26. September 2019, 20:53 Uhr

Neuer Brunnen liefert 2,8 Liter Wasser pro Sekunde

26. September 2019, 20:53 Uhr

»Der Fortschritt ist eine Schnecke«, die Brunnenbohrung in Ulrichstein kommt und kommt nicht zu einem zufriedenstellenden Ende. So urteilt Karl Weisensee nach dem Bericht des Bürgermeisters über den Stand der Dinge bei der Wasserversorgung für die Kernstadt.

Auch Edwin Schneider wirkte in einer Ausschusssitzung dieser Tage etwas genervt von der endlosen Geschichte rund um den neuen Brunnen am Hochbehälter. »Der Bohrmeister hat schon gesagt, die Bohrung hat es in sich«, sagte Schneider im Hauptausschuss des Stadtparlaments. Immerhin sei die eigentliche Bohrung gut verlaufen, die anvisierten 200 Meter Tiefe wurden erreicht. In 191 Metern Tiefe habe ein Pumpversuch 2,5 bis 3 Liter Wasser pro Sekunde gefördert, der Wasserspiegel sei in etwa gleich geblieben.

Stärkere Pumpe

Die Stadt braucht aber bis zu fünf Liter/Sekunde, weshalb nun mit einer stärkeren Pumpe mehr Wasser nach oben befördert werden soll. Das stößt auf Widerstand. In etwa 171 Metern Tiefe ist der Schacht verengt, die stärkere Pumpe kann deshalb nicht tief genug hinabgelassen werden, wie Schneider im Ausschuss erläuterte.

Nun wird eine Kamera besorgt, um die Engstelle zu begutachten. Dann soll der Pumpversuch mit höherer Kapazität fortgesetzt werden.

Immerhin muss kein Wasser per Tankwagen zur Versorgung der Kernstadtbewohner herbeigeschafft werden, teilte Schneider mit. Denn das Wasser aus dem neuen Brunnen kann bereits genutzt werden.

Etwas Optimismus streute Erster Stadtrat Werner Funk in die Diskussion ein: »Es ist ein erheblicher Fortschritt, dass wir rund 2,8 Liter Wasser pro Sekunde zur Verfügung haben - das ist wichtig und positiv für die Stadt«.

Hintergrund: Bislang beziehen die Kernstadtbewohner ihr Wasser aus einer Schürfquelle, die nur etwa 30 Meter tief liegt. Sie versiegt in heißen Monaten und verkeimt immer wieder. Mit einer innovativen Suchmethode wurde ein neuer Brunnen gesucht, gebohrt wird seit einem Jahr. Allerdings reichte die Wassermenge bei einer Tiefe von 136 Metern nicht aus, deshalb wurde kürzlich weitergebohrt.

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