Vogelsbergkreis

Traditionelles Schlachtmenü

Früher waren in den Dörfern die Hausschlachtungen und die damit verbundenen zünftigen Schlachtfeste im Frühjahr und im Herbst gang und gäbe. Heutzutage sind es zum größten Teil Vereine, die in den Dörfern die Tradition dieses althergebrachten und nach wie vor sehr beliebten oberhessischen Spezialitätenessens am Leben erhalten.
24. November 2019, 22:28 Uhr
Hannelore Diegel
Alle Hände voll zu tun hat das Service-Team der Feuerwehr, damit die Gäste schnellstens die Schlachtfestspezialitäten frisch und heiß genießen können.	Foto: eva
Alle Hände voll zu tun hat das Service-Team der Feuerwehr, damit die Gäste schnellstens die Schlachtfestspezialitäten frisch und heiß genießen können. Foto: eva

Früher waren in den Dörfern die Hausschlachtungen und die damit verbundenen zünftigen Schlachtfeste im Frühjahr und im Herbst gang und gäbe. Heutzutage sind es zum größten Teil Vereine, die in den Dörfern die Tradition dieses althergebrachten und nach wie vor sehr beliebten oberhessischen Spezialitätenessens am Leben erhalten.

Einer dieser Vereine ist die Freiwillige Feuerwehr Nieder-Gemünden, die am Samstag zu dem deftigen Schlachtessen mit Frikadellen, Leber- und Blutwürstchen, Wellfleisch mit Sauerkraut und Meerrettich in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hatte. Wie nicht anders zu erwarten, war erneut die Nachfrage nach dem appetitlichen Gaumenschmaus sehr groß und die Feinschmecker aus Nieder-Gemünden und Umgebung kamen wieder auf ihre Kosten.

Wurde doch damit der Bevölkerung die Gelegenheit geboten, ein reichhaltiges Schlachtmenü mit den herzhaften Spezialitäten, wie zu Großmutters Zeiten, zu genießen. Angesichts der großen Nachfrage war es gut, dass die meisten Gäste ihre Schlachtplatten und Frikadellen vorab reserviert haben.

Tatkräftig unterstützt wurden die Feuerwehrmitglieder bei der traditionellen Zubereitung der zünftigen Leckereien, angefangen von den Schlachtfrikadellen, dem Quellfleisch und den dazugehörenden Beilagen, vom Team der Gaststätte »Holzwurm« in Nieder-Gemünden.

Während die ersten Frikadellen bereits am Freitagabend im »Holzwurm« angeboten wurden, bestand ab Samstagmittag die Möglichkeit, die gut bestückten Schlachtplatten in dem Gemeinschaftshaus abzuholen. Einige Ortsbewohner blieben gleich in dem kulturellen Zentrum des Dorfs, um ihre Mahlzeit in einer geselligen Runde zu genießen. Noch eine Tradition: Wie zu vernehmen war, durfte oftmals der obligatorische »Verdauungs-Schlachtschnaps« nicht fehlen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,647577

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