24. September 2019, 22:02 Uhr

Tempo 30 am Ortseingang

24. September 2019, 22:02 Uhr
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Von Joachim Legatis
Planung für den Radweg am Ortseingang Ober-Ofleiden: Die Radler kommen in etwa in Höhe des Lkw von links an die Nieder-Ofleidener Straße, fahren am Gehweg links entlang, um in Höhe des Weges rechts über die Fahrbahn zu gelangen. (Fotos: jol)

Was ist gefährlicher für Freizeitradler: Eine Überquerung der Nieder-Ofleidener Straße am Ortsende oder in der alten Mitte von Ober-Ofleiden? Dazu lieferten sich Vertreter beider Positionen eine lebhafte Auseinandersetzung in einer Info-Veranstaltung der Stadt. Ortsbeirat und Ortslandwirt befürworten eine Überquerung der rege befahrenen Straße an der Bushaltestelle Tannenweg, während Bürgermeisterin sowie Planer der Passage am Ortseingang aus Richtung Nieder-Ofleiden den Vorzug geben. Die Alsfelder Allgemeine Zeitung fragte beim Vekehrsclub von Deutschland (VCD) nach, der gleichermaßen die Interessen von Fußgängern, Radfahrern und Autolenkern vertritt.

Gerhard Kaminski, Sprecher des Kreisverbands Wetterau-Vogelsberg und selbst passionierter Radler, hat sich in Ober-Ofleiden die alternativen Strecken angeschaut und mit Beteiligten gesprochen. Sein Fazit: Die vom Büro Zillinger vorgesehene Radwegführung mit einer Überquerung der Nieder-Ofleidener Straße am Ortseingang ist akzeptabel, sofern für die Querung der stark befahrenen Hauptstraße zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingebaut werden. Damit spricht er eine Tempo-30-Zone und einen Fahrbahnteiler an.

Überquerung bleibt gefährlich

Allerdings nehme der Ortsbeirat in seinem Vorschlag berechtigte Zweifel auf. Diese beziehen sich vor allem auf die Querung der Nieder-Ofleidener Straße durch den Radweg. So kritisiere Ortsvorsteherin Friederike Feyh, dass der Radweg schräg und nicht im rechten Winkel auf die Straße trifft. Das bedeutet, dass die Radfahrer langsam an die Straße heranfahren müssen, nachdem sie vorher schnell fahren konnten. Dennoch bleibe die Überquerung gefährlich. Das Verkehrsaufkommen ist relativ hoch, vermutlich seien viele Autofahrer schneller als mit dem erlaubten Tempo 50 unterwegs.

Um den Auto- und Lkw-Verkehr zu verlangsamen, biete sich Tempo 30 an. Ein Fahrbahnteiler, der landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht übermäßig behindert, könne helfen. Denkbar sei ein Zebrastreifen.

Kaminski hat sich auch kritisch die vom Ortsbeirat vorgeschlagene andere Trassenführung angeschaut. Dabei sollen Radler vom Ohmsteg ein Stück entlang des Flusses über den Welckerweg zur Hauptstraße kommen. Dort könnten sie auf der Busspur zur Fußgängerampel gelangen, um über den Tannenweg zur ehemaligen Bahntrasse zu gelangen. Kaminski meint: »Eine sichere Radwegführung zusammen mit der Haltestellensituation mehr oder weniger direkt vor einer Ampel bei sehr engen Platzverhältnissen direkt am Zebrastreifen scheint mir kaum realisierbar.« Eine Lösung könnte in der Verlegung der Ampel gesehen werden, was aber teuer sei.

Er rät auch von einem Radweg im Tannenweg ab, wie vom Ortsbeirat vorgeschlagen. »Die Kurvensituation auf halber Höhe ist viel zu unübersichtlich, um hier sicheres Fahren für die Radler als auch für den motorisierten Verkehr zu gewährleisten.«



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