Vogelsbergkreis

»Warum wird nur Frankfurt gefördert?«

Mit der Forderung nach einer Stärkung des ländlichen Raumes reagiert der Erste Beigeordnete des Vogelsbergkreises, Jens Mischak (CDU), auf die Ankündigung des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al Wazir (Grüne), in den nächsten Jahren für zusätzliche 200 000 Wohnungen im sogenannten Speckgürtel von Frankfurt ein groß angelegtes Förderprogramm aufzulegen.
18. Oktober 2019, 21:53 Uhr
Redaktion
Warum ständig Neubauten im Raum Frankfurt fördern? Das fragt der Erste Kreisbeigeordnete Mischak. Auf dem Land gebe es genügend Wohnraum. 	(Foto: dpa)
Warum ständig Neubauten im Raum Frankfurt fördern? Das fragt der Erste Kreisbeigeordnete Mischak. Auf dem Land gebe es genügend Wohnraum. (Foto: dpa)

Mit der Forderung nach einer Stärkung des ländlichen Raumes reagiert der Erste Beigeordnete des Vogelsbergkreises, Jens Mischak (CDU), auf die Ankündigung des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al Wazir (Grüne), in den nächsten Jahren für zusätzliche 200 000 Wohnungen im sogenannten Speckgürtel von Frankfurt ein groß angelegtes Förderprogramm aufzulegen.

»Der Wirtschaftsminister will Geld in einer Größenordnung von 75 Millionen Euro in die Hand nehmen, um das Bauen im sogenannten Frankfurter Bogen zu fördern. Daraus ergibt sich für mich die klare Forderung nach einer ebensolchen Wohnungsbauförderung im ländlichen Raum, durch die die Probleme des Ballungsraumes Rhein-Main auch mit gelöst werden können«, so Mischak. Denn auf dem Land stehe bereits kostengünstiger Wohnraum zur Verfügung. Zum Teil würden aber Gebäude verfallen, »weil wegen denkmalschutzrechtlicher Hürden wegen einer fehlenden ordentlichen Verkehrserschließung nicht investiert wird«.

Würde man den ÖPNV auch für ländliche Kreise interessant und finanzierbar machen oder etwa im Denkmalschutz zusätzliches Fördergeld bei Investitionen in private Umbauten bereitstellen, könnte der ländliche Raum eine entscheidende Rolle bei der Lösung des Wohnungsproblems im Ballungsraum spielen, so Mischak. Mit einer guten Verkehrsinfrastruktur und dem Ausbau von Kreis-, Landes- und Bundesstraßen sowie einer aktiven finanziellen Unterstützung beim ÖPNV-Ausbau wäre eine Entlastung des Rhein-Main-Gebiets zu erreichen, statt es weiter zu verdichten. Auch weitere Arbeitsplatzverlagerungen von Behörden-Arbeitsplätzen nach dem Vorbild des hessischen Finanzministers wären zentrale Steuerungselemente bei der Lösung dieser Problematik.

»Es hat auch etwas mit regionaler Gerechtigkeit innerhalb eines Bundeslandes zu tun, wenn nunmehr groß angelegt rund um Frankfurt Geld für neue Wohnungen ausgegeben werden soll, während im ländlichen Raum günstiger Wohnraum in ausreichendem Maße zur Verfügung steht«, gibt Mischak zu bedenken. Jeder spreche vom Home-Office, aber bei so konkreten Themen wie der Wohnungsbauförderung sei es doch wieder entscheidend, »ob der Frankfurter Hauptbahnhof in 30 Minuten erreicht werden kann oder nicht«.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,637072

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