12. September 2019, 21:56 Uhr

Neues Domizil für genesene »Ilse«

12. September 2019, 21:56 Uhr
Naturschützer wildern den Steinkauz bei Deckenbach wieder aus. (Foto: pm)

Im Vogelsbergkreis war der Steinkauz über Jahrzehnte ausgestorben. Seit fünf Jahren gibt es im Kreis nur in Haarhausen, Ober-Ofleiden und Deckenbach jeweils wieder ein Revier mit Bruterfolgen. Die NABU-Gruppe Homberg freut sich darüber und versucht, diese zu erhalten und neue zu gründen. Dafür werden in geeigneten Habitaten neue Steinkauzröhren angebracht.

F. Lurati aus Deckenbach machte Ende Juli eine für die Mitglieder der NABU-Gruppe unerfreuliche Entdeckung. Sie fand einen von einer Katze gefangenen und verletzten Steinkauz. Dankenswerterweise übernahm sie sofort den Transport des Tieres in die Vogelklinik der Justus-Liebig-Universität-Gießen. Nach erfolgreicher Behandlung wurde das Steinkauzweibchen an die ehrenamtlich betreute Wildvogelhilfe in Kirchhain-Schönbach übergeben. Dort wurde »Ilse« in einer weitgehend mit Eigenmitteln erstellten artgerechten Voliere bis zur vollständigen Genesung fachkundig gepflegt.

Im August war es dann so weit: »Ilse« wurde wieder in die Freiheit entlassen und durfte zurück in ihr altes Revier. Für eine Er- folg versprechende Auswilderung hatte die NABU-Gruppe Homberg neue Steinkauzröhren in einem für die Tiere geeigneten Lebensraum neu angebracht. Entscheidend war hier der Abstand vom Dorf und somit von den dort lebenden Katzen. Anwesend waren die Finderin, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Deckenbach Werner Margolf sowie drei weitere Deckenbacher.

Das verängstigte Käuzchen, dessen Herzschlag spürbar war, durfte sein neues Domizil beziehen. Als Willkommensgeschenk waren dort zwei tote Mäuse platziert. Der Ausgang der Röhre wurde zunächst verschlossen, um dem Tier die Möglichkeit zu geben, zur Ruhe zu kommen und sich umzusehen. Nach einer halben Stunde wurde der Ausgang in der Dämmerung wieder geöffnet, und die Anwesenden warteten in angemessener Entfernung darauf, was passieren würde. Es geschah nichts. Vermutlich hatte »Ilse« noch vor etwas für sie Bedrohlichem Angst und fühlte sich in ihrer neuen Wohnung sicher - ein gutes Zeichen. Das Männchen war während des Hängens der Nistkästen auch zu sehen, und alle hoffen, dass sie sich wiederfinden. Alle Beteiligten waren sehr zufrieden.

Um weitere solcher Vorfälle, ausgelöst durch Hauskatzen, zu vermeiden, hat sich der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Deckenbach Werner Margolf bereit erklärt, mit seinen Helfern das Revier zu optimieren und den Steinkäuzen ein neues anzubieten.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Homberg
  • Katzen
  • Steinkäuze
  • Vogelsberg
  • Homberg
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.