17. Dezember 2019, 10:00 Uhr

Aktion geplant

Ortsbeirat gegen Dürreschäden: Bäume im Garten

Der Ortsbeirat Appenrod startet eine Baumpflanz-Aktion gegen die Dürreschäden in der Natur: Mehr Bäume in die Gärten. Aber bitte hitzeresistente Sorten.
17. Dezember 2019, 10:00 Uhr
Pappeln am Sportheim gelten als hiebreif und können durch junge Bäume ersetzt werden, heißt es im Ortsbeirat Appenrod. FOTO:JOL

Eine neue Variante der Fridays for Future-Proteste hat sich der Ortsbeirat Appenrod vorgenommen. Er will mit den Ortsbewohnern und am liebsten gleich mit denen der umliegenden Dörfer so viele Bäume wie möglich pflanzen. »Wir wollen lieber handeln als nur auf die Straße zu rennen«, meint Ortsvorsteher Richard Fleischhauer in der jüngsten Sitzung des Gremiums.

Die Idee stammt von Klaus Müller, der beruflich im Forst arbeitet. Er hat über 40 Berufsjahre auf dem Kreuz, »aber so extrem wie in den letzten zwei Jahren war es noch nie im Wald«. Die Dürreperioden haben großflächig die Fichtenbestände geschädigt, den Rest hat der Borkenkäfer erledigt. »Das war enorm, was der Käfer noch im Herbst gefressen hat.« Auch andere Baumarten wie die weit verbreitete Buche sind durch die anhaltende Trockenheit geschwächt.

Deshalb schlägt er vor, jeder sollte in seinem Garten und auf Wiesen schauen, wo er einen Baum setzen kann. Auch auf gemeindeeigenen Grundstücken wie am Friedhof könnten die Appenröder Bäume oder Sträucher pflanzen. Müller schlägt Baumarten vor, die zu erwartende höhere Temperaturen aushalten. Darunter sind Elsbeere, Tulpenbaum, Baumhasel, Kastanien, Gingko, Wildbirne und Trauerkirsche. Mit dem Obst- und Gartenbauverein könne man eventuell alte Apfelsorten nachpflanzen. Heimische Arten wie Eiche, Buche und Bergahorn könne man über das Forstamt aus dem Wald beziehen.

Magistratsmitglied Wilfried Wagner freute sich über den Vorschlag, er hat auf seinem Grundstück einige Fichten, »die werden den Winter nicht überstehen«. Auch die Ortsbeiratsmitglieder und Besucher der jüngsten Sitzung des Gremiums stimmten dem Vorschlag zu. So seien eigentlich die Pappeln am Sportheim hiebreif. Müller regte an, mit der Stadt zu reden, ob man nicht eine Pflanzaktion im Stadtwald anbietet. Das wäre eine gute Gelegenheit, die Bevölkerung mit dem Know-How des Pflanzens vertraut zu machen. Man könne auch Revierleiter Croonenbrock anfragen, ob er Tipps für das Bäumepflanzen gibt, regte Müller an.

Der Ortsbeirat stimmte dem Vorschlag Fleischhauers zu, eine solche Aktion anzugehen. Dabei will man mit den Nachbarorten Dannenrod, Erbenhausen und Maulbach zuammenarbeiten, schon um bei einer Baumschule eine Sammelbestellung zusammen zu bekommen. Fleischhauer hat bereits mit Bürgermeisterin Claudia Blum über die Aktion gesprochen. Sie unterstützt die Begrünungs-Initiative. Auf Nachfrage der Allgemeinen Zeitung sagte sie, dass auch in Maulbach Vorbereitungen für mehr Grün in der Landschaft getroffen werden. Im Stadtwald stehe zur Zeit keine Pflanzaktion an. Es wäre schön, wenn man im kommenden Jahr mit mehr Bäumen für eine schöne Umwelt eintrete.

Der Fahrplan in Appenrod sieht vor, bereits im Januar die Ortsbewohner zu informieren. Dann soll ein Info-Nachmittag zum Vorstellen der verschiedenen Baumarten vereinbart werden. Wenn man sich auf fünf bis sechs Arten geeinigt hat, geht die Bestellung raus, damit die etwa einen Meter hohen Bäumchen im Frühjahr gesetzt werden können.

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