10. November 2019, 08:30 Uhr

Dörfer

Burg- und Nieder-Gemünden sollen zusammenwachsen

Rund 30 Bauplätze könnten zwischen Burg- und Nieder-Gemünden in einem ersten Abschnitt entstehen. Letztlich sollen die beiden Orte zusammenwachsen.
10. November 2019, 08:30 Uhr
Unterhalb der Ohmstraße wird Gewerbe angesiedelt, die Flächen werden von oben erschlossen. Im Hintergrund ist der Ortsteil Burg-Gemünden. (Fotos: rs)

Ab dem Frühjahr 2021 könnte oberhalb der Ohmstraße gebaut werden. Diese Einschätzung gab Planer Matthias Wolf im Bauausschuss. Damit würde ein langer Planungsprozess ein Ende finden und es wäre der Einstieg in den angestrebten Lückenschluss zwischen Burg- und Nieder-Gemünden. Während es oberhalb der Ohmstraße um ein Wohngebiet mit einem schmalen Streifen Mischgebiet geht, wird unterhalb zwischen der Ohmstraße und der Vogelsbergbahn die Gewerbefläche neu geplant. Dabei geht es auch um die Sicherung eines Lebensmittelmarkt-Standortes.

Im Ausschuss standen das Aufstellen eines Bebaungsplanes Vor dem Bienrodskopf und eine Änderung des Flächennutzungsplanes an. Angeschlossen werden soll das neue Baugebiet von Süden über den Bienrodsweg und von der Ohmstraße über die seitherige Zufahrt zum Galgenberg. Wegen der Hanglage haben die Grundstücke Talblick. Es sind 26 bis 31 Bauplätze möglich. Im unteren Teil entlang der Ohmstraße ist Mischgebiet vorgesehen, das von unten erschlossen wird. Das dient auch einer Abstufung von Wohngebiet über Mischgebiet bis zum Gewerbegebiet auf der Talseite der Ohmstraße.

Vorgesehen ist ein Regenrückhaltebecken für das Niederschlagswasser, denn im Neubaugebiet wird Wasser im Trennsystem abgeleitet. Für die Grundstücke sollen zudem Zisternen festgesetzt werden. Wegen einer weiteren möglichen Neubaufläche in Richtung Mehrzweckhalle wird die Verkehrsfläche zum Galgenberg sehr breit angelegt. Die Fläche kann nach Ansicht des Planers über den Bedarf der Eigenentwicklung hinaus gehen, weil man mit dem Lückenschluss zwischen den großen Ortsteilen einen zentralen Ort entwickelt. Allerdings könnte es sein, dass das Vorhaben im ersten Schritt nicht in vollem Umfang möglich ist, sondern eine schrittweise Erschließung vorgegeben wird. Damit könnte man leben, 30 Bauplätze erscheinen viel. Zur Erschließung der Fläche sagte Wolf, dass durch die Ringstraßen der Verkehr verteilt werde und keine besondere Belastung für Teilbereiche entstehe. Das hat auch den Vorteil, dass schwere Fahrzeuge wie Müllabfuhr und Feuerwehr nicht wenden müssen.

Zur Zeitschiene erläuterte der Planer, dass Ende der Sommerferien das Bauplanungsrecht gegeben sein sollte, im Frühjahr 2021 könnte gebaut werden. Was wäre, wenn in den anderen Ortsteilen noch ein Bedarf zu Neubauplätzen gemeldet würde? Das würde die aktuelle Planung nicht tangieren, beruhigte der Planer. Wünsche sollten aber der Größe des Ortsteiles angemessen sein. Weil es um Flächen von unter 10 000 Quadratmeter geht, könnte das in einem beschleunigten Verfahren ablaufen. Allerdings muss nachgewiesen werden, dass eine Innenentwicklung versucht wurde, aber nicht mehr möglich ist. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die Vorgehensweise aus. Wolf erläuterte zur Planung der Gewerbefläche zwischen Ohmstraße und Vogelsbergbahn, damit werde auch der Bestand des Lebensmittelmarktes gesichert. Zunächst hatte man den Standort mit 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche definiert. Das hätte aber zu einem Abweichungsverfahren in Hinblick auf die übergeordnete Planung geführt, weil auf die Kaufkraft umliegender Gemeinden abgezielt würde.

Die Lösung ist ein Aufsplitten in 1100 Quadratmeter für Lebensmittel und 300 Quadratmeter für Getränke. Das bedeutet kein Abweichungsverfahren und keine Beeinträchtigung des Einzelhandels in Nachbarkommunen. Die jetzige Situation wird nur als Sicherung der Versorgung für die Großgemeinde Gemünden gesehen. Vor diesem Hintergrund haben sich die Nachbarkommunen nicht negativ geäußert.

In einer Stellungnahme von Hessen Mobil ist die Ohmstraße seither als freie Strecke benannt, weshalb seitlich 20 Meter nicht beplant werden dürfen. Ziel ist aber, die Ohmstraße als innerörtliche Straße umzuwidmen, so dass man bis auf fünf Meter an die Straße heran bauen darf. Dadurch können die Flächen besser genutzt werden. Man muss aber erst die Abstufung abwarten. In diesem Zusammenhang ist die Fuß- und Radwegeplanung zu sehen. Verläuft der Weg bislang unterhalb der Straße, so wäre die Bebauung oberhalb ein Anlass, den Weg zu verlegen auf die Seite, wo Kindergarten und Schule sind.

Ohne Planänderungen könnte ein Satzungsbeschluss vor der Sommerpause 2020 erfolgen. Die Änderungen von Flächennutzungsplan und Bauleitplanung wurden einstimmig zur Annahme empfohlen.

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