09. Dezember 2019, 22:03 Uhr

Immer Probleme mit den Frauen

09. Dezember 2019, 22:03 Uhr

Im Prozess gegen einen 49-jährigen Alsfelder, der in einer Maschinenhalle große Mengen an Waffen und Sprengstoff hortete, hat der Angeklagte am gestrigen Verhandlungstag einiges über seinen Werdegang augesagt. Zunächst gab es den kurzen Auftritt eines weiteren Zeugen. Der 41-Jährige wurde aus der Justizvollzugsanstalt Frankfurt vorgeführt, wo er wegen eines Haftbefehls einsitzt, sodass er derzeit nicht in sein Heimatland Bosnien abgeschoben werden kann.

Der bullig wirkende Zeuge ließ über einen Dolmetscher ausrichten, er sage nicht aus. Der Angeklagte will von ihm das Kokainzum Weiterverkauf und für den eigenen Gebrauch erhalten haben. »Haben Sie die Drogen von ihm?«, wollte der Richter wissen. »Ja«, sagte der Angeklagte mit Blick auf den Zeugen. Auch der Verhandlungstag am Montag war von einem großen Aufgebot an Polizeibeamten begleitet, weil einige der auftretenden Zeugen dem Milieu der organisierten Kriminalität zugerechnet werden. Der Angeklagte erzählte recht weitschweifig aus seinem Leben, das verschiedene berufliche Stationen beinhaltete, zunächst hatte er Feinmechaniker gelernt.

Eine Unteroffiziersausbildung bei der Bundeswehr brach er ab, es folgten eine Tätigkeit in Grünberg und die Arbeit bei einem früheren Sägewerk. 20 Jahre war er bei einem Sanitätshaus beschäftigt, er habe sich hier sehr engagiert, dann sei er wegen einer »Intrige« entlassen worden. Vorher war es offenbar schon bergab gegangen, nachdem er eine Frau kennenlernte und die Beziehung ihm sehr zusetzte. Überhaupt scheinen Partnerschaften allesamt konfliktträchtig verlaufen zu sein. Mit der Mutter eines seiner beiden Kinder kaufte er ein Haus, aber weil sie überhaupt nichts in Haus und Garten getan habe, sei er gegangen.

Mindestens genauso problembeladen war die Beziehung zu einer alkohol- und drogenkranken Frau, die er auf dem Weihnachtsmarkt kennenlernte. Erst nach einem Jahr habe er erkannt, dass sie drogensüchtig gewesen sei, er sei selbst in die Abhängigkeit von Speed gerutscht.

Immer wieder musste der Richter (»Ich lese jeden Tag etwa acht Briefe von Ihnen«) bremsen, wenn der Angeklagte zu ausführlich wurde. Der Prozess geht weiter.

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