der Küche. Die Weihnachtsbäckerei hat allerlei Facetten.
17. Dezember 2019, 22:27 Uhr
Auf dieser Seite verrät unsere Kollegin Ines Dauernheim ihre besten Plätzchenrezepte, was sie am Backen so liebt und warum es Gewürzstangen nicht mehr auf ihre bunten Teller schaffen. FOTOS: NIC/KAI

Weihnachtsbäckerei ist Liebe, steht in einem der vielen Rezeptheftchen, die sich über die Jahre angesammelt haben. Da ist was dran. Jahr für Jahr kommt Freude, Zufriedenheit auf, wenn das akribische Planen Anfang November beginnt: Rezepte sichten, Einkaufszettel schreiben, Vorräte durchschauen, entscheiden, was es diesmal in die vielen bunten Boxen schafft, die elf Monate im Kellerregal darauf warten, gefüllt zu werden.

Vieles ist inzwischen Routine. Klar, zuerst werden Butterplätzchen gebacken, der Klassiker mit der bunten Zuckerperlendekoration. Damit fing vor mehr als vier Jahrzehnten alles an. Meine Mutter hat mich machen lassen. Es wurde immer professioneller. Inzwischen füllt die Rezeptsammlung für Weihnachten einen dicken Ordner. Immer wieder kommen neue Zeitschriften, neue Backbücher hinzu, das Neueste ist ein echter Tipp: »Lust auf Kekse«, darin sind viele meiner Favoriten und noch weitere Klassiker und Leckereien zu entdecken. Ich würde sie am liebsten alle backen. Aber halt die Rückenschmerzen, die Kalorien.

Auswählen heißt die Devise. Nicht alles, was gut aussieht und gut schmeckt, schafft es auf den Weihnachtsteller. Hilfreich dabei sind die Notizen der Vorjahre. Seit zwei Jahrzehnten wird genau aufgeschrieben und abgeheftet, was gebacken wird: Wiener Nussstangen, Hausfreunde, Makronen mit Amarenakirschen, Linzer Ringe, Vanillekipferl. All diese Rezepte begleiten meine Familie. Einige davon mich schon viel länger.

Erinnerungen werden wach: Die Wiener Nussstangen habe ich vor 30 Jahren erstmals in meinem Jahrespraktikum in der ländlichen Hauswirtschaft gebacken. Sie sind geblieben. Der Grund: Der Geschmack stimmt, der Aufwand ist überschaubar, und sie sind mit ihren drei Lagen schon ein Hingucker. Inzwischen habe ich die Kleckerei mit dem Eischnee- Zuckergemisch als letzte Lage auch im Griff.

Andere Plätzchen schaffen es nur eine Saison oder zweimal auf den Weihnachtsteller: Gewürzstangen, Heidesand, Thorner Kathrinchen oder Nougathörnchen sind diesen Weg gegangen. Alle lecker - doch bleiben sie besonders lange auf dem Teller, sind Mitte Januar noch Reste da, dann hat der Geschmack nicht überzeugt. Von anderen Plätzchen muss die Menge ausgedehnt werden - Vanillekipferl und Butterplätzchen beispielsweise.

Weihnachtsbäckerei ist mit einem ausgeklügelten Plan keine Plackerei: Zuerst werden die Leckereien gebacken, die lange haltbar sind, die gut durchgezogen ihren Geschmack entfalten - wie Elisenlebkuchen. Dann kommen die dran, die wirklich viel Arbeit machen, bei denen mehrere Schritte nötig sind - Hausfreunde: Mürbeteigunterteil, Marmeladenschicht, darauf Marzipan, das mit Schokolade überzogen wird, und obendrauf je nach Geschmack eine Walnusshälfte, gehackte Pistazien oder Mandelscheiben. Nach dem zweiten Advent kommen die Makronen dran und dann je nach Lust noch pralinenartiges Gebäck wie die Marzipan-Schoko-Busserl.

Und auch nach dem dritten Advent ist ein Einstieg ins Backvergnügen noch möglich: Butterplätzchen und Wiener Nussstangen gehen immer. Für die Pistazien-Marzipan-Rollen ist das Backen kurz vor Weihnachten ideal, denn sie trocknen immer mehr aus, je länger sie lagern.

Wenn alles geschafft ist, wird eingepackt: Plätzchentüten für Familie, Freunde und Arbeitskolleginnen. Denn das Verschenken, das Teilen der Weihnachtsvorfreude gehört dazu. Ja, Backen ist Liebe, und die Weihnachtsbäckerei ist alljährlich eine große Lust.

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