30. September 2019, 21:47 Uhr

Märchen, Musik, Menschen

30. September 2019, 21:47 Uhr
Musik im Haus Speier in Angenrod: Marina und Wladimir Pletner umrahmen die Vernissage für die Ausstellung mit Selbstporträts jüdischer Künstler. (Foto: pm)

Nun sind sie zu Ende: die Alsfelder Kulturtage, die auch in der zweiten Woche mit einem abwechslungsreichen Programm sowohl für Wissenszuwachs, Unterhaltung und künstlerische wie musikalische Ereignisse sorgten.

Den Weltkindertag würdigte die Stadtbücherei, die mit dem Weltladen den Autor Jean-Félix Belinga-Belinga eingeladen hatte. Er hatte seinen jungen Zuhörern die Geschichte von »Akiba und dem Wundermais« mitgebracht und entführte sie in eine ihnen bisher unbekannte Welt. Mit Mitmachtänzen aus aller Welt erfreute Barbara Heinz die Gäste in der »Langen Nacht der Volkshochschulen«. Mit ganz viel Spaß und Freude erlernten diese schnell die Bewegungen und konnten ihre lange Nacht am Klanggarten beschwingt fortsetzen. Bis in die Morgenstunden rockte es in der Calypso-Bar. The Aqualung und Bloozeprügel heizten ihren Gästen ein. Die Bands um verschiedene, auch aus Alsfeld stammende Künstlerinnen und Künstler machten eindrucksvoll deutlich, dass Kultur auch laut geht.

Gitarren und Brüder Grimm

Eine Führung durch das jüdische Alsfeld hatte Daniela Eichelberger für ein großes Publikum vorbereitet. Gemeinsam folgten sie Spuren jüdischen Lebens in der Stadt und lernten auch vergessene Orte, wie beispielsweise den des ehemaligen Judenbades, kennen. Eine beeindruckende Zeitreise in die noch gar nicht allzu weite Vergangenheit.

Im Haus Speier wurde die Ausstellung mit Selbstporträts jüdischer Künstler eröffnet. Kuratiert und bereitgestellt von Konrad Rüssel, wurde sie von dem Kunstpädagogen Volker Zähme vorgestellt. Musikalisch umrahmten Marina und Wladimir Pletner die Vernissge. Die Ausstellung in Angenrod ist täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Zu einer Runde Septemberswing hatten Mikael Børresen, Klarinette, und Simon Wahby, Orgel, in die Dreifaltigkeitskirche eingeladen. Sie entführten ihre Zuhörer in die Welt der schönen Klänge und verschafften ihnen eine gelungene Auszeit vom Alltagstrubel.

»Fontane traf Fei« in der Buchhandlung Lesenswert. Eine überraschende und doch sehr passende Kombination, die Fontane-Rezitator Julius Bornmann und der Autor Jonathan Fei in der Lesenacht boten. Eine kleine Randnotiz ist auch die Erkenntnis wert, dass in der umgestalteten Buchhandlung am Rathaus 40 Menschen Platz finden.

Mit einem Matinee-Konzert nahmen Anton Urvalov (Viola/Violine) und Viktor Urvalov (Klavier) die Gäste in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule in ihren Bann. Ausgewählt hatten sie Werke von Franz Schubert, Paul Hindemith, Edvard Grieg und Robert Schumann. Weit gereist, auf viele Menschen und Geschichten getroffen, war die Gruppe »Quadro Nuevo«.

Mitgebracht hatten die vier musikalische Erinnerungen an Reisen und Menschen und schöne Reminiszenzen an deutsche Volkslieder, die sie in ihrem unbeschreiblichen und unverwechselbaren Stil den knapp hundert Gästen in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule präsentierten.

Sind Märchen nur etwas für Kinder? Keinesfalls, fanden Märchenexperte Erhard Lanzerath und Märchenfrau Silvia Völker, und das natürlich im Märchenhaus. Mit ihren interessierten Gästen sprachen die beiden über die Entstehung von Märchen, die Bedeutung der Brüder Grimm und über Märchen im Alltag. Selbstverständlich gab es auch ein Wiederhören mit den Märchen der Kindheit - oder doch denen für Erwachsene?

Wie schön sich Gitarrenmusik mit Gedichten über die Wildnis Kanadas und Impressionen aus Alsfeld und Angenrod verbinden lässt, das zeigten Sascha Reif, Marc Colavincenzo und Walter Windisch-Laube im Haus Speier in Angenrod.

Umgeben von der Ausstellung mit Selbstporträts jüdischer Künstler, wirkte ihre Gedichtauswahl, die auch Erich Fried und Hans Magnus Enzensberger einschloss, auf das Publikum an diesem besonderen Veranstaltungsort intensiv und inspirierend.

Mit einem kleinen Publikum diskutierte Wirtschaftsjournalist Ingo Leipner über das Thema »Heute mal bildschirmfrei« in der Volkshochschule. Darüber hinaus fanden unter seiner Leitung zwei Workshops mit Schülern zum Thema Fake News statt.

Mit auf eine Reise in die Arktis, an den Nordpol, nahm die Homberger Autorin Astrid Ruppert ihre Gäste im Marktcafé. In literarischen Episoden hatte sie sehr fantasievoll ihre Begegnungen auf einem russischen Eisbrecher umgesetzt und teilte diese mit ihrem Publikum. Bilder von ihrer Reise machten die Stimmung perfekt und weckten sicher bei dem einen oder anderen die Lust auf eine ungewöhnliche Tour.

Was tut ein Pfarrer, wenn er Langeweile hat? Henner Eurich schreibt ein »KirchenKlavierKabarett« und erfreut Schäfchen und Nichtschäfchen gleichermaßen. Voll besetzt war die Altenburger Schlosskirche, als der »vielleicht musikalischste und witzigste Pfarrer der Propstei Oberhessen« in die Tasten haute und vors Mikrofon trat.

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