15. Dezember 2019, 20:42 Uhr

Grünes Licht für Solarstrom

15. Dezember 2019, 20:42 Uhr
Auf der ehemaligen Erddeponie an der Landesstraße Ulrichstein - Helpershain sollen Photovoltaikanlagen entstehen. Die Grünabfallsammelstelle bleibt erhalten. FOTO: AU

Das Stadtparlament macht den Weg frei für eine Freiflächen-Solaranlage auf der alten Deponie an der Straße nach Helpershain. Bereits Anfang Februar 2018 hat die Stadtverordnetenversammlung mit der Energiegenossenschaft Vogelsberg einen Vertrag zur Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Erddeponie Ulrichstein unterzeichnet. Nach dem Mietvertrag über die betroffenen Grundstücksflächen und einem Aufstellungsbeschluss wurden nun nach mehr als einem Jahr über die Stellungnahmen beraten und am Freitagabend die Änderungen des Flächennutzungsplans und der Bebauungsplan, einschließlich der Änderungen, beschlossen.

Dazu waren 46 Stellungnahmen von Behörden, sonstigen Trägern öffentlicher Belange und Bürgern eingegangen, die in Ausschusssitzungen vom zuständigen Ingenieurbüro Zillinger erläutert und beraten wurden. Die Ausschüsse signalisierten ihre Zustimmung, dem die Stadtverordneten einstimmig folgten. Wie umfangreich diese Änderungswünsche waren zeigte alleine eine 22 Seiten und 32 Punkte umfassende Stellungnahme des Vereins zum Schutz von Landschaften, Wäldern, Wildtieren und Lebensräumen aus dem Westerwald.

Den zahlreichen Zuhörern erläuterte Bürgermeister Edwin Schneider, dass auf dem rund fünf Hektar großen Gelände von der Energiegenossenschaft Vogelsberg drei bis vier Anlagen mit je 750 Kilowatt peak geplant seien. Die Stadt Ulrichstein ist Mitglied der Genossenschaft. Die Errichtung der Anlagen erfolge von der Firma max solar aus Traunstein, die auch die Kosten des Bauleitverfahrens trage.

Zu Beginn der Sitzung im Rathaus hatte Stadtverordnetenvorsteher Karl Weisensee die neue Besetzung des Haupt- und Finanzausschusses mitgeteilt, die durch den Austritt von Dr. Ernst-Ludwig Roth aus der SPD-Fraktion erforderlich geworden war (die Allgemeine berichtete). Vorsitzender ist Rainer Burger, sein Stellvertreter Florian Kaiser, Beisitzer Wolfgang Repp (alle SPD), Frank Schäfer, Jens Scharmann (beide Freie Wähler), Dr. Sven Kilian (Alternative Kraft) und Dr. Ernst-Ludwig Roth (Unabhängig).

Zum Abschluss der Sitzung zog der Stadtverordnetenvorsteher Bilanz für 2019, die er mit einem Zitat von Marie Curie, einer bedeutenden Physikerin begann: »Man merkt nie, was schon getan wurde, man sieht immer nur, was noch zu tun bleibt«. So habe man in diesem Jahr einiges auf den Weg gebracht, das eine oder andere in gutem Glauben, dass es am Ende erfolgreich sein wird, begleitet oder vorangetrieben. Die Kläranlagen in Ulrichstein und Ober-Seibertenrod wurden fertiggestellt. Die Ortsdurchfahrt in Kölzenhain wird erneuert, das Feuerwehrhaus in Bobenhausen ist fertiggestellt, für die Windkraftanlage »Alte Höhe« Wohnfeld/Bobenhausen wurde ein städtebaulicher Vertrag zum Repowering abgeschlossen. Und die Burgruine strahlt in neuem Glanz.

Ein wichtigeres Thema war die »Neufassung der Wasserversorgungsfassung«. Dieses habe die Gemüter schon über Jahre hinweg bewegt, und die Diskussionen hierzu seien zum Teil sehr emotional, nicht immer sachlich und wertschätzend gewesen. »Wir haben dieses Thema sehr ruhig und umfassend in mehreren Sitzungen beraten, in einer Bürgerversammlung vorgestellt und erörtert, und durch ein Rechtsgutachten bestätigen lassen. Letztendlich wurde die vorliegende Satzung mit nur einer Gegenstimme durch die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Jetzt liegt es an der Verwaltung die Bescheide hierzu im neuen Jahr zu erstellen«, sagte Weisensee.

Weiter ging er auf die Wasserversorgung für die Kernstadt ein: »Immer wenn wir dachten, jetzt sind doch alle Probleme schon einmal aufgetaucht, jetzt kann es doch nur noch vorwärts gehen, wurden wir eines besseren belehrt«. Große Sorge bereite nun, dass das Wasser auch noch dahingehend untersucht werden müsse, ob es sich nicht um prähistorisches, also sehr altes Wasser handelt. Dieses dürfe nämlich nicht gefördert werden, es müsse im Erdreich verbleiben. Es stehe also im Raum, »ob wir Weihwasser, Heilwasser oder Trinkwasser fördern«. Weisensee schloss, es bleibe spannend bei dem Thema Brunnenbohrung Ulrichstein.

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