06. Oktober 2019, 22:08 Uhr

Grüne und Linke fordern Baustopp für A 49

06. Oktober 2019, 22:08 Uhr

Die Besetzungsaktion im Dannenröder Forst gegen den Weiterbau der Autobahn 49 bringt Bewegung in das politische Leben des Kreises. Die Fraktionen der Grünen und der Linken wollen im Kreistag über einen Baustopp für die A 49 debattieren. Sie haben einen Antrag zur nächsten Sitzung des Parlaments eingebracht, der eine Resolution an die Landesregierung zum Inhalt hat. Darin greifen sie die Kritik von Naturschützern auf.

Im Antrag heißt es: »Der Kreistag im Vogelsberg fordert die Hessische Landesregierung auf, den weiteren Ausbau der A 49 zu stoppen, bis es einen gesetzlich verankerten Klimaschutzplan für Deutschland gibt, der unter anderem auch den weiteren Straßenausbau und den Umgang mit schutzwürdigen Waldgebieten regelt.« Weiter wird gefordert, als Sofortmaßnahme die geplanten Rodungen im Dannenröder Forst und Herrenwald einzustellen, Die Ausgleichsmaßnahmen der Projektgesellschaft DEGES sollen von verantwortlichen Stellen überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden. Für Verstöße sollen Vertragsstrafen fließen. Zudem fordern Grüne und Linke, »alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen«, um einen Baustopp der A49 in dem Bereich Söhrenteich zu erwirken, um mangelhaft ausgeführte Ausgleichsmaßnahmen in Ordnung zu bringen.

Gegen Flächenverbrauch

Zur Begründung verweisen Grüne und Linke darauf, dass es mangelhafte Umsetzungen zum Klimaschutz in Deutschland gebe. Das habe zum Umdenken breiter Teile der Bevölkerung geführt. Viele Menschen forderten wirkungsvolle Maßnahmen der Politik. Unter anderen gehören Maßnahmen gegen den zunehmenden Flächenverbrauch in einen Klimaschutzplan, um Kohlendioxid-Belastungen zu mindern.. Es sei zu erwarten, dass es zukünftig zu Regulierungen und Einschränkungen kommt. Deshalb sei es nicht hinnehmbar, »dass vorher mit der Rodung im Dannenröder Forst und Herrenwald vollendete Tatsachen geschaffen werden«.

In dem Antrag wird zudem darauf verwiesen, dass die Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Landschaft von der DEGES »fehlerhaft umgesetzt« seien. Grüne und Linke fordern, das zu prüfen und zu korrigieren. Die Korrektur müsse »unbedingt vor der Baumaßnahme erfolgen, um der betroffenen Tierwelt Ausweichmöglichkeiten zu bieten«.

Das gelte besonders bei Tätigkeiten mit möglichen Auswirkungen auf Fortpflanzungs- und Ruhestätten von Tieren. Es dürfe nicht zu einer Reduzierung der ökologischen Funktionalität in einem Bereich kommen. Dies sei im Bereich Söhrenteich nicht gegeben: Auf diesen Flächen bei Maulbach/Appenrod, an einem ehemals flach ausgebildeten, nicht ständig Wasser führenden Bach, sei von dem Bauträger oder Beauftragten ein fünf Meter breiter und 1,5 Meter tiefer, gerader Graben ausgehoben worden. Das entspreche nicht dem Planfeststellungsbeschluss und schon gar nicht dem Ziel einer Artenschutz-Maßnahme. Zudem habe man am Ufer alle Gehölze bis auf einige Weiden beseitigt. Die Bäume seien bei der Maßnahme an den Wurzeln so stark beschädigt worden, dass sie wohl absterben.

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