13. Dezember 2019, 07:35 Uhr

Kino

Alsfeld kommt ab Januar im Kino ganz groß raus

Alsfeld war Hauptdrehort für den Kinofilm »Die Wolf-Gäng«. Regisseur Tim Trageser schwärmt immer noch von der Fachwerkstadt.Filmpremiere ist am 23. Januar.
13. Dezember 2019, 07:35 Uhr
Vlad ist mit seinem Vater Barnabas nach Crailsfelden (Marktplatz Alsfeld) gezogen, da passiert gleich ein Unfall. FOTOS: PM

Im Alsfelder Kino hängt es schon eine Weile, das Filmplakat. Ab Ende Januar ist es soweit und das Rathaus wird auf allen deutschen Kinoleinwänden zu sehen sein, denn hier fanden von September bis November 2018 der Großteil der Dreharbeiten für den Kinofilm »Die Wolf-Gäng« mit Rick Kavanian (»Die Bully Parade«), Sonja Gerhardt (»Ku’damm 59«) und Axel Stein (»Nicht mein Tag«) statt. Regisseur war Tim Trageser, unter anderem bekannt durch die Kinofilme »Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft« und »Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft sowie dem »Tatort«.

Alsfeld, Büdingen, Marburg und Schloss Braunfels hatten die Filmemacher aus München als Drehorte ausgewählt, wobei Alsfeld mit 21 von 40 Tagen der Hauptdrehort war. »Für uns stand schon immer fest, wir wollen in Hessen drehen, wir wollen eine kleine mittelalterliche Stadt. Und als wir das gesehen haben, haben wir uns sofort in den Marktplatz verliebt«, schilderte der Geschäftsführer der Rat Pack Filmproduktion, Christian Becker, die Wahl Alsfelds als Hauptdrehort.

Crailsfelden etwa, die fiktive Stadt im Film, wurde ausschließlich in Alsfeld gedreht. Die Produktionsbüros für das am Ende 120-köpfige Filmteam befanden sich fast ein Jahr lang im ehemaligen Postareal am Ludwigsplatz.

»Eine wunderbare Stadt«, wie sich Regisseur Tim Trageser erinnert, »die fast komplett unter Denkmalschutz stehen sollte. Dort leben tolle Menschen, und ein toller Bürgermeister, der mit Feuer und Liebe für unser Filmprojekt brannte.« Produzent Christian Becker ergänzt: »Gerade in Alsfeld sind wir wunderbar aufgenommen worden. Das hat die Dreharbeiten zu einem einzigen Vergnügen gemacht. Wir hatten - was sehr selten ist - motivierte und sympathische Motivbesitzer, die uns hervorragend unterstützt haben.«

Das Weinhaus beispielsweise wird zum Rathaus im Film, etwa doppelt so hoch wie das Alsfelder Rathaus, das jedoch unverfälscht als städtisches Wahrzeichen in »Die Wolf-Gäng« zu sehen sein wird.

Am Rossmarkt befindet sich Wohnhaus der Hauptfiguren des Films. Hier wurden in einem leerstehenden Ladengeschäft ein Antiquitätenladen sowie ein Kinderzimmer eingerichtet.

Das Ladengeschäft wurde nach Beendigung der Dreharbeiten von der Stadt angemietet und wird seitdem von der Marktspielgruppe als Nähatelier genutzt. Sämtliche Requisiten wurden von der Produktionsfirma übernommen, so dass Alsfeld über einen Original-Filmschauplatz verfügt, »der filmtouristisch genutzt werden soll«.

Bei der Verfilmung verging kein einziger Drehtag ohne Spezialeffekte. Mit am aufwendigsten war der Showdown im Rathausturm während der Sonnenfinsternis, wo sich alle magischen Bewohner von Crailsfelden auf dem Rathausplatz versammeln.

Einzigartig sind an ihm ganz sicher die Geschichte und der enorme Production Value. Wir müssen uns nicht verstecken vor den US-Fantasy-Filmen, deren Budget das Zehnfache beträgt.« Der Film, in dem auch das ein oder andere bekannte Alsfelder Gesicht zu sehen sein wird, übermittelt laut den Filmemachern eine besondere Botschaft. Tim Trageser beschreibt es so: »Unsere Helden sind drei magische Verlierer. Sie haben Handicaps, für die sie von allen an ihrer Schule gemobbt werden. Aber am Ende überwinden sie ihre Ängste und akzeptieren sich so, wie sie sind. Und retten die gesamte magische Welt.« Oder, wie es Christian Becker formuliert: »Auch wenn du anders bist, kannst du dich durchsetzen. Und: Man soll die Andersartigen nicht gleich verurteilen.«

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