06. November 2011, 22:38 Uhr

Knapper Vorsprung für Görig: Landratswahl geht in Runde 2

Vogelsbergkreis (jol). Am Ende wurde es knapp: Mit 47,6 zu 47,1 Prozent der Wählerstimmen setzte sich am Sonntag Manfred Görig (SPD) in der ersten Runde der Landratswahl gegen Rainer-Hans Vollmöller (CDU) durch.
06. November 2011, 22:38 Uhr
Manfred Görig (rechts) und Rainer-Hans Vollmöller (CDU) im Radio-Interview: Zweite Wahlrunde wird nötig. (Fotos: jol)

Vogelsbergkreis (jol). Es war durchgehend ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden »Großen« Görig und Vollmöller – erst mit den letzten der 216 Vogelsberger Landkreise stand fest, dass die Landratskandidaten von SPD und CDU in die Stichwahl am 20. November gehen müssen. Knapp setzte sich Manfred Görig (SPD) mit 47,6 Prozent der Voten gegen Rainer-Hans Vollmöller (CDU) und 47,1 % durch. Das sind 167 Stimmen Vorsprung – bei 16974 Stimmen für Görig und 16807 für Vollmöller. Ingo Schwalm (Linke) errang 5,3%.

Ein spannender Wahlkrimi war den Vogelsbergern vergönnt, die am Sonntagabend im Landratsamt in Lauterbach das Eintreffen der Ergebnisse aus den einzelnen Wahlkreisen abwarteten. Bereits um 18.20 Uhr, da waren erst zwei dutzend Gäste im Saal, kam aus Gemünden das erste Gemeinde-Ergebnis, deutlich für Manfred Görig (54,7 %). Als dann wenige Minuten später das Resultat aus Grebenau mit einem knappen Sieg für Vollmöller auf dem Schirm auftauchte, musste der Wahlleiter Entwarnung geben: Die Zahlen waren falsch in das System übertragen worden, in Wirklichkeit hatte auch dort Manfred Görig die Nase vorn. So wog der Resultate-Reigen hin uns her, traditionell schwarze Hochburgen für Vollmöller, rote Kommunen gingen mehr oder weniger deutlich an Görig. Ingo Schwalm rangierte meist um die 5 Prozent herum.

Ein Bringer für Vollmöller war dann das Ergebnis aus Lauterbach, dort holte er 1572 Stimmen Vorsprung heraus, bei einer Wahlbeteiligung von 48,7%. Dieser Wert wurde ansonsten nur in Orten mit Bürgermeisterwahl erreicht, also Mücke, Ulrichstein, Lautertal und Herbstein. Dem gegenüber verbuchte Görig in größeren Gewinner-Orten wie Alsfeld nur 38,1 und Schotten nur 25,9% bei der Wahlbeteiligung.

Am Ende freute sich Görig darüber, vorn zu liegen, das sei eine gute Ausgangsbasis für die zweiter Runde am 20. November. Die Wahlbeteiligung in seinen Hochburgen wie Homberg und Schotten müsse gesteigert werden und das sei zu schaffen. Bei der Wahl zwischen zwei Kandidaten »sieht so eine Wahl schon anders aus«. Er hoffte da insbesondere auf Zustimmung von Unterstützern der Freien Wähler und der Grünen.

Vollmöller war insgesamt zufrieden mit dem Ergebnis, vor vier Wochen hätte niemand ein solch enges Ergebnis für möglich gehalten. Nun werde er um jede Wählerstimme kämpfen. Das gute Abschneiden führte er auf zwei Faktoren zurück: Seine offene und ehrliche Art, so verspreche er nichts, was er nicht halten kann. Zudem hätten die Wähler 24 Jahre kommunalpolitische Erfahrung honoriert. Das Ziel, Landrat zu werden, sei in erreichbarer Nähe, »drei Prozent mehr - das ist zu schaffen«.

Linken-Kandidat Ingo Schwalm war bei der Wahl-Veranstaltung im Kreishaus Lauterbach nicht zu sehen.

Beide Seiten zuversichtlich

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Veit war über das Ergebnis »überrascht«, er hatte Manfred Görig vier bis fünf Prozentpunkte mehr zugetraut. Vollmöller habe wohl dadurch gepunktet, dass die Wahlbeteiligung dort hoch war, wo er stark war. Sein CDU-Kollege Michael Brand freute sich über ein »tolles Ergebnis« für Vollmöller. Görig war sich wohl recht sicher gewesen, gleich im ersten Anlauf zu gewinnen, nun habe Vollmöller mit seiner Bescheidenheit und Sachkompetenz gute Chancen.

Friedel Kopp (Freie Wähler) hoffte auf 50,1 Prozent für Manfred Göring in zwei Wochen. In einigen Gemeinde hätten wohl die Freien Wähler auf beiden Kandidaten »verteilt gewählt«. In den nächsten 14 Tagen müssten die Freien Wähler aktiver werden und »den Wählern zeigen, um was es geht«.

Dr. Hans Heuser (CDU) freute sich besonders darüber, dass Vollmöller offenbar auch im Altkreis Alsfeld nicht so unbekannt war wie befürchtet und seine Wähler gefunden hat. Den recht geringen Abstand zu Görig werde man aufholen.

Mario Döweling (FDP) meinte, die Wähler hätten sich nicht verschaukeln lassen. Die SPD sei zu siegessicher gewesen. Nun werde man um jede Stimme kämpfen. Jürgen Ackermann (SPD) rechnete Manfred Görig gute Chancen aus, am 20. November zum Landrat gewählt zu werden. Er ging davon aus, dass bisherige Wähler der Linken wohl kaum ihre Stimme dem CDU-Kandidaten geben werden.

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