26. September 2019, 20:53 Uhr

»Erst die Hausaufgaben machen«

26. September 2019, 20:53 Uhr

Tourismus ist eine der wenigen Chancen für eine wirtschaftliche Entwicklung in Ulrichstein, immerhin liegt die Großgemeinde unmittelbar am Naturpark Hoher Vogelsberg und auf die Ansiedlung von großen Unternehmen kann man wegen der Entfernung zur Autobahn auch nicht hoffen. Die Kleinstadt mit der markanten Burgruine hat über Jahre hinweg den Tourismusbereich gepflegt, sogar zeitweise einen eigenen Fachmann hierfür beschäftigt. Mit großem Interesse beteiligen sich deshalb die Stadtverordneten an der Debatte um die Neuausrichtung der »Vogelsberg Touristik«, dem Dachverband der hiesigen Kommunen, die Besucher anlocken wollen. Im Hauptausschuss stellten die Kommunalpolitiker fest, dass sie noch keine Entscheidung über eine höhere Beteiligung an der künftigen Gesellschaft treffen könnten. Der Beschluss soll später fallen, wenn die genauen Kosten ermittelt sind.

Dabei geht es um drei Gesellschaften, die zu einer verschmolzen werden sollen, wie Bürgermeister Edwin Schneider erläuterte. Die Region Vogelsberg Touristik soll mit einem höheren Stammkapital ausgestattet werden, mit ihr sollen der Zweckverband Naturpark Hoher Vogelsberg und der Verein Geopark Vulkan Vogelsberg verschmolzen werden - soweit der Plan des Kreises.

Nun soll die Stadt Geld nachschießen, weil der Wetteraukreis aus der Vogelsberg Touristik ausgestiegen ist. Dadurch fehlt Geld für den laufenden Betrieb, Ulrichstein soll knapp 340 Euro zusätzlich aufbringen, wie Schneider erläuterte. Zudem soll im nächsten Jahr das Stammkapital der Touristik-Gesellschaft erhöht werden, das soll rund 2100 Euro kosten. Der Vogelsbergkreis will künftig eine Mehrheit der Gesellschaftsanteile halten. Weitere Anteile liegen bei Vogelsberger Kommunen, dem Landkreis Gießen und dem Main-Kinzig-Kreis sowie mehreren Kommunen aus den Nachbarkreisen. Die Stadt Ulrichstein ist mit 2,16 Prozent dabei. Der Vogelsbergkreis will den Anteil des Wetteraukreises übernehmen, wie Schneider erläuterte. Dieser ist ausgeschert, »weil er sich eher in Richtung Rhein-Main-Gebiet orientiert«, wie Schneider anmerkt.

Sorge wegen höherer Kosten

Kritisch sieht das Vorgehen Wolfgang Repp (SPD). Die Stadtverordneten sollen beschließen, Geld nachzuschießen, aber die Gespräche über Strukturen und Folgekosten seien noch nicht abgeschlossen. »Wir stellen da einen Blankoscheck aus«, das sei nicht vermittelbar. Schneider entgegnete, dass zunächst die Gemeinde das Aus für den Zweckverband Naturpark beschließen müssen, bevor die Gespräche über die künftige Struktur mit dem Land geführt werden könnten. Vorsitzender Dr. Ernst-Ludwig Roth (SPD) wandte ein, dass üblicherweise bei einer Fusion Einspareffekte entstehen.

Karl Weisensee (SPD) regte an, zu beschließen, dass man zustimme, aber nur, wenn zukünftig keine höheren Kosten entstehen. Werner Funk berichtete aus der Verbandsversammlung des Naturparks, dass dort auch keine weiteren Informationen über die Struktur und Kosten mitgeteilt wurden.

Repp regte deshalb an, den Beschluss auf die nächste Ausschusssitzung zu verschieben. »Erst soll der Kreis seine Hausaufgaben machen, wir können ja nicht etwas beschließen, ohne die Kosten zu kennen.« Dem schlossen sich alle Ausschussmitglieder an. Bürgermeister Schneider will nun erst einmal den Stand der Dinge beim Vogelsbergkreis erfragen.

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