06. Dezember 2019, 21:57 Uhr

»Kritische Hürde überschritten«

10 000 Unterschriften gegen A 49-Weiterbau

06. Dezember 2019, 21:57 Uhr

Die Online-Petition gegen den Ausbau der A 49, die das Aktionsbündnis »Keine A 49« vor wenigen Wochen gestartet hatte, habe die kritische Hürde von 10 000 Unterschriften überschritten. »Knapp 11 500 Autobahngegner haben die Petition bereits gezeichnet«, freut sich Barbara Schlemmer (Homberg), führendes Mitglied im Aktionsbündnis »Keine A 49«.

»Das ist doch ein klares Signal an die Landesregierung, dass die Mehrheit in der Region diese Autobahn nicht möchte. Das Bauvorhaben zerstört ein einzigartiges Arten-, Natur- und Trinkwasserschutzgebiet. Dazu kommt die Rodung von gesundem Mischwald im Dannenröder Forst. So sieht keine grüne Politik aus. Wenn Tarek Al-Wazir seine Glaubwürdigkeit nicht ganz verlieren will, muss er dieses Projekt endlich stoppen,«

Zuletzt hatte sich auch der bekannte Förster und Schriftsteller Peter Wohlleben gegen den Ausbau der A 49 und für den Erhalt des Dannenröder Forstes ausgesprochen. In einem Video, das über soziale Medien verbreitet wurde, wies er auf die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz hin. In diesen Zeiten eine Autobahn bauen: »Das geht nicht mehr,« so Wohlleben.

Neben den Folgen für die Umwelt kritisiert das Aktionsbündnis »Keine A 49«, zu dem die Schutzgemeinschaft Gleental gehört, »juristische Unregelmäßigkeiten beim Planfeststellungsbeschluss« und fordert weiter den sofortigen Bau- und Rodungsstopp und stattdessen die Entwicklung nachhaltiger Verkehrskonzepte. In den vergangenen Monaten hatte das Aktionsbündnis zahlreiche Aktionen organisiert, um die Öffentlichkeit über die Auswirkungen des Autobahnbaus zu informieren. Zeitgleich formierte sich Widerstand bei den Kreisverbänden der Grünen und der Linken sowie jungen Klimagruppen wie Fridays-forFuture, Greenpeace, Extinction Rebellion und Robin Wood. Dies hatte Anfang Oktober, dem offiziellen Beginn der Rodungsarbeiten für den Autobahnausbau, zu Baumbesetzungen durch die Aktivistengruppe »Wald statt Asphalt« geführt. Weil Ausgleichsmaßnahmen noch nicht fertig sind, wurden die Rodungsarbeiten um ein Jahr verschoben.

»Solange die Landesregierung unsere Forderungen nicht anerkennt und den Ausbau stoppt, werden wir weiter Aufklärungsarbeit leisten,« sagt Christoph Schulze-Gockel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Gleental. »Da hilft es nichts, wenn die Deges sagt, dass sie am Termin für den Baubeginn festhält. Solange die mangelnden Ausgleichmaßnahmen und die Wirtschaftlichkeit des ÖPP-Verfahrens nicht geklärt sind, kann nicht gebaut werden.« Dem Aktionsbündnis »Keine A 49« zufolge ist ein Autobahnbau in Zeiten der Klimakrise ein folgenschwerer Fehltritt.

Die Position des Bündnisses wurde nun auch vom Umweltbundesamt gestärkt. Es fordere drastischere Einschnitte, um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen.

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