06. November 2019, 21:28 Uhr

Mehr Aufwand mit Bauschutt

06. November 2019, 21:28 Uhr

Wer in seinem Haus einmal eine Wand einreißt, hat danach einen größeren Raum - und einen kleinen Schuttberg. Zu viel für die Restmülltonne, zu wenig für die Ablieferung bei Verwertern. Genau für diese Zwecke bietet der Abfallverband ZAV an, kleine Mengen Bauschutt über das Entsorgungszentrum Bastwald loszuwerden. Das kostet allerdings einiges an Geld, immerhin sind 117 Euro pro Tonne Bauschutt zu berappen. Dieser Tage debattierte die ZAV-Versammlung darüber, ob die Entsorgung von alten Balken, Putz und Ziegeln nicht auch billiger zu haben ist.

Geschäftsführer Dr. Hansjörg Fuchs sagt: Nein, das geht nicht, denn die Auflagen für die Entsorgung von Baustellenabfällen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. So müssen Holz, harte Steine und weiche Materialien wie Porenbeton auseinandersortiert werden. »Das kann man nicht alles auf einen Haufen kippen«, so Fuchs.

Das Entsorgungszentrum bietet nur für kleine Mengen Bauschutt, »etwa einen Pkw-Anhänger voll«, die Entsorgung an. Kleinere Mengen können in der Restmülltonne entsorgt werden und wenn mehr anfällt, kann man das Material per Lkw gleich bei einem Verwerter abliefern, so Fuchs. Am Bauschutt zeigt sich der Wandel im Umgang mit Abfällen. »Bei der Gründung des ZAV wurde festgelegt, dass Bauschutt in der Verfügung der Kommunen bleibt«, sagt Fuchs. Noch vor Jahren wurde Bauschutt zum Wegebau verwendet, Lärmschutzwälle an Autobahnen entstanden ebenfalls aus diesem Material.

Die Pflicht zur Trennung der verschiedenen Fraktionen rührt daher, dass Bauschutt sehr wohl als Unterbau für Straßen verwendet werden kann. Dann muss man aber Holz und Porenbeton herauslesen, »die haben Eigenschaften, die im Straßenbau nicht erwünscht sind«. Inzwischen gebe es nur noch wenige alte Steinbrüche, die mit dem Schutt aufgefüllt werden können. Zudem müssen die Verwerter darauf achten, dass keine Ölreste enthalten sind, um das Grundwasser nicht zu verunreinigen.

Der ZAV muss die relativ happigen Gebühren für die Entsorgung von Bauschutt kassieren, weil er diesen dann an Verwerter weiterreicht. Die Übersicht, die Fuchs den ZAV-Vertretern vorlegte, zeigt auf, dass Nachbarkreise meist ähnlich viel verlangen. Wenn Bauschutt billiger angenommen wird, dann nur, weil in der dortigen Deponie noch Wege gebaut werden. Die Deponie Bastwald ist aber fertig ausgebaut, Bauschutt kann da nicht genutzt werden.

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