14. November 2019, 22:01 Uhr

Neubaugebiet zu teuer

14. November 2019, 22:01 Uhr

Die Gemeinde Feldatal soll ein neues Gewerbegebiet bei Ermenrod erhalten und mehr Bauplätze in schöner Lage in Groß-Felda - so der Wunsch aus der Kommunalpolitik. Darüber berieten nun die Mitglieder des Bauausschusses ausgiebig, um am Ende festzustellen, dass man erst einmal mehr Werbung für ein Gewerbegebiet machen muss, wobei auch eine Nutzung für Sport- oder Tourismusangebote möglich ist. Man solle das Genehmigungsverfahren angehen, wenn es Interessenten gibt. Zudem lehnte der Ausschuss eine Erweiterung des Baugebiets Sommerberg ab, weil es sehr teuer wird und gegenwärtig keine Bauinteressenten bereitstehen.

Mehr Unternehmen in Feldatal, um Steuereinnahmen zu erzielen, soll ein Gewerbegebiet bringen. Das war der Hintergrund der Beratung über mögliche Flächen an der B 49 bei Ermenrod. Der Ausschuss beriet mit Planer Ralf Geisler, Bürgermeister Leopold Bach und einem Vertreter der Bauabteilung des Gemeinde-Verwaltungsverbands. Bereits in einer früheren Sitzung hatte man drei geeignete Flächen an der Bundesstraße angeschaut. Doch nun sorgte Geisler für Ernüchterung, wie Vorsitzender Hans Werner Völzing zusammenfasste. So sei es ungewiss, ob das Regierungspräsidium Gießen eine solche Fläche genehmige. Denn dafür müsse Ackerland genutzt werden, und es sind Gewerbegebiete nur bei zentralen Orten zulässig. Das wäre in Feldatal der Ortsteil Groß-Felda, wo es noch ein überschaubares Areal gegenüber der Fotovoltaikanlage gibt. Weitere Hürden bestehen darin, dass Gewerbegebiete an den Ort anschließen sollen, was bei Ermenrod schwierig ist. Mit Blick auf den Naturschutz wäre eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig, die einiges Geld kostet.

Hoffen auf Firmen von außerhalb

In der Diskussion einigte sich der Ausschuss darauf, erst mal keine Ausweisung als Gewerbegebiet voranzutreiben, sagt Völzing. Wenn es einen konkreten Interessenten gebe, könne man das Verfahren anstoßen und habe bessere Chancen auf eine Genehmigung. Sinnvoll sei es, um die Ansiedlung von Unternehmen zu werben. Dabei könne es sich auch um Firmen handeln, die im Bereich Sport und Tourismus aktiv seien.

Bei sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss gegen die Erweiterung des Baugebiets Sommerberg / An der Stückwiese aus. Das Areal hatte man bereits vor Wochen besichtigt, es gilt wegen der Hanglage als attraktiv für Wohnhäuser. Nun legte die Bauabteilung des Gemeindeverwaltungsverbandes eine Kostenschätzung vor, die sich auf gut 400 000 Euro beläuft. Das umfasst den Kauf des Geländes sowie Planung und Erschließung von sechs Bauplätzen, wie Völzing erläutert. Die hohen Kosten fallen an, weil am Hang zwei Kanalstränge nötig werden. Nicht bekannt ist, ob der Untergrund felsig ist und deshalb noch höhere Baukosten anfallen.

Die Ausschussmitglieder sehen ein zu hohes Risiko für die finanzschwache Gemeinde, dass man investiert, aber dann die Grundstücke nicht verkaufen kann. Zudem gibt es noch fünf gemeindeeigene Bauplätze in Groß-Felda und Kestrich, zwei in Stumpertenrod und drei in Zeilbach, dort sind noch drei weitere Grundstücke reserviert, wie Bach mitteilt. Eine Umfrage in Ortsbeiräten hatte zudem ergeben, dass man lieber Baulücken in den Ortslagen schließen will als Baugebiete auszuweisen.

Am Rande der Sitzung informierte Bach darüber, dass ein 2014 vom Parlament beschlossener Wohnmobilplatz bei Windhausen bislang noch nicht eingerichtet wurde.

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